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Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) beruht, anders als unsere heutige westliche Medizin, nicht auf naturwissenschaftlicher Forschung. Sondern sie ist das Resultat 2500jähriger Beobachtungs- und Erfahrungsmedizin. Der Ansatz der TCM ist sehr verschieden von der heutigen modernen westlichen Medizin. ‚Die Heilmethoden der TCM bezwecken vor allem, Krankheiten vorzubeugen, und wenn es dafür zu spät ist, sie auf ganzheitliche Art zu heilen.‘
Unsere westliche Medizin ist in der Lage, durch das profunde Verständnis von Stoffwechselprozessen bis in die molekulare Ebene und den Einsatz modernster Technik schnell und effektiv lebensbedrohliche Erkrankungen abzuwenden, auch sehr schwere Krankheiten zu heilen und hochkomplizierte Operationen durchzuführen.
Im Bereich der Zahnmedizin ist man heute z.B. in der Lage, verloren gegangene Zähne durch Implantate zu ersetzen. Man kann verlorenen Knochen nachwachsen lassen, durch den Einsatz von Mikroskop, Laser und anderer hochentwickelter Technik Zähne erhalten, die früher sicher nur hätten gezogen werden können. Auch der Ersatz von Zähnen lässt sich mitttlerweile durch vollkeramischen Zahnersatz so natürlich gestalten, dass er von echten Zähnen nicht mehr zu unterscheiden ist.
Aber auch die Gesunderhaltung der Zähne ist aus der heutigen Zahnmedizin nicht mehr weg zu denken. Die Prophylaxe, zu der regelmässige professionelle Zahnreinigungen, Mundhygienetraining und ansatzweise Ernährungsberatung gehören , ermöglicht es gesunde Zähne gesund zu erhalten.
Es gibt aber auch Fragen, die die westliche Medizin sich nicht stellt, und daher auch keine Antworten darauf geben kann: Warum erkrankt z.B. gerade dieser eine Zahn immer wieder? Welche Auswirkungen gibt es auf den gesamten Organismus?

Aus Sicht der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist der Mensch stets als Ganzes zu betrachten. Wie in einem Netzwerk sind durch die Leitbahnen (Meridiane) alle Teile des Organismus miteinander verbunden - aber nicht nur die körperlichen Strukturen, sondern auch geistige und seelische Fähigkeiten. Nur wenn durch dieses Netzwerk die Lebensenergie Qi reibungslos fliesst und auch insgesamt kräftig genug ist, fühlt man sich gesund. Und es kommt zu keinen krankhaften Veränderungen. Die Energie-Zentralen sind die inneren Organe. Für die Zähne sind aus Sicht der TCM folgende Verbindungen wichtig- Verbindungen, die aus Sicht der westlichen Medizin kaum nachvollziehen sind:
1. Der Mundbereich wird vor allem durch die Magen- und Dickdarm-Leitbahn versorgt. Sehr intensiv sollte man also auch an diese inneren Organe denken, wenn die Zähne sich als sehr anfällig erwiesen haben. Auch die westliche Medizin sieht diese Zusammenhänge z.B. bei der Entstehung von Karies, beeinflusst durch eine erhöhte Magensäureproduktion.
2. Die Nieren sind nicht nur für die Urinausscheidung, sondern aus Sicht der TCM für alles Essentielle wichtig, für die ‚Grundfesten‘ unseres körperlichen, seelischen und geistigen Daseins. Dazu gehören auch die Knochen und die Zähne.
3. Die Milz - in der westlichen Medizin weitgehend vernachlässigt- ist in der Medizin der alten Chinesen zuständig für Fleisch, Bindegewebe und den Stoffwechsel: In der Zahnmedizin wichtig für das Zahnfleisch und die Ernährung der Zähne. Eine Neigung zu Paradontalerkrankungen sind aus Sicht der westlichen Medizin hauptsächlich durch lokale Faktoren wie eine schlechte Mundhygiene oder das Vorliegen einer speziellen Bakzterienflora verursacht- die chinesische Medizin kann zusätziche Verbindungen herstellen!
4. Auch die Leber kann für die Zähne eine Rolle spielen: Sie ist zuständig für den gleichmässigen Fluss aller Energien im Körper, also auch für die gleichmässige Verteilung zwischen oben und unten. Wenn einem ‚eine Laus über die Leber läuft‘ oder die Wut in den Kopf steigt, so sind dies Zeichen einer Leber-Störung: In diesem Fall kann es viel leichter zu Zahnschmerzen kommen. Auch in der westlichen Medizin ist bekannt, dass Stress massgeblich an der Entstehung von Paradontalerkrankungen und Kiefergelenksbeschwerden beteiligt ist!
5. Darüber hinaus existieren Reflexbeziehungen zwischen einzelnen Zähnen und inneren Organen, bzw. auch anderen Strukturen des Organismus (Gelenke, Sinnesorgane z.B.). Bei einer zahnmedizinischen Versorgung (z.B. Füllung, Wurzelbehandlung etc.) sollte man auch an die Mitbehandlung des jeweiligen Meridians zur Harmonisierung des gestörten/störenden Energieflusses denken.

Bei einem besonders anfälligen Gebiss kommt es darauf an, eine intensive Prophylaxe und Mundhygienetraining zu betreiben. Auch die Ernährungsweise sollte kritisch betrachtet werden Das energetische Netzwerk aus der TCM gibt darüber hinaus zahlreiche Denkanstösse, wenn sich z.B. Schwachstellen im Mundbereich trotz bester lokaler Behandlung immer wieder herausstellen: Wie ist der energetische Zustand der Nieren und von Magens/Dickdarm?
Eine Neigung zu Paradontalerkrankungen erfordert die zahnmedizinische Therapie wie die Reinigung der Zahnfleischtaschen und der Wurzeloberflächen von bakteriologisch kontaminierten Ablagerungen. Antibiotika werden in besonders schweren Fällen eingesetzt: eine symptomatische Behandlung, die die womöglich im Verdauungstrakt liegenden Ursachen nicht beheben kann. Der Einsatz von Antibiotika ist also recht fragwürdig- zumindest was den langfristigen Effekt betrifft. 
Kiefergelenksbeschwerden sind aus Sicht der TCM ein Problem innerer Anspannung. Immer mehr Patienten verarbeiten den Stress mit den Zähnen. Sie pressen die Zähne nachts zusammen (‚Bruxieren‘ = Zähneknirschen) . Äusserer Druck kann dabei eine Rolle spielen, häufig ist es aber ein von innen kommendes Problem in einer Störung der Leber-Funktion. Dadurch können Zähne, Muskulatur und Kiefergelenke geschädigt werden. Es kann zur sogenannten CMD kommen, der craniomandibulären Dysfunktion. Hierbei werden weitreichende Strukturen in Mitleidenschaft gezogen, wie z.B. der HWS-Bereich und das Innenohr (Tinnitus z.B.). Die zahnmedizinische Therapie wäre das Eingliedern einer neutralisierenden und entspannenden Knirscherschiene und das Auffinden und Ausschalten von Störfaktoren.

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