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Fühlen, Sehen, Hören - das sind die im Zusammenhang mit Rückenschmerzen die wichtigsten diagnostischen Methoden in der Chinesischen Medizin. Es kommt hierbei darauf an, einen möglichst umfassenden Eindruck von den aktuellen Beschwerden zu bekommen - dabei aber immer ‚über den Tellerrand‘ hinauszuschauen und diese möglicherweise nur lokalen Symptome in den Zusammenhang mit dem ganzen ‚System Mensch‘ zu sehen. 

Fühlen    
Das Fühlen und Tasten setzt eine grosse Sensibilität und Einfühlungsvermögen des Behandlers voraus. Und auch viel Übung und Erfahrung - und etwas Zeit...

Abtasten
Zunächst wird der Rücken abgetastet. An der Hautoberfläche können Temperaturunterschiede festgestellt werden, so ist häufig der untere Rücken deutlich wärmer als der Thoraxbereich. Die Temperatur ist ein Hinweis auf die Verteilung von Yin und Yang - Yang, also hitzige Befunde weisen dann vielleicht auf Entzündungsprozesse und Kälte-Zeichen auf verminderte Durchblutung und Stauungen hin. Das gilt auch für kleinere Areale, z.B. wenn einzelne Punkte gefühlt werden. Therapeutisch können diese Befunde auf die Möglichkeit der Moxibustion hinweisen (s.d.)

Nach der Erfassung der oberflächlichen Temperaturen geht der Behandler tastenderweise in die Tiefe. Er erfühlt Fülle und Leere, wobei es ‚teigige‘ Schwellungen und harte Blockaden geben kann. Auch kann Druck angenehm oder schmerzhaft empfunden werden. Druck fühlt sich wohltuend an, wenn ein Leere-Zustand da ist, bei Fülle zeigt sich dann unangenehmer Schmerz. Gerade die Shu-Punkte geben zudem diagnostische Hinweise auf Störungen der inneren Organe, die dann u.U. weiterverfolgt werden sollten!

Unterhalb der am Rücken gelegenen Akupunkturpunkte und Leitbahnen liegen die Knochen und Gelenke. Blockaden gerade der Wirbelgelenke entstehen auf der Basis von möglicherweise länger andauernden Schwächezuständen in diesem Bereich. Auch diese können lokal sein - z.B. bei Fehlstellungen/-belastungen- , aber auch durch Störungen der inneren Organe hervorgerufen werden. Nicht selten: bei Gallen-/Leberproblemen Blockaden im mittleren BWS-Bereich. Nicht zuletzt durch das Ausnutzen der Reflexbeziehungen zwischen Rücken und inneren Organe (s.d.) wird dann aber durchaus über den Rücken behandelt. 

Pulsdiagnose - das ‚innere Klima‘
Das intensive Fühlen des Pulses gibt dem Therapeuten schliesslich die häufig entscheidenden Hinweise auf die möglichen Ursachen und Auslöser für die Beschwerden. Ein versierter TCM-Therapeut kann dann erkennen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, um dem schmerzhaften Geschehen die ‚Basis‘ zu entziehen. Diese kann möglicherweise den Lokalbefund, z.B. der Shu-Punkte bestätigen. Kann aber auch in andere Richtungen weisen. So ist häufig bei LWS-Beschwerden eine Nieren-Schwäche zu verzeichnen - aber woher kommt diese Schwäche? Das kann z.B. an der Leber, der Milz oder der Lunge liegen, die übermässig belastet sind...

Sehen
Der TCM-Therapeut schaut sich den gesamten Menschen an. Die Körperhaltung gibt ihm Hinweise, die Mimik und die Bewegung. Gezielt können motorische Störungen durch Muskel- und Nerventests untersucht werden . Aber in der TCM gibt es darüber hinaus noch mehr Hinweise: Blockaden im HWS-Bereich mit Vorbeugung des Kopfes sind Hinweise auf Leber-/Gallenblasenprobleme. Verkürzung der Brustmuskeln mit Vorbeugung der Schultern zeigen sich bei Lungen-Problemen. Ein Patient mit Nieren-Schwäche hat Probleme beim längeren Stehen - es gibt viele Hinweise für den versierten Behandler auf die Hintergründe der Rückenbeschwerden. Sehr aussagekräftig ist die Zungendiagnose - interessant auch deswegen, weil auch Sie Hinweise über den Behandlungs- und Heilungsverlauf bekommen können. Am einfachsten: Wenn Sie die Zunge herausstrecken, so können Sie sie in 3 Etagen einteilen, die ebenso die Körperregionen widerspiegeln: Auffälligkeiten der Zungenspitze deuten auf Probleme in Herz und Lunge (Thorax) hin, aber auch auf mentale Aspekte und HNO-Probleme wie Halsentzündungen hin. In der Mitte spiegelt sich der Magen wieder und an der Zungenwurzel hinten erkennen Sie Disharmonien in den Därmen und der Niere. Wenn der Zungenrand hingegen rot, geschwollen oder anders verändert ist, so ist dies ein Hinweis auf Leber und Gallenblase.

Der Zungenbelag gibt aber auch Hinweise auf Veränderungen im Gesamtsystem, ebenso wie die Beweglichkeit der Zunge und die möglicherweise gestauten Unterzungenvenen - dies als Hinweis auch Blockaden im Blutfluss, die häufig z.B. bei mangelnder Bewegung auftreten.

Befragung - genaue Informationen sind wichtig über die ‚4W‘

Wie sind die Schmerzen
- Stechend, plötzlich einschiessend (TCM: Blut-Qi-Stagnation)
- Bohrend (TCM: Blut-Stagnation, Kälte)
- Dumpf (TCM: Feuchtigkeit, Schleim)
- Schon chronisch geworden (TCM: Blut-Qi-Stagnation, Herz-Belastung)
- Ausstrahlend (TCM: Qi-Stagnation)
- Brennend (TCM: Hitze)

Wo genau sind die Schmerzen? In der TCM ist die fingerzeig-genaue Beschreibung der Lokalisation sehr wichtig - die betroffenen Leitbahnen liegen häufig sehr eng beieinander.

Wann treten die Schmerzen auf? Tagsüber oder nachts, bei Belastung oder bei Ruhe? Wie ist die ‚Begleitmusik‘, z.B. Stress oder Streit, Wetterwechsel oder andere Belastungen. Sind momentan andere Krankheiten bekannt? Auch eine eventuelle erbliche Belastung oder Kinderkrankheiten können wichtig sein. Gerade aus TCM-Sicht können nicht richtig ausgeheilte Infektionen jahrzehntelang im Organismus als ‚versteckte pathogene Energien‘ ihr Unwesen treiben....
Warum sind die Schmerzen aufgetreten? Gibt es einen Auslöser?

Es sollte Zeit sein für ein vertrauensvolles, ausführliches Gespräch. 
Die psycho-emotionale Belastung, die öfters eine Rolle spielen kann bei Schmerzen, sollte in der Anamnese berücksichtigt werden. Eine gute Therapeuten-Patienten Beziehung ist hier von grosser Bedeutung.

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