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Verdauungsstörungen in der TCM:

Das Reizdarm-Syndrom

Bauchschmerzen, gelegentliche Durchfälle oder Verstopfung kennt jeder Mensch. Meist sind sie von vorübergehender Dauer und auf Infekte, Diät- und Ernährungsfehler oder auch vorübergehende Stresssituationen zurückzuführen. Anders ist es, wenn diese Zustände andauern und sich abwechseln: mal Verstopfung, mal Durchfall, begleitet von immer wiederkehrenden Blähungen und/ oder Schmerzen. Es ist wichtig, in diesen Fällen ernsthafte Krankheiten auszuschließen. Das sollte durch Blut-und Stuhluntersuchungen, ggf. auch durch Ultraschall, Röntgen oder endoskopische Untersuchungen (Coloskopie z.B.) erfolgen. Besonders ist eine schulmedizinische Diagnostik notwendig bei Blut im Stuhl, deutlichen Gewichtsverluste, Blutarmut, Fieber, Gelbsucht, aber auch im höheren Lebensalter.

Schulmedizinisch gesund! Trotzdem krank....

Häufig lassen sich jedoch keine körperlichen, organischen Ursachen finden – und so wird die Diagnose Reizdarmsyndrom (RDS), irritables Darmsyndrom (IDS), Reizkolon, Colon irritabile oder „nervöser Darm“ gestellt – die Schulmedizin ist dann weitgehend machtlos, von einer symptomatischen Behandlung z.B. durch Cortison/Psychopharmaka etc. abgesehen.

Immerhin leiden 10-20% der Bevölkerung an diesen Symptomen.  Die genaue Definition des RDS:

1.     wiederkehrende Bauchschmerzen oder Missempfindungen im Bauch

2.     Symptombeginn vor mindestens 6 Monaten

3.     Symptome an mindestens 3 Tagen pro Monat in den letzten 3 Monaten in Verbindung mit mindestens zwei der folgenden Symptome:

a.     Besserung nach Stuhlgang

b.     Beschwerdebeginn eingehend mit Änderung der Stuhlfrequenz

c.      Beschwerdebeginn einhergehend mit Änderung in Stuhlkonsistenz und Stuhlaussehen.

Nicht nur der Darm

Meist macht sich das Reizdarmsyndrom in Verbindung mit Stressbelastung und negativen Emotionen bemerkbar – nicht selten zusammen mit anderen funktionellen Störungen wie Rücken- und Kopfschmerzen, Fibromyalgie, Reizblase, Sodbrennen (s.u.) und auch Angstzuständen.

Das „Bauchgehirn“

Der Darm reagiert jedoch sehr leicht- wird er mit seinem komplexen und umfangreichen „enterischen Nervensystem“ doch auch als „Zweites Gehirn“ oder „Bauchgehirn“ bezeichnet – er ist eben der Spiegel der Seele!

Eine Etage weiter oben: Refluxkrankheit, Dyspepsie und Sodbrennen

 

Viele Menschen haben gelegentlich einmal Sodbrennen. Wenn dieser unangenehme Zustand jedoch länger anhält, wird heute bei Millionen Menschen in Deutschland nur zu gerne die „Refluxkrankheit“ diagnostiziert und mit stark wirksamen und nebenwirkungsreichen Medikamenten behandelt – obwohl die Naturheilkunde und die TCM über hervorragende Konzepte und Erfahrungen bei diesen Funktionsstörungen verfügt. Die Refluxkrankheit äußert sich in Sodbrennen, Aufstoßen, Übelkeit, Husten oder auch Räusperzwang. Typisch ist das nächtliche Auftreten und Aufwachen durch die Beschwerden- anders als bei der Dyspepsie: Diese macht sich eher tagsüber in direktem Zusammenhang mit dem Essen bemerkbar. Das Völlegefühl und die Magenschmerzen stehen dabei im Vordergrund. Stress und Ernährungsfehler sind häufig die Auslöser für den „Stein im Magen“, wie z.B. Fette (Käse, Pizza!), Kaffee, Rauchen, Süßigkeiten und Alkohol. Alles dies sind aus Sicht der TCM erhitzende und zu stark anfeuchtende, schleimproduzierende Nahrungsbestandteile. Eine strikte Vermeidungsdiät kann Erleichterung bringen- also z.B. Fastentage mit Reis und gekochten Mohrrüben. Dies gilt auch für Allergien (Histamin, Fruktose) oder als Schonkost nach Antibiotika-Einnahme, wenn die natürliche Darmflora zerstört wurde.

Die Ursachen liegen im Gesamtsystem

In der Naturheilkunde und der chinesischen Medizin (TCM) versucht man die Ursachen dieser überaus lästigen Funktionsstörung zu behandeln. Es können verschiedene Mechanismen an der Entstehung einer Verdauungsstörung beteiligt sein. Bei Stressbelastung (Druck) ist es die Leber, die nicht „zur Ruhe kommt“ aus Sicht der TCM und dann für eine Dauer-Anspannung auch des Magens und des Darmes führt. Die Milz ist aus Sicht der „alten Chinesen“ generell für Stoffwechsel und Verdauung zuständig. Wenn irgendetwas nicht verdaut werden kann, dann reagiert dieses System – wobei das nicht-verdauliche sowohl eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit oder eine unerträgliche psychische Belastung sein kann. Auch auf der geistigen Ebene kann dies der Fall sein- wenn man zu viel lernt und einfach zuviel nachdenkt! Der Magen kann durch die Daueranspannung den angedauten Nahrungsbrei nicht weiter in den Darm befördern – das Essen bleibt dann u.U. viele Stunden lang im Oberbauch „stecken“ und verursacht dann die Völlegefühle und das Sodbrennen. Die Niere ist aus dieser Sicht das energetische Reservoir – lange körperliche oder seelische Verausgabungen können dazu führen, dass der Darm aus diesem Kraft-Reservoir nicht genügend Energie bekommt und daher nicht richtig funktionieren kann. Die Lunge wird manchmal z.B. auch durch überwältigende Trauer geschädigt und kann ebenfalls den Darm nicht energetisch versorgen – ganz häufig konnte ich z.B. in der Praxis beobachten, dass Verdauungsstörungen ebenso wie Lungen- und Hautprobleme nach einer schmerzhaften Trennung oder einem Verlust auftraten!

Dies sind nur einige mögliche Mechanismen, die zu einem nervösen Darm oder Magen führen können. Jeder Mensch ist jedoch anders- in der TCM ergibt ein ausführliches diagnostisches Gespräch zusammen mit Puls-, Zungen- und vielleicht auch Bauchdiagnose eine Klärung des individuellen Mustern- und Hinweise auf die Behandlungsmöglichkeiten z.B. durch Kräuter, Akupunktur oder Massagen.

Langfristig...

Entscheidend ist häufig auch die (Mit-)arbeit des Patienten selber: Reduktion von Stressfaktoren, Regulierung der Ernährung, Bewegungsübungen/Sport und – wenn möglich- die Veränderung belastender Lebensumstände!

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