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Heilkräuter
Die heilende Wirkung vieler Pflanzen hat man sich schon immer in der Volksheilkunde zunutze gemacht. Aufgeschreckt durch Arzneimittelskandale, nachdenklich gemacht durch die zahlreichen, teilweise lebensgefährlichen Nebenwirkungen schulmedizinischer Arzneien, sieht man jetzt die schonende Wirkung der Heilpflanzen in anderem Licht.
Die Natur hat uns eine Unzahl von Heilpflanzen zur Verfügung gestellt. Ihre Wirkung ist meistens nicht so prompt und intensiv wie die der schulmedizinischen Präparate, dafür ist bei richtiger Dosierung keine Giftigkeit zu erwarten. Viele alltägliche Beschwerden kann man mit diesen Heilpflanzen schonend selber behandeln, aber auch bei ernsthafteren Erkrankungen können Zubereitungen aus Heilpflanzen für den Therapeuten wirkungsvolle Waffen sein. Der Vorteil ist immer, dass dem Organismus keine Schadstoffe zugeführt werden, sondern mit sanften, natürlichen Mitteln dem Körper geholfen wird, mit seiner Krankheit fertig zu werden.

Was muss man nun beachten bei der Behandlung mit Heilpflanzen?

Die Dosierung, Zusammensetzung, verwendete Pflanzenteile, Kombinationsmöglichkeiten und Zubereitung sind wichtige und nicht ganz einfach zu beachtende Einzelheiten bei der Phytotherapie. Bei den meisten Pflanzen sind die Wirkstoffe in einem Teil konzentriert, z.B. in der Wurzel. Andererseits lösen sich die Wirkstoffe im Wasser auch verschieden, manche brauchen lange Zeit im kalten Wasser, andere entweichen bei zu starker Hitze. Die Teezubereitung ist die einfachste Anwendungsweise. Man sollte sich also gründlich sachkundig machen, bevor man sich eine Teemischung beispielsweise gegen seine Erkältung zusammenstellt. Verwendete Pflanzenteile sind das Kraut (lat. Herba), die Blätter (Foliae), die Blüten (Flores), Früchte (Fructi), Samen (Semen) oder die Wurzel (Radix).
Wie schon erwähnt, sind die Wirkstoffe unterschiedlich lösbar. Ist eine Teemischung im Wesentlichen aus Wurzelbestandteilen gemischt, so muss die Mischung ungefähr 15 Minuten lang gekocht werden, das wird Dekokt genannt. Blätter und Blüten dagegen dürfen meist nur kurz überbrüht werden (Infus). Das gilt vor allem für Kräuter und Samen, die hauptsächlich durch flüchtige (= ätherische) Öle ihre Heilwirkung entfalten (wie Fenchel oder Anis). Andere Zubereitungsmöglichkeiten sind der Kaltaufguss (beispielsweise Kalmuswurzel und Eibisch). Die Dosierungsempfehlung lautet meistens - falls nichts anders verordnet wurde: 1 bis 2 Teel. pro Tasse, 2- bis 3mal täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten. Heilkräutertees sollte man kurmäßig zu sich nehmen, also nicht über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen hinaus.

Andere Möglichkeiten der Verabreichung von Heilpflanzen sind die Frischpflanzensäfte (entweder selbst hergestellt oder aus Apotheke/Reformhaus), Tinkturen (alkoholische Auszüge), Öle (wie das ätherische Kümmelöl) und zum äußerlichen Gebrauch Aufgüsse, Salbe, Cremes, Pasten, Puder etc.

Auch wenn es verlockend sein kann, hier im Berliner Raum Heilpflanzen zu sammeln (Möglichkeiten gibt es genug, wenn man sich mit offenen Augen umsieht), ist es sowohl aus Gründen des Naturschutzes als auch des Selbstschutzes nötig, dringend davon abzuraten. Werden doch gerade in Heilpflanzen außergewöhnlich viele Umweltgifte und Schwermetalle abgelagert. Die Kosten für einen Tee aus Apotheke oder Kräuterhaus sind meist wirklich minimal.

Nun noch einige Rezepte für den Hausgebrauch:

Entschlackungstee für das Frühjahr:
Löwenzahnwurzel mit Kraut - entwässernd, galletreibend, stoffwechselanregend

Brennesselkraut - entwässernd, stoffwechselanregend
Mariendistelfrüchte - leberschützend, gallewirksam
Birkenblätter - entwässernd

jeweils 50 g, 2 Teel. pro Tasse als Aufguss überbrühen, 15 Minuten ziehen lassen, 2 Tassen pro Tag, 4 Wochen im Frühling.

Bei Magenbeschwerden nach Diätfehlern:
Kamillen- und Pfefferminztee im Wechsel
Bei Blähungen:
Kümmeltee, 2 Teel. pro Tasse überbrühen.

Weniger gut schmeckende Teemischungen kann man übrigens durch den Zusatz geringer Mengen von Süßholz oder Fenchel im Geschmack korrigieren.
Bei Sonnenbrand:
Ringelblumensalbe = Ringelblumenblüten in Schweineschmalz aufkochen, abgießen, stehen lassen.

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Therapeuten: Praxis
Dr.Hemm
Praxis
A. Noll
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