Arzneimittel und Ernährung
Heilpflanzen
In der chinesischen Arzneimitteltherapie werden zahlreiche Substanzen aus dem Pflanzen- und Tierreich, aber auch Mineralien verwendet. Diese haben ganz spezifische Wirkungen auf den Organismus, sowohl auf die inneren Organe als auch auf die Leitbahnen. Sie wirken durch Geschmack und Geschmacksrichtung sowie durch ihre "Temperatur" mal kräftigend, mal beruhigend oder ausgleichend. Zugrunde liegt aber vor allem eine jahrtausendalte Beobachtung der Wirkungen der Heilmittel.
In meinen Praxen erhalten Sie eine individuelle Kräutermischung verordnet, die genau auf Ihre aktuelle energetische Situation abgestimmt ist. Die Zusammensetzung wird im Abstand von einigen Wochen jeweils aktualisiert.
Die Kräuter erhalten Sie nach unserer Verordnung in darauf spezialisierten Apotheken. Mehr siehe unten!
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In der Chinesischen Medizin sind die Grenzen zwischen der gezielten therapeutischen Anwendung von Heilmitteln und dem Einsatz der Kräuter in der Ernährung –auch im Sinne der Krankheitsprophylaxe!- sehr fließend. Die Menge der Kräuter und ihre Wirkstärke sind entscheidend.
Diätetik in der Chinesischen Medizin
Wenn Körper und Geist durch Qigong, Kräuter und Akupunktur harmonisiert werden, dann kann die Diätetik folgenden Part übernehmen: Schwäche- oder Füllezustände zu behandeln, die im Wesentlichen durch Ernährungsfehler zustande gekommen sind. Hinsichtlich der Entgleisungen bei der Lebensführung hat die Diätetik eine wichtige stabilisierende Funktion. Körpersäfte und Substanz mit Hilfe der Ernährung aufzubauen, funktioniert am besten, wenn die Auszehrung durch Diäten, Hungern oder übermäßiges Fasten, Völlerei und Süchte, wie z. B. nach Kaffee, verursacht wurde.
Eine wichtige Aufgabe der Diätetik besteht darin die Verdauung bei der guten Auswertung der Nahrung nachhaltig zu unterstützen. Die Stärkung und Harmonisierung von Milz und Magen durch Qi- und Säfteaufbau fördern die psychische Stabilität.
Die Fähigkeit sich gut zu nähren ist an und für sich eine normale Funktion des erwachsenen Menschen. Heute müssen wir jedoch davon ausgehen, dass alltägliche, gute Sättigung, die eine tiefe innere Befriedigung und das Gefühl von innerer Stärke vermittelt, weder bei Erwachsenen noch bei alten Menschen und noch nicht einmal bei Kindern selbstverständlich ist.
Ein nach den Regeln der chinesischen Diätetik zusammengestellter Ernährungsplan wird individuell ausgearbeitet. Jeder Mensch braucht seine spezielle Ernährung, je nach seinen Bedürfnissen und den energetischen Erfordernissen. Es gibt keine Universal-Diät, die für jeden Menschen richtig ist, weder low fat noch low carb, weder Müsli noch Saftkuren kann jeder Mensch gleichermassen vertragen.
Die Chinesische Arzneimittellehre verwendet vorwiegend Pflanzenteile (Wurzeln, Rinden, Blüten und Blätter), aber auch Mineralien und einige Tierprodukte. Sie haben in China eine bis zu 2000 Jahre alte Anwendungstradition. Heute ist dabei natürlich dem Artenschutz und wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung zu tragen. Geschützte Arten aus dem Tier- und Pflanzenreich oder vergiftende Substanzen werden nicht mehr eingesetzt. Ein Grundsatz der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Erkenntnis, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Deshalb werden einzelne Kräuter und Substanzen in der Regel miteinander kombiniert. Damit können erwünschte Wirkungen gegenseitig verstärkt, unerwünschte aufgehoben oder gelindert werden. Jeder Patient erhält ein individuell auf ihn und seine Krankheitssituation abgestimmtes Rezept. Grundsätzlich besteht kein Anwendungsvorbehalt gegen chinesische Arzneimittel. Allerdings muss ihre Auswahl, Zusammenstellung und Dosierung dem/der erfahrenen TherapeutIn vorbehalten bleiben. Von Selbstmedikationen ist dringend abzuraten. Der/Die TherapeutIn wird ihre Dosierung und Zusammenstellung dem Alter, dem Körpergewicht und den gesundheitlichen Vorbedingungen des/der PatientIn anpassen. Sollten zusätzlich andere Medikamente eingenommen werden, muss der/die BehandlerIn stets darüber informiert werden, um Unverträglichkeiten auszuschließen.
Traditionell werden chinesische Arzneimittel in Form von Abkochungen (Dekokten) eingenommen, das heißt, die gemischten Rohdrogen werden in Wasser gekocht und als Tee getrunken. Daneben gibt es auch Verabreichungen als verdünnte Extrakte, aufgelöste Granulate und Pulver sowie Pillen und alkoholische Tropfen. Zur äußeren Anwendung dienen Salben oder Sitzbäder. Der/die PatientIn bekommt detaillierte Anweisungen zur Zubereitung und Einnahme der verordneten Rezeptur. Die Chinesischen Arzneien werden meist täglich eingenommen. Die Verabreichungsweise und -dauer ist abhängig von der Schwere, Art und Dauer der Erkrankung. Der/die PatientIn wird dabei regelmäßig untersucht, um sicherzustellen, dass die gewählte Rezeptur wirksam bleibt. Dabei wird die Rezeptur gegebenenfalls dem Behandlungsverlauf angepasst.
In Einzelfällen kann es nach der Einnahme der Rezeptur zu körperlichen Reaktionen kommen. In einigen Fällen wird eine Ausleitung über Stuhl oder Urin angestrebt. Dabei kann es zu vermehrtem Wasserlassen oder Stuhlgang kommen. Dies geschieht im Sinne der Therapie. Am Anfang der Behandlung können vereinzelt auch Übelkeit, vermehrte Darmgeräusche und Blähungen auftreten. Bitte teilen Sie auftretende Nebenwirkungen stets Ihrem/r behandelnden TherapeutIn mit.
Chinesische Arzneimittel müssen in Deutschland von den Apotheken, die sie abgeben, auf Qualität und Schadstoffbelastung überprüft werden. Dabei gewährleistete die pharmakologische Fachkompetenz der Apotheke Qualität und schließt Verunreinigungen aus. Von einem Selbstbezug chinesischer Kräuter z.B. über ausländische Firmen via Internet ist deshalb abzuraten, weil hier die Einhandlung deutscher Qualitätsnormen nicht überprüfbar ist.