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Newsletter-Archiv der Praxis für TCM München-Berlin von Andreas A.Noll

www.praxis-noll.de

Email: info(at)praxis-noll.de

Inhalt:

„Beleibte Typen“- und Möglichkeiten zur Regulierung des Körpergewichts aus Sicht der TCM

Akupunktur für Bedürftige

Akupunktur und TCM bei Müdigkeit

Allergische Rhinitis

Arthrose-Schmerzen

Blutegeltherapie

COPD-Lungenerkrankung

Depressionen

Diabetes-Metabolisches Syndrom

Endometriose

Fibromyalgie

Frühling

Gedanken zum Essen

Geschenkgutscheine

Gürtelrose

Heilfasten bei Gelenkschmerzen

Herbst

Honigmassage

Igel-Leistungen

Infektneigung

Karpaltunnelsyndrom

Knochendichte

Kräuter, die nicht harmlos sind

Krebstherapie

Leber-Check

Lungen-Check

Marktplatz

Menstruationsbeschwerden

Migräne

Milz-Pankreas-Check        

Muskelkater

Muskelschmerzen

Nackenschmerzen

Netzwerk TCM fertil

Stressbehandlung

Tinnitus

Tinnitus 2

Tuina in München und Berlin

Veganer und Schutz der Gefässe

Vitamin D

Welcher Sport ist für Sie richtig?

 

...

August 2010

Tuina in Berlin und München

Zusätzlich zu Akupunktur, Kräutertherapie, Schröpfen und die Wärmebehandlung Moxibustion bieten wir sowohl in München als auch in Berlin die traditionelle chinesische Massagetherapie Tuina an.

Bevorzugt wird diese traditionelle Methode bei Verspannungen und anderen Muskel- und Gelenksbeschwerden angewendet. Aber gerade jetzt im Spätsommer und langsam beginnenden Herbst ist Tuina auch angebracht bei Infektneigung und hartnäckigen Beschwerden der Atemwege.

In der Münchner Praxis stehen Ihnen für die Tuina-Massage Herr Feng Luo aus Shanghai und Herr Xizhi Nie aus Shandong zur Verfügung.

In Berlin behandelt Sie Herr Manfred Binting mit Tuina, in Verbindung auch mit physiotherapeutischen Behandlungstechniken.

Die einzelne Behandlung dauert etwa 30-60 Minuten. Hierbei brauchen Sie sich nicht unbedingt zu entkleiden- auch durch eine leichte Hose und ein T-Shirt hindurch kann die Tuina-Massage sehr effizient ausgeführt werden.
Wöchentlich ist anfangs eine Tuina-Behandlung für einen Zeitraum von etwa 4 Wochen sinnvoll. Die Anzahl der Behandlungen richtet sich jedoch prinzipiell nach dem Beschwerdebild und nach der Dauer der Erkrankung.

 

2. Blutegeltherapie – eine alte Methode auch von der Schulmedizin neu entdeckt!

Die moderne Lebensweise kann auf verschiedene Weise dazu führen, daß Teile unseres Körpers, vor allem die Muskeln, Sehnen, Gelenke und das Bindegewebe der Extremitäten Probleme bereiten. Einerseits die sitzende Tätigkeit, andererseits Überlastung durch Sport oder einseitige körperliche Beanspruchung bei der Arbeit können zu unterschiedlichen Erkrankungen des Bewegungsapparats führen:

o          Akute und chronische Gelenkschmerzen,

o          Kniegelenksarthrose, Daumensattelgelenksarthrose und Sprunggelenksarthrose

o          Rheumatische Erkrankungen

o          Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen (Tennisellenbogen, Golfarm, Karpaltunnel-Syndrom)

o          Rückenschmerzen

Aber auch Probleme des Bindegewebes sind Ausdruck von Stagnationen und Ansammlungen von Schlacken, die zudem durch emotionale Faktoren begünstigt werden: Ärger und Stress verursachen Blockaden der Muskeln und Sehnen, zu viel Nachdenken und Grübeln schädigen aus Sicht der chinesischen Medizin das Bindegewebe:

o          Krampfadern, Besenreiser

o          Akute Thrombophlebitis (Venenentzündung)

o          Postthrombotisches Syndrom (mit begleitenden Stauungsschmerzen) 

o          Hämorrhoiden, Analthrombose

o          Lymph- und venöser Rückstau, Lymphödem

Die früher bei uns teilweise exzessiv betriebene Blutegeltherapie kann bei diesen Beschwerden helfen - gerade wenn die Ursachen für die Disharmonie durch eine ganzheitliche Behandlung mit Naturheilkunde/TCM angegangen werden. Aber die Blutegelbehandlung wird inzwischen auch von der Schulmedizin in der kosmetischen Chirurgie für die bessere Wundheilung eingesetzt! Grundsätzlich steht hierbei die Beseitigung von lokalen Fülle-, Stauungs- und Schmerzzuständen im Vordergrund. Neben einer generellen Entgiftung des gesamten Körpers, können die Blutegel sehr wirksam an den betroffenen Stellen arbeiten. Dieser saugt dann nicht nur das „verschlackte“ Blut mit all seinen Schadstoffen ab, sondern zusätzlich werden durch die Blutegelwirkstoffe auch spezielle antiphlogistische (entzündungshemmende) und analgetische (schmerzlindernde) Substanzen freigesetzt.  

Die Behandlung:

Zu Behandlungsbeginn wird der Blutegel an der vorgegeben Hautstelle angesetzt, saugt sich fest und dringt mit seinen Kalkzähnchen vorsichtig in die Haut ein. Dies ist weitgehend schmerzfrei. Im weiteren Verlauf (15 bis 90 Minuten) gibt der Blutegel die Wirkstoffe beim Saugen in das Gewebe ab und fällt anschließend von alleine ab. Die kleine Bisswunde wird durch die Wirkstoffe (z.B. Hirudin) 8 bis 12 Stunden offen gehalten und blutet nach. In dieser Zeit muss die Wunde gut mit saugfähigem Verbandsmaterial abgedeckt sein. Der heilende Effekt kann nach unterschiedlichen Zeitabständen, oft sogar unmittelbar nach der Behandlung auftreten und hält häufig monatelang an.  Am Folgetag wird der erste Verbandswechsel bei uns durchgeführt.

Vor der Behandlung veranlassen wir u.U. eine Blutuntersuchung, um z.B. eine Blutarmut auszuschließen. Abhängig von der jeweiligen Indikation können mehrere Sitzungen notwendig sein.

Die Basiskosten für eine Blutegelbehandlung betragen 70,- € (1 Std. Behandlungsdauer, Vorgespräch und erster Verbandswechsel), für jeden gesetzten Blutegel müssen Sie mit zusätzlich 45,- € rechnen.

Krankenversicherungen

Private Krankenversicherungen, Beihilfestellen und  entsprechende Zusatzversicherungen  erstatten die Behandlung durch einen Heilpraktiker in der Regel.

Wann darf eine Blutegeltherapie nicht durchgeführt werden? (Kontraindikationen)

Es gibt einige Gegenanzeigen für die Blutegeltherapie, vor allem eine ausgeprägte Blutungsneigung. Sie bekommen von uns dazu ausführliche Informationen!

Zu Ihrer Information: Wir verwenden in unserer Praxis ausschließlich Blutegel aus deutscher Zucht, die nach dem Arzneimittelgesetz gezüchtet und gehalten werden. Vor der Anwendung muss der Egel 32 Wochen „fasten“, so dass er einerseits „Appetit“ hat und andrerseits gewährleistet ist, dass er völlig sauber und frei von Schadstoffen ist. So wird die Übertragung von Krankheit vermieden und das Infektionsrisiko ist so gut wie ausgeschlossen - gerade wenn man die Bissstellen nach dem Saugen noch ausreichend nachbluten lässt. Die Egel werden niemals mehrfach verwendet!

3. Vorträge von A.Noll

München, 12.11.2010: 79. Tagung für Naturheilkunde: Kinderwunschsprechstunde- Möglichkeiten und Strategien der TCM/Akupunktur (Workshop)

Dresden, 20.11.2010: Heilpraktiker-Symposium Ost: Der kranke Mann aus der Sicht der TCM (Workshop)

Chengdu/China, 26.11.2010: 3. International TCM Conference, Panel 1 Government Forum on TCM Innovation and Development: TCM in Germany (Referat)

Basel, 9.12.2010: ASA TCM-Kongress 2010: Die Wandlungsphase Erde – das Zentrum (Eröffnung-/Hauptreferat)

4. Bewertungen

Unter www.jameda.de und www.imedo.de können Sie mich im Internet übrigens bewerten und Ihre hoffentlich gnädigen Urteile über meine Praxen abgeben!

 

Februar 2011

Frühling

Der lange Winter scheint seinem Ende entgegen zu gehen. Die Tage sind spürbar länger geworden, und es wird sogar etwas wärmer. Die Natur bereitet sich auf den Start des Frühlings vor,  die Knospen vieler Pflanzen sind schon prall und zum Leidwesen vieler Heuschnupfen-Patienten verteilen schon Haseln und Erle ihre Pollen. In einigen Wochen wird sich diese noch etwas schlummernde Kraft entfalten- und unsere Lebenskraft hoffentlich auch! Denn diese hat doch meist ein wenig gelitten in der kalten, dunklen Jahreszeit: wenig Bewegung, vergleichsweise viel gegessen, wenig an der frischen Luft, Süssigkeiten, fettes Essen, wenig Sonnenlicht, Erkältungen und Husten – das alles hinterlasst seine Spuren in unserem Befinden und kann uns den Start schwer machen.

 

Erleichtern können wir den „Start ins Yang“, also in den Frühling vor allem durch Bewegung und Ernährungskonzepte. Eigentlich braucht ja jeder Mensch seine eigene Strategie, aber ich kann Ihnen anhand von drei „Typen “ vielleicht einen Eindruck verschaffen, wie Sie vorgehen könnten.:

 

„Beleibte Typen“ – und Möglichkeiten zur Regulierung des Körpergewichts

Da gibt es den „fleischigen Typ“. Der Körper ist fest und fleischig. Oft sind dies grosse, „stattliche“, voluminöse und robuste Typen. Tendenziell neigen sie eher zu Verstopfung, haben oft einen trockenen Mund, wenig Speichel und schwitzen leicht. Meist haben diese Menschen grossen Hunger und viel Durst. Sie wissen genau, woher die Pfunde kommen: Sie essen gerne grosse Portionen! Die Zunge ist recht rot und mit einem gelben Belag bedeckt. Für diese Typen ist für die Entschlackung und Reinigung vielleicht eine kurze Fastenkur angesagt. In jedem Fall sollen Sie viel trinken und langfristig (!) für regelmäßigen Sport sorgen- der Stoffwechsel stellt sich bereits nach einigen Wochen auf den erhöhten Bedarf ein- dann können Sie vielleicht weiter gut essen...

 

Der „wohlgenährte Typ“ ist eher klein, untersetzt mit üppigem Bauch, aber festem Körper. Auch er hat grossen Hunger, fühlt sich nach dem Essen aber oft voll und unwohl. Aufstoßen bringt ihm Erleichterung und von der Verdauung her neigen diese Menschen eher zur Verstopfung. Frauen leiden unter Menstruationsschmerzen. Bei diesen Menschen fühlt sich alles gestaut an, es kommt auch zu Verspannungen, Krampfadern und Hämorrhoiden. Die Zunge ist häufig dunkelrot mit einer Tendenz zum Bläulichen, die Adern unter der Zunge sind stark geschwollen.  Für diesen Menschentyp ist Bewegung das „A und O“, und zwar Ausdauersport in jeder Form und Intensität, von Spazierengehen bis Radfahren. Regelmäßig 2-3x/Woche und auch langfristig! Die Ernährung sollte leicht verdaulich sein, wenig Fett und keine Rohkost. Das Frühjahr sollte man dann  mit 1-4 Wochen vegetarischer Kost beginnen, also kein Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Eier – und auch keinen Alkohol!

 

Beim „wabbeligen Typ“ handelt es sich um Menschen mit einem schlechten Bindegewebe, die beim Zunehmen immer weicher und „wabbeliger“ werden. Sie fühlen sich schwer und kraftlos, wenig leistungsfähig, oft kurzatmig und leiden schon bei kleinen Anstrengungen unter Herzklopfen. Ständig haben sie kalte Füsse, frieren insgesamt leicht, neigen zu Wassereinlagerungen und eher weichem Stuhl. Meist essen diese Menschen gar nicht viel, aber das Gewicht stagniert und beim „kleinsten Fehltritt“ ist schon wieder ein Pfund mehr auf der Waage. Der Typische „schlechte Verbrenner“. Die Zunge ist eher blass, gross, Zahneindrücke sind an den Seiten zu sehen und der Belag sieht etwas schmierig aus. Der wichtigste Rat für Sie, wenn Sie so ein „Typ“ sind: keine Milchprodukte und keine Rohkost – zumindest für 2-3 Monate. Wenn es Ihnen dann grundlegend besser geht, bleiben Sie auch langfristig bei dieser Ernährungsweise.  Vielleicht vertragen Sie auch bestimmte Getreidesorten wie Weizen nicht? Fasten bringt nichts, wohl aber schon morgens eine warme, kräftige und gut verdauliche Mahlzeit („Kraftsuppe“) und Bewegung jeglicher Art- vielleicht Yoga?

 

Und nun noch ein paar grundsätzliche Anmerkungen und Worte zur richtigen Ernährung und Bewegung. Das Entscheidende aus Sicht der chinesischen Medizin ist, daß Sie über Kraft (=Qi) und Lebensfreude verfügen. Ein „Körpergewicht“ ist recht abstrakt, berücksichtigt nicht Muskel- und Knochenmasse und alle Abnehm-Konzepte ignorieren vor allem das Verdauungssystem, also wieviel Energie überhaupt aus der Nahrung gewonnen wird. Sie können auch mit einigen Kilo mehr fit und gesund sein, sich wohl und vital fühlen und ohne grosse Leiden sehr alt werden Obwohl es enorm schwer ist- lassen Sie sich nicht durch den Zeitgeist der „Waschbrettbäuche“ irritieren. Und denken Sie bei all den Schönheitsidealen daran: ernste Krankheiten zeigen sich im Gewichtsverlust, es ist also nicht immer ein gutes Zeichen, wenn man Pfunde verliert.... Und wenn Sie schon etwas „gereifter“ sind, denken Sie daran, daß eine gewissen Gewichtszunahme im Lauf der Jahre auch normal ist – es werden eben Reserven angesammelt.

 

Sport und andere Bewegungen

Bei Bewegungsübungen wird die Atmung bewusst oder unbewusst immer eingesetzt. Die Lebensenergie Qi wird durch die Lunge aufgenommen und durch die Bewegung mobilisiert. Grundsätzlich kann man also zwischen Übungen unterscheiden, die das Qi stärken, die es bewegen und die es harmonisieren. Was ist nun die richtige Bewegungsform für Sie?

 

Haben Sie zurzeit:

• wenig Kraft/Qi? Dann sind Übungen wie Taijiquan für Sie geeignet. Sie können aber auch ins Fitness-Studio gehen, um Kraftübungen zu machen.

• viel Kraft/Qi, neigen aber zu Blockaden? Dann sollten Sie besser Ihr Qi durch Ausdauersport oder durch Meditationen (Konzentration und Körperbeherrschung) harmonisieren.

• gar keine Kraft? Das heißt, fühlen Sie sich „kraft- und saftlos“ und entfalten nur gelegentlich ein „Strohfeuer“ an unruhigen Aktivitäten? Dann widmen Sie sich am besten eher ruhigen Übungen zur Konzentration Ihres Qi mit Yoga und Qigong.

 

Denken Sie auch daran – Ihre energetische Situation kann sich ändern, und wenn heute Qigong für Sie richtig ist, so kann es bereits nach einigen Wochen mäßige Ausdauerbelastung sein, um Ihr Qi zu regulieren!

Soweit in diesem Newsletter, ich wünsche Ihnen einen guten Start, viel

Kraft, Wohlbefinden und ein wenig Glück!

 

November 2011

Zunächst etwas beruhigend Neues aus der Pharmaindustrie:

Es gibt nun auch Ritalin für Erwachsene – unruhige Geister können jetzt auch im höheren Alter wirksam ruhig gestellt werden! Das Präparat heißt Medikinet Adult. Fakten und Fragen dazu:

-       Ist ADHS überhaupt eine Krankheit – bei Kindern wie bei Erwachsenen? Oder ist es eine Reaktion auf die Umwelt, die bestimmte Verhaltensweisen hervorbringt? Aus Sicht der TCM kann es sich übrigens sowohl um innere Disharmonien (Blockaden, emotionale Turbulenzen, Erschöpfungen) , um Reste von alten Infekten/Impfungen oder um Ernährungsfehler handeln....und ist mit Akupunktur/Kräutern gut behandelbar!

-       das Präparat ist bei Erwachsenen lediglich 6 Monate lang geprüft worden! Mit sehr bescheidenen Resultaten...

-       hohe Nebenwirkungsrate wie Appetitverlust, Mundtrockenheit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen

-       kann süchtig machen

-       schwere Herz-Kreislauf-Störungen und psychiatrische Erkrankungen, selten auch plötzlicher Tod

(Nebenwirkungen aus dem unabhängigen „Arzneitelegramm“ 10/2011)

 

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            Im November war ich auf einigen Kongressen, zum Teil finden Sie Aufzeichnungen meiner Vorträge unter http://tcm-praxis.podspot.de/rss

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Gedanken zum Essen zur richtigen Zeit

 

Im Zeitalter der Fernreisen haben es viele schon einmal deutlich verspürt, dass man bestimmtes Essen nur unter bestimmten klimatischen Verhältnissen vertragen kann. Fettes und schweres Essen ist in den Tropen kaum zu verdauen, die Poren öffnendes, schweißtreibendes scharfes indisches Essen lässt einen im nordischen Winter Erkältungen riskieren. Die Menschen haben sich ihrem heimischen Klima in Jahrtausenden angepasst, sie ernähren sich so, dass sie gesundheitlich am besten zurechtkommen mit Wind und Wetter. Und ebenso verhält es sich mit den dort wachsenden Nahrungsmitteln: auch sie sind denselben klimatischen Bedingungen ausgesetzt wie die Menschen und Tiere, auch sie haben sich angepasst im Laufe der Zeit.

Und so ernährt man sich eigentlich am besten mit den Nahrungsmitteln, die aus der gewohnten Umgebung kommen und zur gleichen Zeit wachsen. Erdbeeren im Februar, Spargel im November – auch wenn sie unter optimalen Treibhausbedingungen aufgewachsen sind, geben sie bei weitem nicht den Geschmack wie Erdbeeren im Juni oder Spargel im Mai – ganz abgesehen von den Nitrat- und Pestizidbelastungen, denen beispielsweise das ganzjährige Salatangebot unter Glas ausgesetzt wurde. Relikte unserer den Jahreszeiten angepassten Ernährung finden wir noch ins unserer doch häufiger ausgeprägten Aversion gegen Gänsebraten im Hochsommer oder Speiseeis zu Weihnachten.

Auch die Tageszeit hat einen Einfluss auf den Stoffwechsel, somit auf die Verdauungskapazitäten und konsequenterweise auch auf die Nahrungsaufnahme.„Am Morgen wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann“ – so haben unsere Eltern uns noch den tagtäglichen Rhythmus des Essens beigebracht. Heute sieht es meist anders aus. Durchaus analog der Verabschiedung von feudalen Strukturen, dem Überlassen königlich-fürstlicher Huldigungen an die Regenbogenpresse sowie der Dominanz eines auch Bettler auffangenden dichtem sozialen Netzes wurden die Eßgewohnheiten demokratisch revolutioniert: Das Frühstück reduziert sich auf einen Kaffee, das Mittagessen bestenfalls auf einen Fast-Food-Bissen und die allgemeine Freude richtet sich auf die nicht mehr bettlergemäß reichliche abendliche warme Mahlzeit im Familienkreis. Ruheloser Schlaf mit prallem Oberbauch sowie eine überaus gründliche Verwertung des abendlichen Festschmauses während der folgenden Nachtstunden sind die eine Folge, wiederholte Kleinst-Zwischenmahlzeiten in Form von „Snacks“ während des Tages die andere. Davon die Folge sind ein immerwährendes Gefühl des nicht-satt-nicht-hungrig –seins, der unregelmäßigen, halb-bewußten Nahrungsaufnahme folgt die ebenso unkontrollierte und halb-bewusste Gewichtszunahme. „Der Magen liebt die Regelmäßigkeit“ – so heißt es in der chinesischen Medizin. Denn der Magen braucht seine Zeit, die aufgenommenen Stoffe zu zersetzen und dann an die Därme weiter zu befördern. Die Verdauung und der Stoffwechsel insgesamt benötigen viel Kraft, viel Energien. Diese stehen abends nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht mehr zur Verfügung. Wohl aber morgens – da kommt es aber darauf an, was man auf den Frühstückstisch stellt.

Im Zeitalter der Globalisierung sind auch die Nahrungsmittel „globalisiert“. In unseren gemäßigten Breiten mit kühlen Wintern quellen gerade in der kalten Jahreszeit unsere Obstkörbe über, gefüllt mit Orangen, Clementinen, Bananen und allen möglichen anderen tropischen und subtropischen Produkten. Sie gelten alle als sehr vitaminhaltig, besonders jetzt benötige der Körper viel Vitamine, um seine Abwehrkräfte gegen Erkältungskrankheiten zu steigern. Alle diese Nahrungsmittel aber sind erfrischend und kühlend, angenehm nur deshalb, weil durch die trockene Heizungsluft in unseren Wohnräumen Haut- und Schleimhäute sehr stark austrocknen. Für die Verdauung jedoch sind diese Früchte in dieser Zeit alles andere als geeignet –die kühlende Wirkung nimmt dem wärmebedürftigen Organismus viel Energie weg, und gerade die „Frostbeulen“ unter uns sollten zumindest versuchen, das frische Obst durch Kochen (auch wenn da ein paar Vitamine zugrunde gehen…) oder durch wärmende Gewürze wie Zimt, Ingwer oder Nelken besser verträglich zu machen. Wie wär´s mit einem Bratapfel?

 

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Forschungsergebnisse zur Akupunktur/TCM:

 

Akupunktur bei Tinnitus

Dänische Forscher behandelten 50 Tinnituspatienten entweder mit manueller Akupunktur (MA), Elektroakupunktur (EA) oder Placebo (PL). Die MA-Gruppe wurde an GB-8 (shuaigu), SJ-17 (yifeng), GB-2 (tinghu), GB-20, Rg20/LG20 (baihui), SJ-3 (zhongzhu) und S36/Ma36 (zusanli) akupunktiert. Die EA-Gruppe erhielt an den gleichen Punkten Elektroakupunktur. Die Behandlung erfolgte sechs Wochen lang einmal wöchentlich. Häufigkeit und Lautstärke des Tinnitus nahmen in der EA-Gruppe signifikant ab, allerdings konnte kein signifikanter Unterschied zu den beiden anderen Gruppe festgestellt werden.

(A randomised, placebo-controlled trial of manual and electrical acupuncture for the treatment of tinnitus, Complement Ther Med, Dezember 2010, 18(6), 249-55)

 

Akupunktur bei Karpaltunnelsyndrom wirksamer als Steroide

In einer taiwanesischen Studie wurden 77 Patienten mit leichtem bis mittlerem idiopathischen Karpaltunnelsyndrom (KTS) vier Wochen lang entweder mit Prednisolon oder zweimal wöchentlich mit Akupunktur behandelt. Der Prozentsatz der Patienten mit Behandlungsmisserfolg, mittlerer Besserung der Symptome und deutlicher Besserung unterschied sich zwischen den beiden Gruppen in signifikantem Maß zugunsten der Akupunktur. Er betrug in der Akupunkturgruppe nach sechs Monaten 10,5 und 2,6 und 86,8 % gegenüber 33,3 und 7,7 und 59 % in der Steroidgruppe und nach 12 Monaten 15,8 und 2,6 und 81,6 % gegenüber 51,3 und 0 und 48,7 % in der Steroidgruppe. Die Akupunkturgruppe verzeichnete außerdem ein Jahr nach Behandlungsende signifikant größere Verbesserungen in Hinblick auf den Global Symptom Score (GSS) sowie auf die distalen motorischen Latenzen und die distalen sensorischen Latenzen.

(A Randomized Clinical Trial of Acupuncture Versus Oral Steroids for Carpal Tunnel Syndrome: A Long-Term Follow-Up, J Pain, Februar 2011, 12(2), 272-79)

Dieses Ergebnis wird auch von einer koreanischen Metastudie gestützt, bei der jedoch nur sechs der ausgewerteten Studien die methodologischen Kriterien erfüllten.

(Acupuncture for Carpal Tunnel Syndrome: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials, J Pain, März 2011, 12(3), 307-14)

 

Anzahl von Nadeln

Spielt die Anzahl der Nadeln bei der Behandlung von Nackenschmerzen eine Rolle?

Italienische Forscher untersuchten, inwieweit sich die Anzahl der bei der Akupunkturbehandlung verwendeten Nadeln auf den analgetischen Effekt auswirkt. Zu diesem Zweck behandelten sie 36 Patienten mit myofaszialem Schmerzsyndrom im Halsbereich entweder mit fünf oder mit elf Nadeln. Die sechs Behandlungen dauerten jeweils 100 Sekunden, und in beiden Gruppen wurden die Nadeln oberflächlich eingesetzt. Nur an den zwei schmerzhaftesten Triggerpunkten wurden sie tief eingesetzt. Mit beiden Behandlungsmethoden wurden gute Behandlungserfolge erzielt, aber es ließen sich keine signifikanten klinischen Unterschiede zwischen ihnen feststellen.

(Neck Pain Treatment With Acupuncture: Does the Number of Needles Matter? Clin J Pain, Nov.-Dez. 2010, 26(9), 807-12)

 

Akupunktur bei Endometrioseschmerzen

Um die Wirkung von Akupunktur bei Endometrioseschmerzen zu untersuchen, behandelten österreichische Forscher 101 Patientinnen entweder fünf Wochen lang zweimal wöchentlich mit Verum-Akupunktur und nach einer Beobachtungsphase von mindestens zwei Menstruationszyklen wieder fünf Wochen lang zweimal wöchentlich mit nicht-spezifischer Akupunktur. Die zweite Gruppe erhielt umgekehrt in der ersten Behandlungsphase nicht-spezifische Akupunktur und in der zweiten Verum-Akupunktur. Bei der ersten Gruppe stellte sich eine signifikante Schmerzlinderung nach den ersten zehn Behandlungen ein, während dies in der zweiten Gruppe erst nach der zweiten Behandlungsphase der Fall war.

(Is acupuncture in addition to conventional medicine effective as pain treatment for endometriosis? A randomised controlled cross-over trial, Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol, November 2010, 153(1), 90-93)

 

Ingwer bei Muskelkater

Einer amerikanischen Studie zufolge lässt sich Muskelkater durch die tägliche Gabe von Ingwer (Zingiberis Rhizoma [Gan Jiang]) gegenüber einem Placebo um 25 % reduzieren.

(Ginger (Zingiber officinale) reduces muscle pain caused by eccentric exercise, J Pain, September 2010, 11(9), 894-903)

 

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Einige Gedanken zum Herbst aus Sicht der „alten Chinesen“:

 

DEN ZYKLUS BEENDEN - DER HERBST

 

Alles Tun, jede Arbeit, jeder Entwicklungsprozess wird nach der alten daoistischen chinesischen Naturphilosophie und somit auch nach der chinesischen Heilkunde als ein zyklischer Vorgang betrachtet. Ein Vorgang, der in Form von 5 Entwicklungsstufen einen Kreis beschreibt, dessen Anfang und Ende ineinander ?übergehen, sich gegenseitig bedingen: Um etwas Neues anfangen zu können, muss man erst einmal das Alte beenden und zu einem Abschluss bringen. Alles auf dieser Welt entspricht diesem Gesetz, unser eigenes Leben, unsere tagtägliche Arbeit, die Jahreszeiten, der Lauf der Gestirne. So spiegelt sich auch der Wandel, die Zyklen der Jahreszeiten im Verhalten der Menschen wider. Das Typische, die Wirktendenz, die das Geschehen im Makrokosmos bedingt, ruft auch bei uns ebensolche Verhaltensmuster, entsprechendes Fühlen und Handeln hervor.Herbst-die Zeit um die Tagundnachtgleiche am 21.September herum- bedeutet, dass das Jahr sich allmählich dem Ende zuneigt. Der Sommer, der Spätsommer sind nun vorbei. Die Tage werden merklich kürzer, die Nächte länger und kühler. Die Blütezeit, die Zeit der mächtigen Entfaltung der Kräfte der Natur ist vorbei. Pflanzen haben mit Hilfe der Energie der Sonne ihre Früchte und Samen ausgebildet, sie neigen sich jetzt wieder der Erde zu, welken, kehren wieder zur Erde zurück. Die Tiere fressen sich reichlichen Vorrat an. Der Mensch bringt die Ernte ein, man konserviert Nahrungsmittel für den Winter, für die Zeit, in der es natürlicherweise keine frischen Nahrungsmittel gibt. Das absolute Yang des Sommers, die am weitesten nach außen entfaltete Aktivität ist beendet. Die Zeit des absoluten Yin, der Winter wird vorbereitet. Die Natur und auch wir stellen uns ein auf eine Zeit der Ruhe und Erholung, der häuslichen Aktivitäten und einer vieles bedeckenden Dunkelheit.Sammeln, Sortieren, Einbringen- diese Begriffe könnten die jetzt anfallenden Tätigkeiten beschreiben. Loslassen können von hektischen Aktivitäten, von der Fülle der Natur, das Nützliche bewahren aber auch weggeben zu können das ist das DAO des Herbstes, der im Zyklus der fünf Wandlungsphasen durch die Phase METALL charakterisiert ist.

Metall kommt aus der Erde, entsteht aus der Erde, es wird mit Hilfe des Feuers gebogen, geformt und gereinigt. Das Metall bringt das Wasser hervor- so ist der Zyklus, die gegenseitige Beeinflussung der Wandlungsphasen untereinander.Formung und Reinigung sind ebenfalls wichtige Begriffe, die helfen können, das Wirkprinzip, den Sinn oder das DAO des Herbstes zu verstehen. Wenn man sich diesem DAO entsprechend verhält, bleibt der Mensch im Einklang mit der Natur und somit von Krankheiten verschont.

„Sich in der Abenddämmerung zu Bett legen, im Morgengrauen beim Hahnenschrei aufstehen, das Qi in Ruhe zu lassen, die übermäßige Aktion des Herbstes zu dämpfen, die Geistesenergie zu bewahren und die Energie der Lungen zu reinigen: wer so handelt, lebt im Einklang mit der Energie des Herbstes; das ist das Dao, um die Herbstenergie zu schützen“. (Huang Di Nei Jing, I 3) Man soll also jetzt seine Energien zurückschrauben. Aktivität ist Yang-Energie, die sich jetzt im Herbst zurückziehen soll, nachdem sie im Sommer das Yin ernährt und geschützt hat, uns ebenso wie den Pflanzen und Tieren geholfen hat, große Reserven anzulegen. So wie sich das Yang im Winter unter dem mächtigen Yin verbergen soll, so sollen auch unsere Aktivitäten darauf abzielen, diesen Rückzug zu fördern, loszulassen und zur Ruhe zu kommen. Den fünf Wandlungsphasen entsprechen in uns fünf Funktionssysteme, die zwar mit auch bei uns gebräuchlichen Organbegriffen benannt werden, aber anders als in der westlichen Heilkunde Funktionen auf der körperlichen, seelischen und geistig-emotionalen Ebene umfassen.  Als charakteristisch für die Wandlungsphase Metall, den Herbst haben wir die Funktionen des Sortierens, des Geben und Nehmen, das Sammeln und zur-Ruhe-kommen kennen gelernt. In uns werden diese Abläufe durch die Lunge repräsentiert. Bei der Atmung wird Sauerstoff der Luft entnommen, für den Organismus unnütze Substanzen werden abgegeben an die Außenwelt, und zwar ohne dass wir diese willentlich beeinflussen können. Aufnehmen und Abgeben, ein Vorgang, den wir bei der Intuition ebenfalls wieder finden.  Die Intuition ist eine wesentlich Fähigkeit, die nach der chinesischen Heilkunde mit der Funktion der Lunge zusammenhängt. Zum anderen bürgt die Lunge aber auch für den Kontakt mit der Außenwelt, sie stellt die Verbindung her zwischen Mikro-und Makrokosmos, zwischen Innenwelt und Außenwelt. Ebenso wie die Haut. Hier ist der Kontakt mit dem Kosmos, hier wird die himmlische Energie aufgenommen und verbindet sich mit der von der Erde kommenden Nahrungsenergie. Himmlisches Qi und das Qi der Erde vereinen sich in der Lunge. Der Stoffwechsel, das Leben wird hier garantiert durch das Zusammenspiel von Yin und Yang. Das alles bedeutet aber auch, dass sich in der Lunge und den mit ihr assoziierten Organen Haut und Darm die Abwehrenergie befinden muss. Wenn diese Wehrenergie (Wei Qi) zu schwach ist, können von hier aus krankmachende Stoffe in den Körper eindringen. Ähnliche Entsprechungen finden wir auch im seelisch-geistigen Bereich. Sortieren und Sammeln, das heißt exakte Unterscheidung und Differenzierung. Zu-sich-selbst-finden, seine eigene Identität und persönlichen Nutzen beachten können, aber auch loslassen und abgeben  können. Kritikloses Akzeptieren des Vorgegebenen, fanatische  Buchgläubigkeit sind ebenso Indizien für eine Fehlfunktion der Wandlungsphase Metall in uns wie Geiz und Habsucht, aber auch wenn das Intuitive, nicht rational Begründbare für uns beim Arbeiten und Denken im Vordergrund stehen. Exaktes Arbeiten, Spaß an geometrischen Figuren, an logisch miteinander verknüpften Zusammenhängen- Menschen mit diesen Charakterzügen haben im Herbst ihre Zeit. Aber der Herbst ist auch die Zeit der Trauer. Das ist die Stimmung, die einen bedrückt, die sich lähmend schwer auf die Brust legt und einem die Luft nimmt. Trauer ?überwältigt, lässt den Kontakt mit der Außenwelt abbrechen. Man zieht sich zurück, die Verbindung zwischen Yin und Yang ist gestört. Wenn dieser Zustand lange anhält, wird das Yin erschöpft und kann auch nicht wieder aufgefüllt werden. Wenn das DAO des Herbstes befolgt wird, ist der Mensch vorbereitet auf mögliche Schädigungen. Er wird den Winter in jeder Hinsicht wohlgenährt und in Ruhe verbringen, um im Frühjahr, noch aus den Reserven zehrend, kraftvoll neue Impulse empfangen und neue Aktivitäten beginnen zu können.

 

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Honigmassage in der Praxis Berlin

Stärken Sie Ihr Immunsystem fu?r den Winter durch Entschlackung, Unterstu?tzung der Immunabwehr, Ausscheidung von Toxinen u?ber die Haut. Das Immunsystem kann auf unterschiedliche Weise in seiner Aktivität gehemmt werden, unter anderem durch die Vielzahl an Giften mit denen wir täglich in Beru?hrung kommen . Irgendwann ist der Körper nicht mehr in der Lage diese Menge an verschiedenen Giften auszuscheiden und lagert sie in dieser "Notsituation" im Binde-, Muskel- und Fettgewebe ab. Neben den Folgen der dauernden Belastung fu?r das Immunsystem beeinträchtigen diese Schlacken dann häufig auch das Muskel- und Bindegewebe, was u.a. zu Ru?ckenschmerzen, Rheuma, Arthrose, Orangenhaut (Cellulite), Infektanfälligkeit fu?hren kann.

Ziel der Honigmassage ist die Wiederherstellung der urspru?nglichen Entgiftungsfähigkeit des Körpers. Zur Massage wird naturbelassener Honig auf dem gesamten Ru?cken verteilt, durch eine Art "Pumpbewegung" der Hände des Masseurs und die klebrige Konsistenz des Honig entsteht ein Sogeffekt der weit in die Gewebsschichten hineinreicht. Durch diesen Sog werden Schlacken aus den tieferen Schichten an die Oberfläche befördert und gleichzeitig Verklebungen zwischen den Gewebsschichten gelöst. Schlackeansammlungen treten in Form eigenartiger, gummiartiger Ausscheidungen an die Hautoberfläche. Die Dauer einer Entgiftungsmassage mit zwei bis drei Durchgängen beträgt etwa eine Stunde. Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge reicht es, ein- bis zweimal pro Monat eine Honigmassage durchzufu?hren. Info direkt bei M.Binting, Tuina-Therapeut: 0179-9038074

 

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Markplatz der TCM-Praxis A.Noll

Immer wieder erlebe ich, dass Patienten in meiner Sprechstunde wunderbare Ideen, Visionen und Pläne haben, zu deren Realisierung einfach „nur“ die entsprechenden Partner fehlen – für Knowhow oder andere Ressourcen. Daher die Idee, hier im Rahmen dieses Newsletters die Möglichkeit für einen Austausch zu bieten- was das Gemeinsame bei den meisten meiner Patienten – und in diesem Fall „Suchenden“ ist, dass sie begeistert sind für die Sicht- und Behandlungsweise der „alten Chinesen“. Das könnte eine Basis für eine gute Zusammenarbeit und erfolgreiche Projekte sein.

Also: dieser „Marktplatz der Ideen“ läuft zunächst anonym über mich, ich stelle dann die Verbindung zwischen Angebot/Nachfrage her. Text wird hier veröffentlicht, mit meiner Email-Adresse als Kontakt...mal sehen....

 

Netzwerk TCM fertil ®

Seit einem Monat gibt es in Süddeutschland ein Netzwerk zur Behandlung von Kinderwunsch-Patienten mit TCM. Die Behandlung erfolgt durch regionale, nachgewiesen qualifizierte TCM-Therapeuten nach Erstgespräch/Diagnosestellung und Therapieplanung durch mich in München. Alle 4 Wochen wird dann in München die Behandlungsplanung aktualisiert. Bisher ist vor allem die Region Franken gut mit Therapeuten „versorgt“....siehe auch www.tcm-fertil.de

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Frau Veronika Hasslauer ist seit 1.9. 2011 als wissenschaftliche Mitarbeiterin für mich tätig. Sie unterstützt mich bei Recherchen/Forschungsprojekten wie z.B. Diabetes/TCM und Hashimoto-Thyreoiditis/TCM.

 

Vorträge:

4.-6.11.2011, Chengdu, Diabetes-Kongress

13.11.2011, München, Der ältere Patient aus Sicht der Chinesischen Medizin

19.11.2011, Dresden, Umweltgifte in der TCM; Zungendiagnose 1+2

 

Publikationen:

„Die Wandlungsphase Erde in der Traditionellen Chinesischen Medizin“ aus der Reihe der 5-Wandlungsphasen-Bücher von Lorenzen/Noll, vollständig neu überarbeitete und umfangreichere Ausgabe; Verlag Müller & Steinicke, München

 

Dezember 2011

Mit diesem Newsletter in der Vorweihnachtszeit möchte ich Ihnen, wenn immer es geht, ruhige und friedliche Tage wünschen. Vor allem wünsche ich Ihnen, daß Sie in Harmonie und Gesundheit ins neue Jahr starten. Zum Leben gehört der ständige Wechsel zwischen Yin und Yang, so sagen es die „alten Chinesen“. Das heißt, daß auch unser Wohlbefinden ständigen Schwankungen unterworfen sein kann, aber letztlich alles wieder „ins Lot“ kommen sollte....Es ist eine banale, allseits bekannte Weisheit: Gesundheit ist das höchste Gut!

 

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Festtagsmenü:

Hier ein Link von Barbara Temelie (5-Elemente-Kochbücher) für ein schönes Rezept:

http://iscrmpublic.infosense.de/Mandant/Mandant2253/_images/nl3_Fondue_Chinoise_Barbara_Temelie.pdf

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Infektneigung

Viele  pflanzliche Mittel können Ihnen bei Erkältungskrankheiten und Infektanfälligkeit sicherlich helfen, das Immunsystem bei seiner Arbeit zu unterstützen – wie Echinacea, Propolis oder Cistus-Extrakt. Dennoch bleibt der wichtigste, wenn auch leider manchmal schwer umsetzbare, Grundsatz für ein starkes Immunsystem immer noch eine gesunde Lebensführung. Das heißt vor allem Vermeidung von Stress, gesunder Schlaf, eine ausgewogene, abwechslungsreiche und der Jahreszeit angepasste Ernährung, maßvoller (!) Sport und ein glückliches Privatleben. Das ist für das Immunsystem besser als jeder Pille!

Aber es geht anscheinend auch anders: So zeigte eine Studie an Marathonläufern, die der Münchner Sportmediziner Dr. Johannes Scherr durchführte, ein interessantes Ergebnis. Die Läufer, die wegen der körperlichen Überbelastung oft ein anfälliges Immunsystem haben, tranken drei Wochen lang täglich 1,5 Liter Weißbier. Die Infektanfälligkeit konnte so deutlich reduziert werden. Leider: Es handelte sich um alkoholfreies Weißbier...

 

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Ein kleiner Check – ist Ihre Leber dem möglichen Weihnachtsstress gewachsen?

Leiden Sie unter:

·      Akne, Hautunreinheiten, Nesselsucht oder juckende Haut?

·      PMS, Menstruations-oder Wechseljahresbeschwerden

·      Wärmegefühl am Oberkörper, vor allem heißes Gesicht oder heiße Augen?

·      Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit, besonders nach dem Essen fetthaltiger Lebensmittel?

·      Schwierigkeiten bei der Fettverdauung?

·      Schwachen Sehnen, Bändern oder Muskeln?

·      Kopfschmerzen an den Schläfen oder am Scheitel?

·      Appetitlosigkeit bei Stress? Latente Übelkeit?

·      Wachen Sie nachts in der Zeit von 01.00 Uhr bis 03.00 Uhr immer wieder auf?

·      Nackenverspannungen?

·      Problemen vor allem am Wochenende oder in Langeweile-Phasen?

·      (unmotivierten) Wutausbrüchen? Verspüren Sie oft Gereiztheit oder Wut?

·      Depressionen, vor allem ein dauerndes Frustrationsgefühl?

 

Dann ist es sehr gut möglich, daß Ihre Leber etwas überstrapaziert ist. Aus Sicht der TCM reguliert die Leber vor allem das Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung, und besonders in Druck-Situationen kommt es dann zu Beschwerden.

Was Sie selber tun können, um die Leber zu entlasten: Spaziergänge, Joggen, Walken oder Radeln – mindestens 30-60 Minuten; leicht verdauliche Kost ohne viel Fett und vor allem kleine Portionen; und Prioritäten setzen- was ist eigentlich wichtig für Sie?

 

Forschungsergebnisse zur Akupunktur/TCM

 

Magnolienblütenpulver (Xinyi san) lindert Symptome von allergischer Rhinitis

Taiwanesische Forscher behandelten 108 Patienten mit allergischer Rhinitis drei Monate lang entweder mit Magnolienblütenpulver (Xinyi san) oder mit einem Placebo. Dabei zeigte sich, dass Magnolienblütenpulver (Xinyi san) die nasalen Symptome wie Niesen, Rhinorrhoe und verstopfte Nase linderte, indem es den nasalen Luftflusswiderstand reduzierte und die Nasenlöcher weitete. Außerdem beobachteten sie in vitro verschiedene immunmodulatorische Effekte, unter anderem eine Senkung der Serum-IgE-Konzentration und eine erhöhte Produktion der Zytokine IL-10, sICAM-1 und IL-8.

(Traditional Chinese medicine, Xin-yi-san, reduces nasal symptoms of patients with perennial allergic rhinitis by its diverse immunomodulatory effects, Int Immunopharmacol, August 2010, 10(8), 951-58)

 

TCM stützt Immunsystem während Chemotherapie

Im Zuge einer englischen Studie wurden Frauen mit Eierstockkrebs während der Chemotherapie entweder mit TCM oder mit Placebo behandelt. Nach drei Chemotherapiezyklen verzeichnete die TCM-Gruppe weniger Neutropenie (Verminderung der neutrophilen Granulozyten). In der TCM-Gruppe hatten 0 % Neutropenie vierten Grades, während es in der Placebo-Gruppe 28,6 % waren. Außerdem gingen in der TCM-Gruppe Lymphozytenwerte und Zytokinaktivität weniger zurück als in der Kontrollgruppe. Die Lebensqualität der Patienten wurde durch TCM nicht verbessert.

(The use of Chinese herbal medicine to improve quality of life in women undergoing chemotherapy for ovarian cancer: a double-blind placebo-controlled randomized trial with immunological monitoring, Ann Oncol, 25. Februar 2011)

 

Pflanzliche chinesische Arzneimittel in der Krebstherapie

Chinesische Wissenschaftler haben präklinische und klinische Studien ausgewertet, die gezeigt haben, dass pflanzliche chinesische Arzneimittel das Tumorwachstum hemmen, die Wirksamkeit von Chemo- und Strahlentherapie steigern, das Immunsystem stützen und die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie lindern können. Gerade in Verbindung mit letzterer Funktion können pflanzliche chinesische Mittel Müdigkeit und Schmerzen reduzieren, sich positiv auf Infektionen der Atemwege und Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt auswirken, die Leberfunktion stützen und die Symptome von Kachexie lindern.

(Chinese herbal medicines as adjuvant treatment during chemo- or radio-therapy for cancer, Biosci Trends, Dezember 2010, 4(6), 297-307)

 

Taiji gegen Depressionen bei älteren Menschen

120 Personen in einem Alter von über 60 Jahren, die an schweren Depressionen litten, wurden vier Wochen lang mit dem Antidepressivum Escitalopram (Cipralex) behandelt. Von diesen Patienten wurden 73, deren Zustand sich nur partiell gebessert hatte, weiterhin medikamentös behandelt und zehn Wochen lang zwei Stunden wöchentlich entweder einer Taijiklasse oder einer Gesundheitserziehungsklasse zugeteilt. Von den Taiji-Teilnehmern erzielten 94 % unter 10 liegende Depressionswerte auf der Hamilton Rating Scale (ein Wert über 10 wird als Depression diagnostiziert) und bei 65 % kam es zu einer Remission (ein Wert unter 6). Im Vergleich dazu kam es bei den Patienten, die an der Gesundheitserziehung teilgenommen hatten, bei 77 % zu einem Wert unter 10 und bei 51 % zu einer Remission. Außerdem kam es in der Taiji-Gruppe zu Verbesserungen in Lebensqualität, Erinnerungsvermögen und Kognition sowie grundsätzlicher Energie.

(Complementary Use of Tai Chi Chih Augments Escitalopram Treatment of Geriatric Depression: A Randomized Controlled Trial, Am J Geriatr Psychiatry, 27. September 2011)

 

Taiji und grüner Tee wirken sich positiv auf die Knochendichte von Frauen aus

Im Zug einer amerikanischen Studie wurden 171 postmenopausale Frauen mit Osteopenie (mangelnde Knochendichte) in vier Behandlungsgruppen unterteilt: Placebopille ohne Taiji; Grüntee-Polyphenole (GTP, 500mg/Tag) ohne Taiji; Placebopille plus Taiji (dreimal wöchentlich); GTP und Taiji. Der Behandlungszeitraum betrug sechs Monate. Wie sich zeigte, verbesserten die Einnahme von GTP (vergleichbar mit dem täglichen Konsum von vier bis sechs Tassen grünem Tee) und Taiji die Knochenwerte unabhängig voneinander. Beides reduzierte außerdem die biologischen Werte für oxidativen Stress, was auf eine entzündungshemmende Wirkung hindeutet.

(Effect of green tea polyphenols and Tai Chi exercise on bone health in postmenopausal women with low bone mass: a 24-week placebo-controlled randomized trial, FASEB Journal, 2011, 25,:594.3)

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Ein interessanter Video-Vortrag über TCM/westliche Medizin:

http://www.tele-akademie.de/begleit/video_ta111002.php

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Vorträge

TCM-Kongress Rothenburg o.d.T. Mai 2012: Thementagsleitung Infertilität/Kinderwunsch/TCM, siehe www.tcm-kongress.de

Daoismus-Kongress 2012 am Ammersee, 6.-12.Juni

 

Publikationen:

„Die Organuhr- Gesund im Einklang mit unseren natürlichen Rhythmen“ Herbst 2012

(Ein Gemeinschaftswerk von Dagmar Hemm und Andreas Noll), bei GU

 

Januar 2012-

Das chinesische Frühlingsfest ist das wichtigste Fest der Chinesen. Das neue Frühlingsfest steht schon vor der Tür und der erste Tag des Festes ist der 23. Jan. 2012. Das ?kommende chinesische Jahr heißt „das Jahr des Drachen“. Es löst das überaus lebendige, für gute und schlechte Überraschungen gute Hasenjahr ab. Das Drachenjahr könnte optimistisch stimmen- ist der Drache doch in China ein mächtiges, himmlisches und durchaus gutmütiges Fabeltier. Anders als bei uns, wenn Sie sich an die Siegfriedsage erinnern. 2012 begünstigt kraftvolle, große Veränderungen! Es ist gut, dass der Drache als Feuer-Tier in diesem Jahr noch mit der Wandlungsphase (Element) Wasser kombiniert ist – so werden allzu explosive Tendenzen des Drachen gemildert!

Ich wünsche Ihnen allen ein gutes, glückliches und vor allem gesundes neues Jahr!

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Ein Kinofilm über Richard Wilhelm und das Yi Jing

Als junger Missionar kam Richard Wilhelm 1899 nach China, begann jedoch bald mit einer «Mission» in umgekehrter Richtung. Er taufte keinen einzigen Chinesen – stattdessen bemühte er sich um ein Verständnis chinesischen Denkens. Damals wurde China von Kolonialmächten ausgeblutet. Richard Wilhelm erlebte dort Revolten gegen Ausländer, das Ende der Kaiser-Dynastien und den ersten Weltkrieg. In diesen Zeiten turbulenter Umbrüche war er unermüdlich auf der Suche nach der tiefsten Wahrheit, die den Menschen hilft, mit dem Wandel umzugehen und befähigt, das eigene Leben zu gestalten. Richard Wilhelm vollbrachte eine der grössten Übersetzungs-Leistungen des 20. Jahrhunderts: KONFUZIUS, LAOTSE, die wichtigsten Texte des Daoismus und vor allem das I GING, DAS BUCH DER WANDLUNGEN. Das Buch diente vielen Lesern im Westen als Inspiration. Wilhelm ist bis heute einer der bedeutendsten Vermittler chinesischer Kultur in Europa.

Der Film erzählt aus der heutigen Perspektive der Enkelin die Stationen von Richard Wilhelms ereignisreichem Leben in einer Zeit dramatischer Wandlungen. Und er vermittelt die zutiefst humane, zeitlose chinesische Weisheit des I Ging, die auch in unserer Zeit der Umbrüche Orientierung geben kann.

 

http://www.wandlungen-i-ging-der-film.com/

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Hier finden Sie Videos aus vielen Bereichen der chinesischen Medizin in Ost und West:

http://akupunktur-aktuell.us2.list-manage2.com/track/click?u=91f3dbde2c8ceaa8a2779cd4c&id=5cfb096631&e=22b13621fb

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Ein kleiner Check – ist Ihre Milz überlastet?

Leiden Sie unter:

·      schweren, geschwollenen Beinen, besonders im Sommer oder nach langem Sitzen?

·      unreiner Haut?

·      Völlegefühl im Bauch?

·      Neigung zu Durchfall oder sehr breiigen Stühlen?

·      Schwierigkeiten bei der Verdauung von Rohkost?

·      schwachem Bindegewebe?

·      benebeltem Gefühl im Kopf?

·      Konzentrationsstörungen?

·      häufigen Pilzinfektionen? Zysten?

·      kalten Extremitäten?

·      zu vielen Gedanken im Kopf?

·      zu vielen Sorgen um andere Menschen?

·      erhöhtem Blutzucker?

 

Dann ist es sehr gut möglich, daß Ihre Milz etwas überstrapaziert ist. Aus Sicht der TCM reguliert die Milz vor allem die Aufnahme und Verarbeitung von Energien. Alles, was der Körper verdauen und verstoffwechseln muss, kann die Milz belasten. 

Was Sie selber tun können, um die Milz zu entlasten: leichte Kost – sowohl was das Essen als auch die geistige Nahrung betrifft. Keine Rohkost, kein Müsli, wenig Fett...und beim Lernen auch mal Pausen einlegen. Versuchen Sie den Kopf frei zu bekommen!

Ein Tip: Ab März könnten Sie an eine Entschlackungskur denken: Fasten mit Gemüsebrühen, chinesische Heilkräuter oder einfach nur einige Wochen auf tierisches Eiweiß verzichten (Fleisch, Fisch, Milchprodukte).

 

Forschungsergebnisse zur Akupunktur/TCM:

 

Positive Wirkung von Zimt bei Metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes

Einer amerikanischen Studie zufolge ist Zimt (Cinnamoni Cortex [Rou gui]) bei der Vorbeugung gegen zahlreiche Krankheiten wirksam, darunter besonders gegen Metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes. Es wirkt gegen Insulinresistenz, erhöhte Glukose- und Lipidwerte, Entzündungen, abnehmende antioxidante Aktivität, Gewichtszunahme und erhöhte Glykation von Proteinen.

(Cinnamon: potential role in the prevention of insulin resistance, metabolic syndrome, and type 2 diabetes, J Diabetes Sci Technol, 1. Mai 2010, 4(3), 685-93)

 

Taiji bei Fibromyalgie besser als Dehnen

Amerikanische Wissenschaftler ließen 66 Patienten mit Fibromyalgie 12 Wochen lang entweder zweimal wöchentlich jeweils eine Stunde lang Taiji üben oder Dehnübungen machen. Die 33 Patienten der Taiji-Gruppe berichteten von signifikant stärkeren Verbesserungen ihrer Fibromyalgiesymptome und der Lebensqualität als die Kontrollgruppe.

(A randomized trial of tai chi for fibromyalgia, N Engl J Med, 19. August 2010, 363(8), 743-54)

 

Qigong bei Tinnitus

Im Zug einer deutschen Studie übten 80 Tinnitus-Patienten in einem Zeitraum von fünf Wochen zweimal wöchentlich Qigong oder kamen auf eine Warteliste. Grundsätzlich ließ in der Qigong-Gruppe die Tinnitusintensität gegenüber der Kontrollgruppe nach. Deutlicher waren die Verbesserungen in einer Untergruppe von Patienten mit somatosensorischem Tinnitus (Tinnitus infolge von muskulärer Überbeanspruchung). Hier kam es im Vergleich mit der Kontrollgruppe zu in hohem Maß signifikanten Verbesserungen.

(Qigong for the treatment of tinnitus: a prospective randomized controlled study, J Psychosom Res, September 2010, 69(3), 299-304)(s. Artikel zur Qigong-Forschung von Kiesewetter, Reuther in diesem Heft)

 

Taiji lindert Arthroseschmerzen

An der bisher größten Studie des Taiji-Projekts der amerikanischen Arthritis Foundation nahmen 332 Personen teil. Dabei zeigte sich bei den Teilnehmern, die 12 Taiji-Sequenzen im Sun-Stil erlernten, Verbesserungen bei Schmerzen, Müdigkeit, Steifheit und allgemeinem Wohlbefinden.

(Evaluation of Tai Chi Course Effectiveness for People with Arthritis, 2010 Annual Scientific Meeting of the American College of Rheumatology, Abstract 690)

 

Taiji bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Eine amerikanische Pilotstudie verglich bei Patienten mit COPD die Wirkung der Standardbehandlung mit der Wirkung der Standardbehandlung in Verbindung mit Taiji. Die Taijigruppe übte zweimal wöchentlich jeweils eine Stunde. Nach 12 Wochen zeigte sich bei der Taiji-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Verbesserung der respiratorischen Werte (1,4 bzw. -0,1). Außerdem kam es bei der Taiji-Gruppe zu nicht signifikanten Verbesserungen bei der in sechs Minuten zu Fuß zurückgelegte Entfernung, Depressionen und Atemnot.

(Tai chi exercise for patients with chronic obstructive pulmonary disease: a pilot study, Respire Care, November 2010, 55(11), 1475-82)

 

Qigong bei Nackenschmerzen

Eine deutsche Studie verglich die Wirkung von Qigong und Bewegungstherapie bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen. 120 Patienten wurden in eine Qigong-, eine Bewegungs- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Nach sechs Monaten mit insgesamt 18 Sitzungen zeigte sich bei der Qigong-Gruppe und bei der Bewegungsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Verbesserung bei Nackenschmerzen, Einschränkung der Bewegungsfreiheit und Lebensqualität.

(Qigong versus Exercise versus no Therapy for Patients with Chronic Neck Pain – a Randomized Controlled Trial, Spine, 2011, 36(6), 419-27)

 

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Eine Liste von Kräutern/Substanzen, bei denen Sie vorsichtig sein sollten

Eisenhut/Aconit
(Eisenhut-Wurzel, Knolle Aconiti, Aconitum, radix Aconiti) Entzündungen, Gelenkschmerzen, Wunden, Gicht.

Toxizität: Übelkeit, Erbrechen, niedriger Blutdruck, Atemlähmung, Herz-Rhythmus-Störungen, Tod.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Unsicher! Aconitum ist die häufigste Ursache für schwere Vergiftungen durch Kräuter in Hong Kong.


Bitterorange
(Bitterorange, aurantii fructus, Citrus aurantium, zhi shi) Gewichtsverlust, verstopfte Nase, Allergien.

Toxizität: Ohnmacht, Herz-Rhythmus-Störungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Tod.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Möglicherweise unsicher. Enthält Synephrin, das ähnlich wie Ephedrin ist, von der FDA im Jahr 2004 verboten. Risiken höher sein könnten, wenn sie mit Kräutern, die Koffein enthalten genommen.


Kreosotostrauch
(Kreosotstrauch, Kreosotbusch, Chaparral, Larrea divaricata, larreastat) bei Erkältungen, Gewichtsverlust, Infektionen, Entzündungen, Krebs, Entgiftung.

Toxizität: Leberschäden, Nieren-Probleme.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Wahrscheinlich unsicher. Die FDA rät von der Einnahme ab.


Kolloidales Silber
(Ionisches Silber, gediegen Silber, Silber in Suspensionsmittel) bei Pilz-und andere Infektionen, Lyme-Borreliose, Rosazea, Psoriasis, Lebensmittelvergiftung, chronische Müdigkeit, HIV / AIDS.

Toxizität: Bläuliche Haut-, Schleimhaut Verfärbung, neurologische Erkrankungen, Nierenschäden.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Wahrscheinlich unsicher. Die FDA riet der Verbraucher über die Gefahr der Verfärbung auf 6 Oktober 2009.

 

Huflattich
(Huflattich-Blätter, Huflattich, farfarae folium Blatt, foalswort) bei Husten, Halsschmerzen, Kehlkopfentzündung, Bronchitis, Asthma.

Toxizität: Leberschäden, Krebs.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Wahrscheinlich unsicher.


Beinwell
(Beinwell, blackwort, gemeinsame Beinwell, rutschig root) bei Husten, schwere Monatsblutungen, Schmerzen in der Brust, Krebs.

Toxizität: Leberschäden, Krebs.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Wahrscheinlich unsicher. Die FDA riet den Herstellern Beinwell Produkte vom Markt zu nehmen im Juli 2001.


Sandmalve
(Sandmalve, heartleaf, Sida cordifolia, seidige weißen Malve) bei verstopfter Nase, Allergien, Asthma, Gewichtsverlust, Bronchitis.

Toxizität: Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Tod.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Wahrscheinlich unsicher. Mögliche Gefahren, Ephedrinalkaloide wurden von der FDA im Jahr 2004 verboten.

 

Germanium
(GE, GE-132, Germanium-132) bei Schmerzen, Infektionen, Glaukom-, Leber-Problemen, Arthritis, Osteoporose, Herzkrankheiten, HIV / AIDS, Krebs.

Toxizität: Nierenschäden, Tod.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Wahrscheinlich unsicher. Die FDA warnte im Jahr 1993, dass es zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen kommen kann.


Schöllkraut
(Schöllkraut, Schöllkraut, chelidonii herba, Schöllkraut) bei Magenverstimmung, Reizdarm, Leber, Entgiftung, Krebs.

Toxizität: Leberschäden.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Möglicherweise unsicher.


Kava Kava
(Piper methysticum) bei Angstzuständen 

Toxizität: Leberschäden.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Möglicherweise unsicher. Die FDA hat eine Warnung an die Verbraucher März 2002. Verboten in Deutschland, Kanada und der Schweiz.


Lobelie

(Lobelie, Asthma Unkraut, Lobelia inflata, pukeweed, Erbrochenes Würze) bei Husten, Bronchitis, Asthma, Raucherentwöhnung (möglicherweise unwirksam).

Toxizität: Überdosierung kann zu schnellen Herzschlag, sehr niedrigem Blutdruck, Koma, möglicherweise den Tod führen.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Wahrscheinlich unsicher. Die FDA warnte im Jahr 1993, dass es zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen gekommen war.


Yohimbe
(Yohimbin, Corynanthe yohimbi, Corynanthe johimbi) bei Erektionsstörungen, Aphrodisiakum, Brustschmerzen, diabetischen Komplikationen, Depressionen, erektiler Dysfunktion

Toxizität: Übliche Dosis kann zu hohem Blutdruck, Herzrasen, hohe Dosierung kann zu sehr niedrigem Blutdruck, Herzproblemen, zum Tod führen.

Einschätzung der Gesundheitsbehörde der USA: Möglicherweise unsicher für den Einsatz ohne ärztliche Aufsicht, weil sie einen verschreibungspflichtigen Bestandteil enthält, Yohimbin. Die FDA warnte im Jahr 1993, dass Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen untersucht wurden.

 

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Vorträge

TCM-Kongress Rothenburg o.d.T. Mai 2012: Thementagsleitung Infertilität/Kinderwunsch/TCM, siehe www.tcm-kongress.de

Daoismus-Kongress 2012 am Ammersee, 6.-12.Juni

Publikationen:

„Die Organuhr- Gesund im Einklang mit unseren natürlichen Rhythmen“ Herbst 2012

(Ein Gemeinschaftswerk von Dagmar Hemm und Andreas Noll), bei GU

 

Februar 2012

Liebe Patientinnen und Patienten!

Der Winter hält uns alle fest im Griff. Wer sich von Ihnen schon etwas mehr mit der chinesischen Philosophie und Weltsicht beschäftigt hat, der wird schon wissen, dass aus dieser Sicht der Winter zur Wandlungsphase Wasser gehört, innerhalb des Menschen sind damit die grundlegenden Funktionen des Lebens verknüpft, also alles Feste, sich wenig Verändernde. Stichworte dazu:  die Organe Niere und Blase, die Knochen, das „Rückgrat“ in körperlicher und seelisch-geistiger Hinsicht, aber auch das Nervensystem und die Fortpflanzungsfähigkeit. Diese Stabilität und feste Struktur können wir auch jetzt in der Natur beobachten: Pflanzen- und Tierwelt haben sich auf das Essentielle zurück gezogen, es ist eine Ruhephase, in der sich aber alles auf den kommenden Frühling und dessen stürmisches Wachstum vorbereitet. Die Natur ist quasi „in den Startlöchern“, die Sonne steht schon etwas höher und wenn es etwas wärmer wird, werden die Frühblüher die einen unter uns erfreuen, die anderen plagen...In einigen Tagen ist Fasching, und danach beginnt die Fastenzeit- eine Gelegenheit für unseren Organismus, den Ballast der letzten, eher trägen und vielleicht ein wenig gefrässigen Monate abzuwerfen – auch dies in körperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht. Überflüssiges Loswerden – das muß sich nicht immer nur auf die „Pfunde“ beziehen. Vielleicht halten Sie Ihren Kopf ein wenig frei: Email- und internetfreie Zeiten und stattdessen die Frühlingsluft schnuppern? Im nächsten Newsletter Anfang März noch mehr Tipps zum Entschlacken....

 

 

Igel-Leistungen

Sie haben wahrscheinlich schon von Ihrem Hausarzt Leistungen angeboten bekommen, die Sie sonst nicht von ihm gewohnt waren und die Sie selber zahlen müssen. Ein inzwischen wichtiger wirtschaftlicher Faktor für viele Kassenarzt-Praxen. Viele dieser „Igel“-Leistungen sind schulmedizinischer, etliche aber auch naturheilkundlicher Art. Die schulmedizinischen Leistungen sind nicht selten fragwürdig, was die Nebenwirkungen, Konsequenzen und Nutzen betrifft. Unter www.igel-monitor.de finden Sie entsprechende (schulmedizinische) Beurteilungen. Eine andere Sache sind die naturheilkundlichen Angebote. Diese sind häufig als Methode vergleichbar mit dem, was Sie aus einer Heilpraktikerpraxis kennen. Da wird dann Akupunktur angeboten- aber Sie wissen, dass die Akupunktur nicht nur das Stechen irgendwelcher Punkte betrifft, sondern eine genaue Diagnose und Behandlungsstrategie beinhaltet. Sie bekommen bei einem klassisch arbeitenden Akupunkteur Ratschläge für Lebensweise, Ernährung, Bewegung und Stressmanagement. Nadeln stechen kann jeder- aber die klassische Akupunktur ist eine Heilkunst, die jahre- und lebenslanges Lernen voraussetzt! So ist es bei vielen naturheilkundlichen Methoden, die Ihnen als Igel-Leistungen angeboten werden: Sie bekommen meist nur eine mehr oder weniger teure Verpackung, aber keinen Inhalt! Schauen Sie genau hin...

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Zusatzversicherung: Keine Empfehlung mehr!

Wenn Sie mich in der Vergangenheit nach einer guten Empfehlung für eine Heilpraktiker-Zusatzversicherung gefragt haben, so habe ich gerne voller Überzeugung auf einen bestimmten Anbieter verweisen. Diese Empfehlung nehme ich nun ausdrücklich zurück. Diese Versicherung hat sich in letzter Zeit durch ein sehr restriktives Erstattungsverhalten unrühmlich bekannt gemacht! Bitte teilen Sie mir doch mit, wenn Sie besondere Erstattungsprobleme bei Ihrer Privatversicherung haben!

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Veganern fehlen wichtige Stoffe zum Schutz der Gefäße

Veganer haben ein erhöhtes Risiko für verstopfte Gefäße. Sie entwickeln schneller kleine Blutgerinnsel und Atherosklerose. In der Folge verhärten die Wände ihrer Adern schneller und damit sind sie anfälliger fu?r Herzinfarkt und Schlaganfall. Zu diesem Ergebnis kommt der chinesische Wissenschaftler Duo Li von der Zhejiang Universität in einer Übersichtsarbeit, die im Fachmagazin Journal 01 Agricultural and Food Chemistry (online) erschienen ist. Diese Daten sind überraschend, denn fleischlose Kost gilt als Schutz vor Atherosklerose und Herzkreislaufleiden. Fu?r Vegetarier trifft dies auch zu, aber offenbar nicht für Veganer, die nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auf alle tierischen Erzeugnisse verzichten und daher auch keine Ei- und Milchprodukte und keinen Honig zu sich nehmen. Wenn wichtige Substanzen wie Eisen, Zink, Vitamin B 12 und Omega-3-Fettsäuren nicht von außen zugeführt werden, sind Veganer damit nicht ausreichend versorgt. Vitamin B 12 ist natürlicherweise besonders in Meeresfrüchten, Milch und  Eiern enthalten, Omega-3-Fettsäurenfinden sich vor allem in Fischen und Ölen. Wird der Mangel nicht ausgeglichen, steigt der Homocystein-Spiegel und die Konzentration des HOL-Cholesterins, das die Arterien schützt, nimmt ab. Beide Veränderungen erhöhen das Risiko fu?r Gefäßerkrankungen. Während fleischarm oder fleischlos leben der Gesundheit meist förderlich ist, kann der totale Verzicht auf tierische Produkte gefährlich werden.

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Weniger Gelenkschmerzen: Heilfasten zeigt Wirkungen

Gelenkschmerzen können laut einer Studie des Universitätsklinikums Jena durch Heilfasten stark verringert werden. An der Untersuchung hatten 36 Arthrosepatienten teilgenommen, wie eine Sprecherin des Klinikums mitteilte. "Bei allen Patienten gingen während des Heilfastens die Schmerzen deutlich zuru?ck, und die anfänglich eingeschränkte Gelenkfunktion hat sich signifikant verbessert, auch durch den positiven Nebeneffekt der Gewichtsabnahme", sagte die Leiterin des Kompetenzzentrums Naturheilverfahren der Universitätsklinik, Christine Uhlemann. Schon nach 15 Tagen ärztlich kontrolliertem Saft-Fasten seien die Schmerzen in den Gelenken stark zurückgegangen. Der Effekt habe auch drei Monate nachder Fastenkur angehalten. Mit Hilfe des Heilfastens könnten Arthrosepatienten demnach ihre Schmerz Medikamente verringern oder gar ganz darauf verzichten, hieß es. Die Untersuchung wurde in Kooperation mit der Klinik fu?r Naturheilverfahren des Berliner Uniklinikums Charite erstellt. Besonders der Konsum von tierischen Produkten begünstige die Entstehung und Verstärkung von Entzündungen, wie sie bei Rheuma und Arthrose in den Gelenken vorhanden seien, erklärte Uhlemann. Viele Patienten würden nach der Kur eine veränderte Ernährung beibehalten, etwa mit wenig tierischen Produkten und kleineren Portionen. "Dadurch lassen sich auch auf längere Sicht Verschleißprozesse beeinflussen, so dass die Medikamentengabe verringert werden kann", sagte Uhlemann.Das Fasten sollte aber nur unter therapeutischer Kontrolle erfolgen, da es eine Belastung für den Körper darstelle.

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Akupunktur für Bedürftige in München und Berlin

Gerade die Akupunktur ist eine sehr effektive und eigentlich preisgünstige Behandlungsmethode- daher findet sie auch in den armen Ländern viele Anhänger. Bei uns muss sie hingegen auch den wirtschaftlichen Kriterien einer Privatpraxis genügen- als Kassenleistung ist sie wegen des nötigen zeitlichen Aufwands kaum nach den Regeln der Heil-Kunst anzubieten.

Ausserhalb dieses Rahmens haben wir aber die Möglichkeit geschaffen, dass auch bedürftige Menschen, die z.B. von ALG II leben müssen, diese Heilmethoden nutzen können. In München ist dies die Akupunktur-Sprechstunde, die ich zusammen mit mittlerweile über 10 anderen KollegInnen bei den Maltesern in der Streitfeldstr.1 anbiete. In Berlin gibt es die TCM-Sozialsprechstunde bei der Caritas, in der Großen Hamburger Str. 18, initiiert und angeboten vom Zentrum für TCM von Dr. Achim Kürten.

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Ein kleiner Check – ist Ihre Lunge überlastet?

Leiden Sie unter:

·      Luftnot, wenn Sie in einem Altbau mehr als 3 Etagen die Treppen hoch laufen müssen?

·      Infektanfälligkeit?

·      Schlecht heilenden Wunden, trockener Haut oder Ekzemen?

·      Husten? Asthma? Heuschnupfen?

·      Verstopfter Nase? Vereiterten Nasennebenhöhlen?

·      Trennungsprobleme oder auch Bindungsproblemen? Festhalten oder Loslassen?

·      Traurigen Gedanken?

 

Dann ist es sehr gut möglich, daß Ihre Lunge etwas überstrapaziert ist. Aus Sicht der TCM reguliert die Lunge vor allem die Aufnahme der Energie Qi aus der Luft. Unsere Kraft und Fähigkeit, sich mit der Umwelt auseinander zu setzen (Immunsystem) hängt von ihrer Funktion ab. Aber auch das Lebensprinzip „Festhalten-Loslassen“ – daher auch die besondere Beziehung der Lunge zur Trauer.

Was Sie selber tun können, um die Lunge zu stärken: Musik, vor allem Blasinstrumente oder auch Singen –im Chor oder alleine zu Hause! Und natürlich leichte bis mässige körperliche Belastung- Sport jeder Art. Aber: es dauert eine Weile, bis die Lunge kräftiger geworden ist...2-3 Monate mindestens....

Ein Tipp: Ab März könnten Sie an eine Entschlackungskur denken: Fasten mit Gemüsebrühen, chinesische Heilkräuter oder einfach nur einige Wochen auf tierisches Eiweiß verzichten (Fleisch, Fisch, Milchprodukte).

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Jessica Noll – Assistentin in Berlin

Ab 1. März wird meine Tochter Jessica Noll in Berlin als meine Assistentin in der Praxis mitarbeiten. Sie ist mit der chinesischen Medizin aufgewachsen, hat mich auch auf einer Chinareise begleitet und durfte/mußte auf vielen Kräuterwanderungen dabei sein. Nach abgeschlossener Heilpraktiker-Ausbildung wird sie nun bei mir und an der Shou Zhong-Schule die chinesische Medizin intensiv erlernen.

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Akupunktur und TCM bei Müdigkeit
Die häufigsten Ursachen für chronische Müdigkeit sind Stress, Überarbeitung, Schlaflosigkeit, Depression und verschiedene Störungen in den großen Funktionssystemen des Körpers (Hormon-, Herz-Kreislauf, Verdauung, etc.). Was der westlichen Medizin entschieden fehlt, sind sichere und effektive Behandlungsmöglichkeiten - von nebenwirkungsreichen Antidepressiva abgesehen. Recht selten kommt es vor, dass dem Patienten eine Beratung zu Ernährung, Bewegung und Schlaf angeboten wird. Dabei gibt es viele hervorragende alternative Behandlungsmöglichkeiten wie Akupunktur, Kräuter, Ernährung und Bewegungsstrategien.


Akupunktur
Die Mehrheit der Patienten, die von Müdigkeit geplagt sind, leiden unter einem Mangel an Lebensenergie (Qi). Qi ist die Energie, die jede physiologische und neurologische Funktion gewährleistet. Abgesehen von Müdigkeit sind  andere Zeichen von Qi-Mangel Durchfall, Blässe, leichte Blutergüsse, übermäßiger Schlaf (mehr als 9 Stunden pro Nacht), spärliche Menses oder Amenorrhoe, häufiges Wasserlassen, geringe Libido und Kurzatmigkeit. Moxibustion, eine lokale Wärmetherapie, wird häufig als eine effektive Ergänzung zu den Akupunkturnadeln verwendet. Dies bedeutet glimmenden Beifuß auf den Nadeln oder –vorsichtig!- direkt auf der Haut zu verbrennen. Ich empfehle wöchentliche Akupunktur und Moxa-Behandlungen in einem Zeitraum von etwa 4-6 Wochen, dann sollte sich schon etwas getan haben.

Kräuter
Qi-Mangel betrifft vor allem 4 verschiedene Organe: die Milz, Niere, Herz und Lunge. Hier finden Sie die Symptome und pflanzlichen Behandlungsmöglichkeiten für jedes Muster – aber besorgen Sie sich jetzt nicht die Rezepturen aus dem Internet! In der Regel ist eine genaue Diagnose nötig, und dann werden die Standard-Rezepturen auf Sie persönlich „zugeschnitten“. Chinesische Kräuter sind sehr wirksam....:

Milz: Durchfall, weicher Stuhl, Blähungen, Blutergüsse, Müdigkeit, Prolaps, leiernde Sprache; Rezeptur:  Bu Zhong Yi Qi Tang
Nieren: Schmerzen im unteren Rücken, geringe Libido, Müdigkeit, innere Kälte, häufiges Wasserlassen; Rezeptur:  Jin Gui Shen Qi Wan
Herz: unruhiger Schlaf, Angst, Müdigkeit, Herzklopfen, Kurzatmigkeit; Rezeptur:  Gui Pi Tang
Lunge: chronischer Husten, Immunschwäche, Allergien, Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Asthma; Rezeptur:  Bu fei tang

Übungen: Laufen, Radfahren, Schwimmen, Wandern, Yoga, Tai Chi oder Qi Gong.
Herauszufinden, wo das Energie-Leck ist....

Berufliche Situation, Beziehung, Familie, lange Erkrankungen oder Verausgabungen?

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März 2012

Vitamin D...

Im letzten Newsletter habe ich für Sie etwas geschrieben zum Thema „Igel“ – den zusätzlich zu bezahlenden Leistungen in den Kassenpraxen. Dazu gehört in der letzten Zeit immer häufiger die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels im Blut – und die daraus folgende Verordnung von entsprechenden Tabletten. Was Sie wissen sollten:

Bisher bekamen nur unsere Babys und Kleinkinder Vit. D als Rachitis-Prophylaxe, um das Knochenwachstum zu unterstützen: Vit D dient v.a. dem „Einbau“ von Kalk in die Knochen, es wird vom Körper unter dem Einfluss des Sonnenlichtes gebildet. Sonnenschutz-Creme verhindert dies wirksam! Nebenbei gesagt, wurden die Normalwerte für Vit D in der letzten Zeit auf das 2-4fache erhöht...daher sind nun viele Menschen „behandlungsbedürftig“...

Mein Ratschlag: gehen Sie jeden Tag 15-30 Minuten an die frische Luft, ohne Sonnenschutz-Creme und Sonnenbrille. Dies spart Kosten, entspannt und stärkt das Immunsystem!

 

Ein kleiner Check – ist Ihr Herz überlastet? (Wichtig: eine andere Vorstellung vom „Herz“ in der chinesischen Medizin!)

Leiden Sie unter:

·      depressiven Verstimmungen?

·      Schlafstörungen oder einem vermehrten Schlafbedürfnis?

·      Kontaktproblemen?

·      Müdigkeit und Lustlosigkeit?

·      Sprachstörungen?

·      ausgeprägtem Achselschweiß?

·      kalten Händen?

 

Dann ist es sehr gut möglich, daß Ihr Herz aus Sicht der TCM etwas überstrapaziert ist.: „Xin“, das Herz reguliert unser Auftreten nach aussen, unsere Bereitschaft zu Liebe und Kommunikation mit anderen Menschen. Lebensfreude und Glücksgefühle sind Ausdruck eines „gesunden Herzens“.

Was Sie selber tun können, um das Herz zu unterstützen: pflegen Sie Ihre Kontakte und Freundschaften- das Herz ist aus Sicht der TCM das einzige „Organ“, das umso mehr bekommt, wenn es großzügig verteilt! Wenn Sie mit Liebe und Freundlichkeit den anderen Menschen begegnen, bekommen Sie genau dieses reichlich wieder zurück!

 

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Newsletter-Archiv

Wenn Sie frühere Newsletter meiner Praxis anschauen wollen, so können Sie dies jetzt auf meiner Website www.praxis-noll.de tun – dort finden Sie ein Newsletter-Archiv mit vielen interessanten Beiträgen....unter anderem auch zur Ernährung/Entschlackung gerade in dieser Jahreszeit...

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Geschenkgutscheine

Auf meiner Website www.praxis-noll.de finden Sie in der Rubrik „Kontakt“ die Möglichkeit, z.B. für Ihre Liebsten Geschenkgutscheine zu erwerben. Dies ist möglich für Tuina-Massage (90€/Stunde) und einen Gesundheitscheck (80€).

 

 

Aus der Forschung:

 

Akupunktur bei akuten Gürtelroseschmerzen genauso wirksam wie Medikamente

Italienische Forscher haben 102 Patienten mit Herpes Zoster vier Wochen lang entweder mit Akupunktur oder mit gängigen Medikamenten behandelt. Die Akupunkturbehandlung erfolgte zweimal wöchentlich; genadelt wurden unter anderem die Punkte Rs12/KG12 (zhongwan), Rs4/KG4 (guanyuan), IC11/Di11 (quchi), IC4/Di4 (hegu), S44/Ma44 (neiting), L10/Mi10 (xuehai), H2/Le2 (xingjian) und Pc6/KS6 (neiguan). Beide Behandlungsmethoden erwiesen sich als wirksam, ohne dass sich zwischen den beiden Gruppen signifikante Unterschiede hinsichtlich der Wirksamkeit oder der Schmerzwerte feststellen liessen. Auch die Häufigkeit einer Post-Zoster-Neuralgie war bei einer Nachuntersuchung nach einem Jahr gleich.

(Acupuncture for the treatment of severe acute pain in Herpes Zoster: results of a nested, open-label, randomized trial in the VZV Pain Study, BMC Complement Altern, 5. Juni 2011, 11(1), 46)

 

Ohrakupunkturpunkte bei akuter Migräne wirksam

Bei einer italienischen Studie wurden 94 Frauen während eines Migräneanfalls behandelt. Die Patientinnen der ersten Gruppe wurden an Punkten akupunktiert, die im anteromedialen Teil des Intratragus lagen, der normalerweise für die Behandlung von Migräne verwendet wird. Die zweite Gruppe wurde in einem nicht-therapeutischen Bereich akupunktiert, der etwa der Lage des Ischiasnervs entspricht und in der Regel nicht für die Migränebehandlung herangezogen wird. In der ersten Gruppe zeigte sich während der Behandlung auf der visuellen Analogskala (VAS) ein ausserordentlich signifikanter Rückgang der Schmerzen, wohingegen in der zweiten Gruppe kein signifikantes Nachlassen der Schmerzen beobachtet wurde.

(Ear acupuncture in the treatment of migraine attacks: a randomized trial on the efficacy of appropriate versus inappropriate acupoints, Neurol Sci, Mai 2011, 32 Suppl 1,173-75)

 

Akupunktur bei medizinisch nicht zu erklärenden Symptomen hilfreich

In Grossbritannien wurden 80 Patienten die achtmal jährlich oder häufiger wegen so genannter “medically unexplained physical symptoms” (MUPS, medizinisch nicht zu erklärender physischer Symptome) einen Arzt aufsuchten, entweder sofort über einen Zeitraum von einem halben Jahr hinweg zwölfmal mit Akupunktur behandelt (Akupunkturgruppe) oder erst nach 26 Wochen. Das nach 26 Wochen erstellte Measure Yourself Medical Outcome Profile (MYMOP) wies bei der Akupunkturgruppe eine durchschnittliche Verbesserung um 1,0 auf, während sie bei der Kontrollgruppe nur 0,6 betrug. In der Akupunkturgruppe waren ausserdem die Werte für allgemeines Wohlbefinden, Häufigkeit der Einnahme von Medikamenten und Arztbesuchen besser.

(Acupuncture for “frequent attenders” with medically unexplained symptoms: a randomised controlled trial (CACTUS study), Br J Gen Pract, Juni 2011, 61(587), 295-305)

 

In einer zweiten qualitativen Auswertung der Studie werden die Ansichten der Patienten wiedergegeben, die an der Studie teilgenommen hatten. Sie bewerteten die Menge der Zeit, die ihnen ein aufmerksam zuhörender Arzt zur Verfügung stand, sowie den interaktiven und holistischen Charakter der Sprechstunden. Viele Patienten wurden ermutigt, aktiv an ihrer Therapie mitzuwirken, indem sie kognitive und/oder verhaltensbedingte Änderungen ihres Lebensstils vornahmen. Die Befragten nannten ein breites Spektrum an gesundheitlichen Verbesserungen, darunter eine Zunahme von körperlicher und/oder mentaler Energie sowie den Eindruck, ruhiger und entspannter zu sein und sich insgesamt besser im Griff zu haben.

(Traditional acupuncture for people with medically unexplained symptoms: a longitudinal qualitative study of patients´ experiences, Br J Gen Pract, Juni 2011, 61(587), 306-315)

 

Stichtiefe ist bei Muskelschmerzen von Bedeutung

Japanische Wissenschaftler haben 22 gesunde Freiwillige mit Muskelkater entweder gar nicht behandelt oder am empfindlichsten Punkt des Extensor digitorum 3 mm tief akupunktiert oder an derselben Stelle 10 mm tief akupunktiert oder an einer “nicht-segmentalen” Stelle am empfindlichsten Punkt des Tibialis anterior 10 mm tief akupunktiert. Zwei Tage nach der Behandlung stellte sich bei allen Versuchsteilnehmern ein Rückgang der Druckschmerzschwelle ein, in der zweiten und dritten Gruppe stellte sich jedoch schon unmittelbar nach der Behandlung ein signifikanter Rückgang der Schmerzen gegenüber den Kontrollgruppen ein. Der elektrische Schmerzlevel ging nach der Behandlung lediglich in der dritten Gruppe zurück, und auch da nur in der Faszienschicht.

(Effect of acupuncture depth on muscle pain, Chin Med, 22. Juni 2011, 6(1), 24)

 

Akupressur auf L6/Mi6 MP6 (sanyinjiao) bei Menstruationsbeschwerden

Bei einer iranischen Studie wurden 68 Frauen mit primärer Dysmenorrhoe entweder an L6/Mi6 MP6 (sanyinjiao) mit Akupressur behandelt oder an einem Sham-Punkt. Dabei stellte sich ein sofortiger Rückgang der Menstruationsbeschwerden ein, ohne dass zwischen den beiden Gruppen ein signifikanter Unterschied festgestellt werden konnte.

(Effect of acupressure at the Sanyinjiao point on primary dysmenorrhea: a randomized controlled trial, Complement Ther Clin Pract, November 2010, 16(4), 198-202)

 

(alle Forschungsergebnisse aus dem Newsletter der SMS, München - Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin)

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Sucht- und Stressbehandlung mit Ohr-Akupunktur

In der Therapie hat sich das, von Michael O. Smith entwickelte NADA Programm sehr gut bewährt. Ursprünglich für die Suchtbehandlung von Heroin und Kokain vor 40 Jahren in der Lincoln Klinik, Bronx, New York entwickelt, hat sich dieses Therapiekonzept in 700 Therapiezentren weltweit bewährt. Es zeigt bei zahlreichen anderen Schwächestörungen eine sehr gute und schnelle Wirksamkeit unter anderem bei posttraumatischen Stresssyndromen, bei Aufmerksamkeitsstörungen oder in der Rehabilitation von Carzinomkranken. 

Video hier- Michael O. Smith  zeigt  das NADA Programm: http://akupunktur-aktuell.us2.list-manage1.com/track/click?u=91f3dbde2c8ceaa8a2779cd4c&id=35e11603cd&e=22b13621fb

 

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September 2012

Der Herbst – die „Wandlungsphase Metall“ in der Chinesischen Medizin

Herbst-die Zeit um die Tagundnachtgleiche am 21.September herum- bedeutet, daß das Jahr sich allmählich dem Ende zuneigt. Der Sommer, der Spätsommer sind nun vorbei. Die Tage werden merklich kürzer, die Nächte länger und kühler. Die Blütezeit, die Zeit der mächtigen Entfaltung der Kräfte der Natur ist vorbei. Pflanzen haben mit Hilfe der Energie der Sonne ihre Früchte und Samen ausgebildet, sie neigen sich jetzt wieder der Erde zu, welken, kehren wieder zur Erde zurück. Die Tiere fressen sich reichlichen Vorrat an. Der Mensch bringt die Ernte ein, man konserviert Nahrungsmittel für den Winter, für die Zeit, in der es natürlicherweise keine frischen Nahrungsmittel gibt. Das absolute Yang des Sommers, die am weitesten nach außen entfaltete Aktivität ist beendet. Die Zeit des absoluten Yin, der Winter wird vorbereitet. Die Natur und auch wir stellen uns ein auf eine Zeit der Ruhe und Erholung, der häuslichen Aktivitäten und einer vieles bedeckenden Dunkelheit.

Sammeln, Sortieren, Einbringen- diese Begriffe könnten die jetzt anfallenden Tätigkeiten beschreiben. Loslassen können von hektischen Aktivitäten, von der Fülle der Natur, das Nützliche bewahren aber auch weggeben zu können das ist das TAO des Herbstes, der im Zyklus der fünf Wandlungsphasen durch die Phase METALL charakterisiert ist.

Metall kommt aus der Erde, entsteht aus der Erde, es wird mit Hilfe des Feuers gebogen, geformt und gereinigt. Das Metall bringt das Wasser hervor- so ist der Zyklus, die gegenseitige Beeinflussung der Wandlungsphasen untereinander (siehe die Grafik).

Formung und Reinigung sind ebenfalls wichtige Begriffe, die helfen können, das Wirkprinzip, den Sinn oder das TAO des Herbstes zu verstehen. Wenn man sich diesem TAO entsprechend verhält, bleibt der Mensch im Einklang mit der Natur und somit von Krankheiten verschont.

Sich in der Abenddämmerung zu Bett legen, im Morgengrauen beim Hahnenschrei aufstehen, das Qi in Ruhe zu lassen, die übermäßige Aktion des Herbstes zu dämpfen, die Geistesenergie zu bewahren und die Energie der Lungen zu reinigen: wer so handelt, lebt im Einklang mit der Energie des Herbstes; das ist das Tao, um die Herbstenergie zu schützen. (Huang Di Nei Jing, I 3)

Man soll also jetzt seine Energien zurückschrauben. Aktivität ist Yang- Energie, die sich jetzt im Herbst zurückziehen soll, nachdem sie im Sommer das Yin ernährt und geschützt hat, uns ebenso wie den Pflanzen und Tieren geholfen hat, grosse Reserven anzulegen. So wie sich das Yang im Winter unter dem mächtigen Yin verbergen soll, so sollen auch unsere Aktivitäten darauf abzielen, diesen Rückzug zu fördern, loszulassen und zur Ruhe zu kommen.

Den fünf Wandlungsphasen entsprechen in uns fünf Funktionssysteme, die zwar mit auch bei uns gebräuchlichen Organbegriffen benannt werden, aber anders als in der westlichen Heilkunde Funktionen auf der körperlichen, seelischen und geistig-emotionalen Ebene umfassen.

Als charakteristisch für die Wandlungsphase Metall, den Herbst haben wir die Funktionen des Sortierens, des Geben und Nehmen, das Sammeln und zur- Ruhe-kommen kennen gelernt. In uns werden diese Abläufe durch die Lunge repräsentiert. Bei der Atmung wird Sauerstoff der Luft entnommen, für den Organismus unnütze Substanzen werden abgegeben an die Aussenwelt, und zwar ohne daß wir diese willentlich beeinflussen können. Aufnehmen und Abgeben, ein Vorgang, den wir bei der Intuition ebenfalls wieder finden. Die Intuition ist eine wesentlich Fähigkeit, die nach der chinesischen Heilkunde mit der Funktion der Lunge zusammenhängt. Zum anderen bürgt die Lunge aber auch für den Kontakt mit der Außenwelt, sie stellt die Verbindung her zwischen Mikro- und Makrokosmos, zwischen Innenwelt und Außenwelt. Ebenso wie die Haut. Hier ist der Kontakt mit dem Kosmos, hier wird die himmlische Energie aufgenommen und verbindet sich mit der von der Erde kommenden Nahrungsenergie. Himmlisches Qi und das Qi der Erde vereinen sich in der Lunge. Der Stoffwechsel, das Leben wird hier garantiert durch das Zusammenspiel von Yin und Yang.

Das alles bedeutet aber auch, daß sich in der Lunge und den mit ihr assoziierten Organen Haut und Darm die Abwehrenergie befinden muß. Wenn diese Wehrenergie (Wei Qi) zu schwach ist, können von hier aus krankmachende Stoffe in den Körper eindringen.

Ähnliche Entsprechungen finden wir auch im seelisch-geistigen Bereich. Sortieren und Sammeln, das heißt exakte Unterscheidung und Differenzierung. Zu- sich-selbst-finden, seine eigene Identität und persönlichen Nutzen beachten können, aber auch loslassen und abgeben  können. Kritikloses Akzeptieren des Vorgegebenen, fanatische Buchgläubigkeit sind ebenso Indizien für eine Fehlfunktion der Wandlungsphase Metall in uns wie Geiz und Habsucht, aber auch wenn das Intuitive, nicht rational Begründbare für uns beim Arbeiten und Denken im Vordergrund stehen. Exaktes Arbeiten, Spaß an geometrischen Figuren, an logisch miteinander verknüpften Zusammenhängen- Menschen mit diesen Charakterzügen haben im Herbst ihre Zeit.

Aber der Herbst ist auch die Zeit der Trauer. Das ist die Stimmung, die einen bedrückt, die sich lähmend schwer auf die Brust legt und einem die Luft nimmt. Trauer überwältigt, lässt den Kontakt mit der Außenwelt abbrechen. Man zieht sich zurück, die Verbindung zwischen Yin und Yang ist gestört. Wenn dieser Zustand lange anhält, wird das Yin erschöpft und kann auch nicht wieder aufgefüllt werden.

Wenn das DAO des Herbstes befolgt wird, ist der Mensch vorbereitet auf mögliche Schädigungen. Er wird den Winter in jeder Hinsicht wohlgenährt und in Ruhe verbringen, um im Frühjahr, noch aus den Reserven zehrend, kraftvoll neue Impulse empfangen und neue Aktivitäten beginnen zu können.

OKTOBER 2012

TCM und Zahnmedizin

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) beruht, anders als unsere heutige westliche Medizin, nicht auf naturwissenschaftlicher Forschung. Sondern sie ist das Resultat 2500jähriger Beobachtungs- und Erfahrungsmedizin. Der Ansatz der TCM ist sehr verschieden von der heutigen modernen westlichen Medizin. „Die Heilmethoden der TCM bezwecken vor allem, Krankheiten vorzubeugen, und wenn es dafür zu spät ist, sie auf ganzheitliche Art zu heilen.“[1]

Unsere westliche Medizin ist in der Lage, durch das profunde Verständnis von Stoffwechselprozessen bis in die molekulare Ebene und den Einsatz modernster Technik schnell und effektiv lebensbedrohliche Erkrankungen abzuwenden, auch sehr schwere Krankheiten zu heilen und hochkomplizierte Operationen durchzuführen.

Im Bereich der Zahnmedizin ist man heute z.B. in der Lage, verloren gegangene Zähne durch Implantate zu ersetzen. Man kann verlorenen Knochen nachwachsen lassen, durch den Einsatz von Mikroskop, Laser und anderer hochentwickelter Technik Zähne erhalten, die früher sicher nur hätten gezogen werden können. Auch der Ersatz von Zähnen läßt sich mittlerweile durch vollkeramischen Zahnersatz so natürlich gestalten, dass er von echten Zähnen nicht mehr zu unterscheiden ist.

Aber auch die Gesunderhaltung der Zähne ist aus der heutigen Zahnmedizin nicht mehr weg zu denken. Die Prophylaxe, zu der regelmäßige professionelle Zahnreinigungen, Mundhygienetraining und ansatzweise Ernährungsberatung gehören, ermöglicht es gesunde Zähne gesund zu erhalten.

Es gibt aber auch Fragen, die die westliche Medizin sich nicht stellt, und daher auch keine Antworten darauf geben kann: Warum erkrankt z.B. gerade dieser eine Zahn immer wieder? Welche Auswirkungen gibt es auf den gesamten Organismus?

Aus Sicht der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist der Mensch stets als Ganzes zu betrachten. Wie in einem Netzwerk sind durch die Leitbahnen (Meridiane) alle Teile des Organismus miteinander verbunden – aber nicht nur die körperlichen Strukturen, sondern auch geistige und seelische Fähigkeiten. Nur wenn durch dieses Netzwerk die Lebensenergie Qi reibungslos fließt und auch insgesamt kräftig genug ist, fühlt man sich gesund. Und es kommt zu keinen krankhaften Veränderungen. Die Energie-Zentralen sind die inneren Organe. Für die Zähne sind aus Sicht der TCM folgende Verbindungen wichtig- Verbindungen, die aus Sicht der westlichen Medizin kaum nachvollziehen sind:

1.    Der Mundbereich wird vor allem durch die Magen- und Dickdarm-Leitbahn versorgt. Sehr intensiv sollte man also auch an diese inneren Organe denken, wenn die Zähne sich als sehr anfällig erwiesen haben. Auch die westliche Medizin sieht diese Zusammenhänge z.B. bei der Entstehung von Karies, beeinflusst durch eine erhöhte Magensäureproduktion.

2.    Die Nieren sind nicht nur für die Urinausscheidung, sondern aus Sicht der TCM für alles Essentielle wichtig, für die „Grundfesten“ unseres körperlichen, seelischen und geistigen Daseins. Dazu gehören auch die Knochen und die Zähne.

3.    Die Milz – in der westlichen Medizin weitgehend vernachlässigt- ist in der Medizin der alten Chinesen zuständig für Fleisch, Bindegewebe und den Stoffwechsel: In der Zahnmedizin wichtig für das Zahnfleisch und die Ernährung der Zähne. Eine Neigung zu Paradontalerkrankungen sind aus Sicht der westlichen Medizin hauptsächlich durch lokale Faktoren wie eine schlechte Mundhygiene oder das Vorliegen einer speziellen Bakterienflora verursacht- die chinesische Medizin kann zusätziche Verbindungen herstellen!

4.    Auch die Leber kann für die Zähne eine Rolle spielen: Sie ist zuständig für den gleichmässigen Fluss aller Energien im Körper, also auch für die gleichmässige Verteilung zwischen oben und unten. Wenn einem „eine Laus über die Leber läuft“ oder die Wut in den Kopf steigt, so sind dies Zeichen einer Leber-Störung: In diesem Fall kann es viel leichter zu Zahnschmerzen kommen. Auch in der westlichen Medizin ist bekannt, dass Stress maßgeblich an der Entstehung von Paradontalerkrankungen und Kiefergelenksbeschwerden beteiligt ist!

5.    Darüber hinaus existieren Reflexbeziehungen zwischen einzelnen Zähnen und inneren Organen, bzw. auch anderen Strukturen des Organismus (Gelenke, Sinnesorgane z.B.). Bei einer zahnmedizinischen Versorgung (z.B. Füllung, Wurzelbehandlung etc.) sollte man auch an die Mitbehandlung des jeweiligen Meridians zur Harmonisierung des gestörten/störenden Energieflusses denken.

 

Bei einem besonders anfälligen Gebiß kommt es darauf an, eine intensive Prophylaxe und Mundhygienetraining zu betreiben. Auch die Ernährungsweise sollte kritisch betrachtet werden Das energetische Netzwerk aus der TCM gibt darüber hinaus zahlreiche Denkanstöße, wenn sich z.B. Schwachstellen im Mundbereich trotz bester lokaler Behandlung immer wieder herausstellen: Wie ist der energetische Zustand der Nieren und von Magens/Dickdarm?

Eine Neigung zu Paradontalerkrankungen erfordert die zahnmedizinische Therapie wie die Reinigung der Zahnfleischtaschen und der Wurzeloberflächen von bakteriologisch kontaminierten Ablagerungen. Antibiotika werden in besonders schweren Fällen eingesetzt: eine symptomatische Behandlung, die die womöglich im Verdauungstrakt liegenden Ursachen nicht beheben kann. Der Einsatz von Antibiotika ist also recht fragwürdig- zumindest was den langfristigen Effekt betrifft.

Kiefergelenksbeschwerden sind aus Sicht der TCM ein Problem innerer Anspannung. Immer mehr Patienten verarbeiten den Stress mit den Zähnen. Sie pressen die Zähne nachts zusammen („Bruxieren“ = Zähneknirschen) . Äußerer Druck kann dabei eine Rolle spielen, häufig ist es aber ein von innen kommendes Problem in einer Störung der Leber-Funktion. Dadurch können Zähne, Muskulatur und Kiefergelenke geschädigt werden. Es kann zur sogenannten CMD kommen, der craniomandibulären Dysfunktion. Hierbei werden weitreichende Strukturen in Mitleidenschaft gezogen, wie z.B. der HWS-Bereich und das Innenohr (Tinnitus z.B.). Die zahnmedizinische Therapie wäre das Eingliedern einer neutralisierenden und entspannenden Knirscherschiene und das Auffinden und Ausschalten von Störfaktoren. Hierbei kann auch die Osteopathie sehr hilfreich sein!

Namen und Adressen von Zahnärzten, die der ganzheitlichen Behandlung aufgeschlossen sind, können gerne von mir weitergegeben werden!

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Impfungen

Kaum ein Thema wird mit derartiger Leidenschaft diskutiert wie die „Impffrage“. Aktuell jetzt gerade, wenn für die alljährliche Grippeimpfung geworben wird. Meine Ansicht dazu: es handelt sich um eine Entscheidung über ein mögliches Erkrankungsrisiko, das ein Jede/r für sich selber einschätzen muß. Jeder kann erkranken, jeder kann gesund werden, aber es gibt auch die Gefahr für ernsthafte und dauerhafte Schäden. Ein statistischer Wert, aber er kann schon Angst/Unbehagen auslösen. Aus Sicht der TCM ist das Risiko grösser für Menschen, die eine geringe Abwehrkraft (Wei Qi) haben. Problem ist, dass auch diese vielleicht ein grösseres Risiko haben Nebenwirkungen der Impfung zu erleiden! Häufig habe ich mit Patienten zu tun, die gerade die Impfungen nicht vertragen haben. Aber: mit Hilfe der TCM läßt sich die Kraft des Abwehr-Qi ein wenig abschätzen, und vor allem ist es möglich, die negativen Folgen einer Impfung abzufangen. Es handelt sich um „pathogene Energien“, die dann ausgeleitet werden können mit Akupunktur z.B.

Aktuelle Newsletter:

Bewegung – „wer rastet, der rostet“

Körperliche Bewegung fehlt uns heutzutage. Das ist bekannt. Der Kopf ist ruhelos, Gedanken folgen bis in den Schlaf. Und der Rest des Körpers: Liegen-Sitzen-kurze Strecken gehen-Sitzen-Liegen....Fast alle unsere heutigen „Zivilisationskrankheiten“ ließen sich durch mehr körperliche Bewegung vermeiden: Bluthochdruck, Herzinfarkt, Diabetes, gelenkschädigendes Übergewicht, Bindegewebsschwäche und vieles andere mehr.

Aus Sicht der chinesischen Medizin ist eine angemessene (!) Bewegung unerlässlich für die Pflege und den achtsamen Umgang mit der Lebensenergie Qi. Bei Bewegungsübungen wird die Atmung bewusst oder unbewusst immer eingesetzt. Die Lebensenergie Qi wird durch die Lunge aufgenommen und durch die Bewegung mobilisiert. Grundsätzlich kann man also zwischen Übungen unterscheiden, die das Qi stärken, die es bewegen und die es harmonisieren. Unabhängig von der Art der Bewegungsübungen – 2-3x/Woche und jeweils mindestens für 30-60 Minuten müssen Sie dafür reservieren- für sich selber!

Was ist nun die richtige Bewegungsform für Sie?

Haben Sie zurzeit:

• wenig Kraft/Qi? Dann sind Übungen wie Taijiquan für Sie geeignet. Sie können aber auch ins Fitness-Studio gehen, um Kraftübungen zu machen.

• gar keine Kraft? Das heißt, fühlen Sie sich „kraft- und saftlos“ und entfalten nur gelegentlich ein „Strohfeuer“ an unruhigen Aktivitäten? Dann widmen Sie sich am besten eher ruhigen Übungen zur Konzentration Ihres Qi mit Yoga und Qigong.

• viel Kraft/Qi, neigen aber zu Blockaden? Dann sollten Sie besser Ihr Qi durch Ausdauersport („Entspannung in Bewegung“) oder durch Meditationen (Konzentration und Körperbeherrschung) harmonisieren. Zum Thema Ausdauersport nun einige detaillierte Ausführungen von Jessica Noll:

Ausdauersport  in den Fünf Wandlungsphasen

Wie so oft gibt es viele verschiedene Definitionen von Ausdauersport, die je nach Schwerpunktsetzung stark variieren.

In unserem Sinne meint der oft gegeben Rat „2 mal pro Woche für mindestens 30 Minuten“ für ein gesundes und ausgeglichenes Mittelmaß an Sport. Es steht also nicht die deutliche Gewichtsreduktion oder eine Leistungssteigerung per se im Vordergrund, sondern es geht vielmehr darum,  dem hektischen und sitzendem Alltag einen Ausgleich zu schaffen.  Nach alter chinesischer Weltanschauung spiegelt sich jeder Prozess, jede Veränderung in den Fünf Wandlungsphasen wieder:

„Der Plan“- das METALL: Besonders am Anfang empfiehlt es sich, zwei feste Tage pro Woche zu vereinbaren. Damit sich die Ausreden nicht so schnell finden, sollte man sein Ziel bekannt geben und z. B. der Familie diese festen Termine mitteilen. Im weiteren Verlauf steht das METALL dann auch für die Routine, der wöchentliche Sport ist fest im Alltag eingebunden.

Vor dem tatsächlichen Beginn steht der Wille – das WASSER als Ausgangsbasis der Motivation, der Konstitution und der aktuellen Gegebenheiten: Jaaa-auch wenn es ganz sicher regnet, der Hamster gerade Schnupfen hat und die Blumen unbedingt gegossen werden müssen. Frei nach dem Motto: „ Qualität kommt von Qual“ von Achim Achilles (Buchtipp: „Achilles` Verse“). Damit ist jedoch nicht gemeint, sich unnötig unter Druck zu setzen, sondern liebevoll den kleinen Schweinehund zu besiegen! Dafür ist die Auswahl des Sportes wichtig: Die wohl klassischsten Ausdauersportarten sind Laufen und Rad fahren. Neben der körperlichen Verfassung –WASSER- (bei starkem Übergewicht, Knie- und ernsthaften Herz-Kreislauf-Problemen ist Joggen zum Beispiel ungeeignet) sind natürlich persönliche Vorlieben wichtig[1].

Und dann geht es Los- im HOLZ: Da der Sport in unserem Sinne nicht nur körperliche Fitness sondern auch geistige Entspannung bringen soll, bewegt man sich am Besten an der frischen Luft. Training ist auch in einem Fitnessstudio oder Hometrainer möglich, aber bitte auf unangenehme Ablenkungen wie Fernsehen oder auch lesen verzichten! Der Kopf sollte abschalten, einfach eine halbe Stunde nicht denken, der Natur, Musik oder einfach der Stille lauschen. Eine feste Strecke muss nicht geplant werden, schöner ist es, ohne Ziel und Plan zu laufen oder fahren. Manchmal ist genau das für das treibende HOLZ in unserem Körper sehr schwierig, nach einiger Zeit Bewegung löst sich allerdings diese Blockade und wir kommen in „Fahrt“. Wer besonders ehrgeizig ist (ebenfalls eine Tücke des HOLZES), sollte sich eine Pulsuhr zulegen und so kontrollieren, nicht zu schnell zu werden. Wir sollten uns zu keinem Zeitpunkt vollkommen erschöpft fühlen! Das HOLZ schafft einen fließenden Übergang zum FEUER: Wir sind in der Bewegung und freuen uns, unseren Plan auch umgesetzt zu haben! Eine Textpassage aus Benjamin Hoffs „Tao Te Puh“ verdeutlicht die Gefahr von zu viel FEUER am Beispiel des Kaninchens als ein typisches „Filztun-Balzrück“: „Der Filztun-Balzrück ist aktiv fast bis zur Verzweiflung. Wenn du ihn nach seinen wichtigsten Interessenfragst, zählt er lauter Sportarten auf wie: Drachenfliegen, Tennis, (...) und Wasserski.“ „ Ist das alles?“ „ Nun, ich (keuch, japs, schnauf) – ich glaube ja“, erwidert Balzrück.“Haben sie es je mit Autojagen versucht?“ „Nein, ich-nein noch nie.“ „ Und was ist mit einem Alligatorringkampf?“ „Nichts...das heißt, das wollte ich schon immer mal probieren.“ (Zitatende)

Aus der als Ausgleich erhofften Bewegung ist Arbeit geworden!

"Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später" sagt Wilhelm Busch zu unserem Thema.

Das erfolgt mit dem Wohlergehen unserer ERDE: Wir werden im ganzen Wesen ausgeglichener und entspannter. Die Verdauung funktioniert reibungsloser, die Ernährung stellt sich mit wachsendem Körperbewußtsein meist automatisch um und das Bindegewebe wird straffer!

Viel Spaß!

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Der Beckenboden- eine Verknüpfung zum Element Wasser

Nach der chinesischen Wandlungsphasenlehre befinden wir uns zurzeit im Element Wasser. Das Wasser entspricht dem Winter und ihr sind die Organe (im chinesischen Sinne) Blase und Niere zugeordnet. Wie wir es aus der westlichen Medizin kennen sind auch in der chinesischen Medizin Niere und Blase unter anderem für die „Kontrolle der unteren Öffnungen“ (Harnröhre und After) aber auch für sexuelle Aktivität, stabiles Knochengerüst  und eine gesunde und aufrechte Haltung zuständig.

Diese angeführten Funktionen finden wir auch in einem verborgenem Muskel unseres Körpers wieder: Die Beckenbodenmuskulatur. Der Beckenboden besteht aus drei  Muskelschichten die durch Muskelfasern und Nervenbahnen miteinander verbunden sind. Sie umschließen Harnröhre, Scheide und Darmöffnung und kontrollieren zusammen mit den Schließmuskeln die Öffnungen. Außerdem stellt der Beckenboden die untere Begrenzung des Beckens und so indirekt des Bauchraums dar und stützt so innere Organe wie Blase und Gebärmutter.

Wie auch bei jedem anderen Muskel kann die Beckenbodenmuskulatur durch fehlendes Training oder erhöhte Belastung (Schwangerschaft, Geburt, Prostataentfernung) erschlaffen. So können die Verschlussmechanismen nicht mehr optimal agieren und es kommt zu unwillkürlichem Harn- und Stuhlabgang (Miktionsstörungen).

Um den Beckenboden zu trainieren müssen wir nicht viel trainieren, wenige Minuten täglich reichen aus um einen großen Effekt zu erzielen. Die Schwierigkeit liegt eher in der Wahrnehmung dieser speziellen Muskulatur: Am deutlichsten kann jeder die Beckenbodenmuskeln spüren, wenn durch Anspannung der Harnstrahl beim Wasser lassen willkürlich unterbrochen wird. Auch wenn wir versuchen die Sitzhöcker unseres Gesäßes zusammen zu ziehen können wir den Beckenboden spüren. Wichtig ist, Gesäß-und Bauchmuskulatur dafür entspannen zu lassen! Auch die Vorstellung das Steißbein nach innen zu ziehen kann helfen.  Wie bei allen sportlichen Übungen spielt die Atmung eine wichtige Rolle: Sie sollte stets ruhig und gleichmäßig sein, also nicht „pressen“, aber bitte auch nicht vergessen zu atmen!!! Bei der Anspannung wird durch die Nase tief eingeatmet, der Bauch soll sich etwas heben und der Atem zu spüren sein. Bei der Entspannung atmen wir locker durch den Mund aus und lassen alle Muskeln bewusst locker.  Auch wenn es sich etwas absurd anhören mag, bildliche Vorstellungen helfen: Unser Beckenboden ist ein Fahrstuhl, der im Erdgeschoss startet und dann langsam nach oben (in den Bauchraum) fährt (Ausatmung/Anspannung), kurz anhält (Spannung spüren) und dann langsam wieder absinkt ((Einatmung/ Entspannung). Oder wie eine Lotusblume, die sich weit und schön öffnet  (Einatmung/ Entspannung) und dann langsam wieder schließt  (Ausatmung/ Anspannung).

Wie schon erwähnt, reichen einige Minuten täglich aus. Die Anspannung sollte immer einige Sekunden gehalten werden. Als „Trainingseinheit“ sollte der Beckenboden drei Mal an- und entspannt werden. Die Zeitspanne der Anspannung sollte im Laufe der Zeit (nach mehreren Wochen / Monaten) erhöht werden. Da ja bekanntlich viele Menschen dieses nette kleine Tier namens „Schweinehund“ bei sich wohnen haben und so ein regelmäßiges Training schwer durchzuführen ist, eignen sich Eselsbrücken im Alltag: Die Beckenbodenmuskulatur anspannen, wenn man einen gelben Bus sieht. Oder jedes Mal, wenn man durch eine Tür geht. Morgens beim Zähneputzen, Hände waschen, und, und, und.

Belohnt werden wir dann mit einem spürbaren Trainingseffekt. Inkontinenz und Organabsenkungen können gemildert oder vorgebeugt werden, unsere Haltung wird aufrechter und dadurch der Rücken entlastet und unsere Körperwahrnehmung wird gesteigert. In Anlehnung an die Aufgabe der Niere nach chinesischer Auffassung wird auch die sexuelle Aktivität beeinflusst: Frauen können durch einen trainierten Beckenboden mehr Lust empfinden, bei Männern kann Erektionsstörungen entgegen gewirkt werden.

Neben der Niere ist aus Sicht der TCM auch die Milz besonders wichtig für den Beckenboden: Die Milz im chinesischen Sinne ist für das „Halten der Organe“ zuständig. Sie sorgt also dafür, dass alle Organe an Ihrem Platz bleiben. Entsprechend können bei einer Milz-Schwäche Organsenkungen oder Organprolaps die Folge sein. Für die Akupunktur bedeutet das, dass bei entsprechender Indikation der Punkt Milz 6 „Sanyinjiao“ besonders wichtig ist, ebenso Du Mai 20 „Baihui“. Diese Punkte können auch durch Akupressur stimuliert werden.

Dieser kleine Artikel soll Ihre  Aufmerksamkeit auf den unsichtbaren aber doch so wichtigen Beckenboden lenken. Die Wahrnehmung dieser Muskeln ist der Beginn dafür. Weitere Übungen können in Kursen wie Rückbildung (nach der Schwangerschaft), Beckenbodentraining oder Cantienica®- Kursen erlernt werden. Viele Kurse werden auch von den Krankenkassen übernommen. Von einem Training „im Selbstversuch“ mit Videoanleitung oder Buch rate ich ab- ein geschulter Trainer korrigiert die Übungen, unsere eigene Wahrnehmung kann oft täuschen. Bei Fragen können Sie mich gerne ansprechen oder eine Email schreiben!

Jessica Noll, j.noll@praxis-noll.de

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Thema Ernährung

Der BMI ist als Richtlinie für ein „gesundes Gewicht“ bestens bekannt. Nicht wenige Menschen richten ihr Leben, oder zumindest die Ernährungsweise daran aus. Dass Schönheit und Gesundheit wenig miteinander zu tun haben – so wie etwa Äpfel und Tomaten – dürfte bekannt sein. Interessant ist aber eine umfassende wissenschaftliche Studie: Danach ist das Sterblichkeitsrisiko bei übergewichtigen Menschen (BMI zwischen 25 und 30) sechs Prozent niedriger als bei normalgewichtigen Menschen (BMI zwischen 18,5 und 25), bei leicht Fettleibigen (BMI zwischen 30 und 35) ist es fünf Prozent niedriger. Bei Fettleibigen (BMI über 35) dagegen steigt das Risiko um 29 Prozent an. An den Ergebnissen änderte sich auch nichts, als die Wissenschaftler verzerrende Faktoren wie Rauchen, Krankheiten oder die Art und Weise, wie Körpergewicht und -größe in unterschiedlichen Studien ermittelt wurden, berücksichtigten. (Quelle: Spiegel online, 2.1.2013)

Haben Sie sich eigentlich einmal Gedanken darüber gemacht – unsere „Ernährungspäpste“ wahrscheinlich nicht... Das „Kalorienrechnen“ hat  viele Schwachstellen:

-       wenn Nahrungsmittel nicht richtig gekaut werden, werden sie kaum verändert wieder ausgeschieden. Die Angaben für Kalorien auf den Lebensmitteln stimmen also nicht mit der Realität der menschlichen Verdauung überein

-       Gefordert wird: Zählen Sie auf die Kalorien, die Sie zu sich nehmen! Hat sich jemals jemand Gedanken darüber gemacht, wie viele Kalorien (=Brennstoff, in Tibet wird damit geheizt!) über den Kot wieder ausgeschieden werden?

-       Nicht jeder hat den gleichen Stoffwechsel und die gleiche „Betriebstemperatur“.  Versuchen Sie es mal: Messen Sie zur gleichen Zeit die Körpertemperatur in Ihrer Familie. Je höher sie ist, desto mehr wird verbrannt.

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Gesund essen

1.    Essen soll schmecken

2.    Essen soll sättigen

3.    Essen soll gut bekömmlich sein

4.    Sie sollten die Inhaltsstoffe kennen

5.    Nur das Essen, was die Jahreszeit hergibt

6.    Ausgewogen und abwechslungsreich

7.    Essen aus der Region

8.    Essen frisch zubereiten

9.    Rohkost nur für sehr „hitzige Typen“

10.Bei Infekten/Erkrankungen leichte Kost- Schontage einlegen

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Sprechstunde in Berlin: Jessica Noll erweitert unsere Sprechzeiten

Ab sofort können wir in der Berliner Praxis auch am Mittwoch nachmittag Behandlungsmöglichkeiten anbieten. Jessica Noll vertritt mich ab sofort an diesem Tag. Daneben ist Jutta Bernig nach wie vor Praxisvertretung und „Kräuterhexe“ am Donnerstag.

Jessica Noll behandelt ab sofort auch eigene PatientInnen am Mittwoch nachmittag, darunter auch besonders Kinder nach TCM-Diagnostik mit Akupunktur, Massage und Ernährungstipps und „Hilfe zur Selbsthilfe“. Termine können Sie unter 030-8312344 vereinbaren, direkt erreichbar unter: j.noll@praxis-noll.de

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Impfungen

Kaum ein Thema wird mit derartiger Leidenschaft diskutiert wie die „Impffrage“. Aktuell jetzt gerade, wenn für die alljährliche Grippeimpfung geworben wird. Meine Ansicht dazu: es handelt sich um eine Entscheidung über ein mögliches Erkrankungsrisiko, das ein Jede/r für sich selber einschätzen muß. Jeder kann erkranken, jeder kann gesund werden, aber es gibt auch die Gefahr für ernsthafte und dauerhafte Schäden. Ein statistischer Wert, aber er kann schon Angst/Unbehagen auslösen. Aus Sicht der TCM ist das Risiko grösser für Menschen, die eine geringe Abwehrkraft (Wei Qi) haben. Problem ist, dass auch diese vielleicht ein grösseres Risiko haben Nebenwirkungen der Impfung zu erleiden! Häufig habe ich mit Patienten zu tun, die gerade die Impfungen nicht vertragen haben. Aber: mit Hilfe der TCM läßt sich die Kraft des Abwehr-Qi ein wenig abschätzen, und vor allem ist es möglich, die negativen Folgen einer Impfung abzufangen. Es handelt sich um „pathogene Energien“, die dann ausgeleitet werden können mit Akupunktur z.B.

Ein „Veggi-Day“- und alles wird gut?

Wir essen bei uns zu viel Fleisch. Das sollten wir sicherlich etwas reduzieren: aus ökologischen, aus wirtschaftlichen oder ethischen Gründen. Auch für die Gesundheit ist zu viel Fleisch nicht gut – aus Sicht der chinesischen Medizin kann jedes Übermass schädigen. Lassen Sie mich kurz ausführen, wie die Problematik aus Sicht der „alten Chinesen“ betrachtet wird.

  1. Fleisch ist Eiweißlieferant und somit sehr wichtig für den Aufbau der Nährenergie Ying. Durch sie werden unsere Muskeln genährt/aufgebaut, aus denen wiederum die Körpertemperatur erzeugt wird. Also kann man die Gleichung aufstellen: Fleisch=Muskeln und Körperwärme? Nein- das Wichtige dabei ist der Eiweiß-Aspekt. Fleisch enthält viel davon. Wenn wir es einfach so von unserem Speiseplan streichen, kommen wir in die „roten Zahlen“ was unsere diesbezügliche Energiebilanz betrifft. Andere Eiweißquellen müssen erschlossen werden und regelmäßiger Bestandteil unseres Speiseplans werden.
  2. Milchprodukte enthalten viel Eiweiß – die Supermärkte bieten in ihren Kühlregalen eine schier unerträgliche Auswahl an Molkereiprodukten an: Milch, Käse, Quark, Joghurt und vielerlei Neukreationen. Von den Spuren kreativer Lebensmittelchemiker und Gentechologen abgesehen- Milch kann nicht jede/r vertragen. Aus Sicht der TCM trägt es zur Schleimproduktion bei. Tipp: schauen Sie sich Ihre Zunge an: dicker, klebriger Belag? = Milch ist nicht gut. Oder chronische Vereiterungen (Atemwege z.B.) und/oder Durchfälle/Blähungen? Dann eher weg von Käse und Co. Das gilt vor allem für Kuhmilch (-produkte), Ziegen-oder Schafsmilchprodukte sind eher verträglich. Ansonsten finden wir in diesem Bereich gute Eiweißquellen, die das Fleisch vielleicht ersetzen können.
  3. Hülsenfrüchte. Sie sind fast von unserem Speisplan verschwunden, die Bohnen, Linsen und Erbsen. Vielleicht noch als geschmackneutrale Tofu-Variation oder als Soja-Milch. Tipp: Gehen Sie doch mal zum „Inder“ und lassen Sie sich von den dortigen Speisen inspirieren. Der größte Teil der indischen Bevölkerung lebt fleischfrei dank dieser ausgesprochen eiweißreichen Gemüse. Die Blähungen, gefürchtete Begleiterscheinung, lassen sich erträglich machen durch Gewürze und die richtige Zubereitung. Der Eiweißbedarf liegt bei knapp 1g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag!
  4. Eier – von der Cholesterinsenker-Lobby zu Unrecht in Verruf geraten- Sie können durchaus mehr als 1 Ei/Woche essen. Dadurch steigt der Cholesterinspiegel nicht an! Eher durch Stress und inneren Druck – dann bildet der Körper das Cholesterin nämlich selber als „Gefässschutz“.
  5. Hier eine Tabelle- Sie können gut erkennen, dass ein einfaches, ersatzloses Weglassen von Fleisch und Fisch nicht so leicht auszugleichen ist:

 Nahrungsmittel

Eiweiß
/100g

Goldmakrelen

38

Parmesan

36

Sojabohnen (reif)

34

Schweineschnitzel (natur)

31

Emmentaler (45 % Fett)

29

Rote Linsen

28

Erdnüsse

26

Thunfisch im eigenen Saft (Konserve)

26

Hähnchenbrustfilet

21

Mandeln

20

Alaska-Seelachs

18

Pangasius

13

Magerquark

12

Eiklar vom Ei

11

Tofu natur

11

Kidneybohnen (Konserve)

6

Sojamilch

4

Milch 1,5%

4

Joghurt 1,5%

3

Und noch etwas: Aus Sicht der Chinesischen Medizin wird durch zu viel Nachdenken die Milz und somit Verdauung/Stoffwechsel gestört! Also grübeln Sie nicht allzu sehr über das tägliche Essen: Abwechslungsreich soll es sein, der Jahreszeit entsprechend, es soll gut schmecken und sättigen!

Zucker, Mehl und andere Kohlenhydrate?

Im letzten Newsletter hatte ich etwas geschrieben zum Thema Eiweißzufuhr – angeknüpft an die Idee eines „Veggi-Days“ . Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralien – das sind die Grundbausteine unserer Ernährung. Aus Sicht der TCM bekommt der Mensch bei seiner Geburt ein gewisses Energiepotential (Essenz) mit, das jedoch immer wieder aufgefüllt werden muss. Dies geschieht durch die Nahrung und alle anderen Formen von „Input“ aus unserer Umwelt. Defizite in dieser Energiezufuhr machen sich über kurz oder lang als tiefgreifende Erschöpfungen bemerkbar. Eine ausgewogene, alle Grundformen von Energien umfassende Ernährung ist also notwendig. Je nachdem – einige Tage, Monate oder Jahre kann ein Defizit ausgeglichen werden. Aber irgendwann machen sich Gesundheitsstörungen bemerkbar.

Nun etwas über die Kohlenhydrate, die ja in den letzten Jahren einen „schlechten Ruf“ bekommen haben. Wobei einen ähnlichen Ruf zu Beginn meiner therapeutischen Praxis vor bald 30 Jahren die Eiweiße und später dann das Fett hatten. Vielleicht doch nur eine Frage der „Mode“?

Kohlenhydrate liefern dem Organismus Zucker, also Glukose – dabei ist es letztlich zweitrangig, ob man sie in Form von reinem Zucker oder Vollkornmehl, Gemüse oder Obst zu sich nimmt. Auch Fett und Eiweiß können dazu umgewandelt werden! Diese Glukose ist entscheidender Energielieferant für den Stoffwechsel, jede Zelle braucht sie für ihre Funktion. Das Hormon Insulin schleust die Glukose in die Zellen hinein und macht sie so erst nutzbar. Beim Diabetes wird weniger Insulin produziert (meist Typ I-Diabetes) oder die Zellen reagieren nicht mehr auf dieses Hormon (Insulinresistenz, meist Typ II-Diabetes).

Kohlenhydrate sind schnell vom Organismus zu verarbeiten. Reiner Zucker steht sehr schnell für die Energiegewinnung zur Verfügung. Wenn die Kohlenhydrate erst von der Verdauung umgewandelt werden müssen (Vollkornprodukte z.B.), so benötigt das längere Zeit und die (insulinabhängigen) Stoffwechselvorgänge verzögern sich. Ein Vorteil bei Diabetes, denn so wird weniger Insulin gebraucht. Bei Zufuhr von reinem Zucker hingegen steigt der Blutzucker-Spiegel im Blut sehr schnell an- und es wird viel Insulin „angefordert“.

Soweit die Erkenntnisse der modernen Schulmedizin.

Die TCM sieht Kohlenhydrate vor allem als erhitzend an, sie stellen die aktive, warme Yang-Energie zur Verfügung. Ein Mangel daran führt zu Kälteerscheinungen- Sie haben es sicher auch schon bemerkt, dass Ihnen kalt wird, wenn Sie körperlich viel gearbeitet und zu wenig gegessen haben!

Diese erhitzende Wirkung zeigt sich aber unangenehm, wenn insgesamt oder in einigen Regionen Ihres Körpers schon viel Hitze da ist: Sodbrennen bei Süssigkeiten, Schlaflosigkeit und Unruhe nach Alkoholgenuss (Alkohol=Kohlenhydrate), Ekzeme und unreine Haut nach Kuchen und Griespudding.... Solch eine „hitzige“ Tendenz können Sie selber beim morgendlichen Blick auf Ihre Zunge erkennen: Entweder Sie sehen einen deutlich roten Zungenkörper oder einen gelblichen Zungenbelag.

Wenn Sie also solche Probleme haben, sollten Sie eher langsamer verdauliche Kohlenhydrate (Gemüse, Vollkornprodukte z.B.) zu sich nehmen- wenn es Ihre Verdauung verträgt und Sie sich dann nicht mit Blähungen und Durchfällen herumplagen müssen. Dies wäre dann ein Zeichen für eine Verdauungs- und Stoffwechselschwäche. Aus Sicht der „alten Chinesen“ ein Milz-Problem. Erkennbar für Sie auch an einer dicken, geschwollenen Zunge mit Zahneindrücken an den Rändern.

Grundsätzlich können Sie übrigens ein Zuviel an Hitze durch bittere Nahrungsmittel ausgleichen: also alkoholfreies Pilsner, Espresso, Radicchio, Tonic Water...

Und noch etwas: Aus Sicht der Chinesischen Medizin wird durch zu viel Nachdenken die Milz und somit Verdauung/Stoffwechsel gestört! Also grübeln Sie nicht allzu sehr über das tägliche Essen: Abwechslungsreich soll es sein, der Jahreszeit entsprechend, es soll gut schmecken und sättigen!

Methoden aus der Praxis vorgestellt von Jessica Noll:

Moxibustion-Jiu

Der Geruch von verbranntem Moxa-Kraut ist den meisten Patienten unserer Praxis vertraut und löst nur anfangs eine gewisse Skepsis aus. Viele haben die verschiedenen Techniken mit der „glühenden Zigarre“ schon wohltuend erfahren dürfen. Ich möchte einige grundliegende Aspekte zur Moxibustion hier erläutern:

In der TCM gehören Akupunktur(Zhen) und Moxibustion (Jiu) als Zhenjiu zusammen. Jiu bedeutet übersetzt „Brennen“ und bezeichnet hier eine Kombination aus Phyto- und Wärmetherapie. Verbrannt wird Beifußkraut (Artemisia vulgaris varietas sin.), genauer: die zuvor einige Jahre getrockneten und fermentierten Blätter der Pflanze.

Das Beifußkraut ist warm, bitter und scharf. Innerlich eingenommen wärmt es den Uterus und stillt Blutungen. Besonders häufig wird es bei einer verlängerten Menstruationsblutung eingesetzt. Außerdem mindert das Kraut Unterleibsschmerzen und beruhigt den Fötus, so dass die Gefahr eines vorzeitigen Abortes gemindert werden kann. Auch andere gynäkologische Erkrankungen können gut behandelt werden. In Bezug auf die Leitbahnen kann Artemisia vul. Feuchtigkeit eliminieren, wärmen und das Blut halten.

Bei der äußerlichen Anwendung beim Moxen werden Akupunkturpunkte oder auch grössere Flächen mit der glimmenden Wolle erwärmt. Dies verstärkt die arzneiliche Wirkung und es wird zudem Kälte von der Oberfläche und aus den Organen vertrieben. Bei eingedrungener Kälte im Bewegungsapparat mit Muskel- und Gelenkschmerzen (akut und chronisch) kann oft eine schnelle Schmerzlinderung erreicht werden. Die wärmende Wirkung stärkt besonders das Yang und fördert einen ruhigen Fluss von Qi und Blut, Stagnationen können aufgelöst und zum Beispiel Durchblutungsstörungen entgegengewirkt werden. So wird auch die Vorbeugung von Krankheiten durch Stärkung des Immunsystems gefördert. Hierfür eignen sich besonders Punkte am Rücken oder das Moxen des Akupunkturpunktes Magen 36 „Zusanli“aussen unter dem Knie.

Nach westlicher Vorstellung erfolgt durch Moxibustion eine bessere Durchblutung des Gewebes und der Stoffwechsel wird aktiviert, Organfunktionen werden angeregt und die Körperabwehr gestärkt.

Die Verbrennung des Beifußkrautes kann durch verschiedene Techniken erfolgen:

-durch kleine Moxakegel, evt. auf einer Scheibe Ingwer oder Knoblauch, die Wirkung ist eher punktuell, wirkt erwärmend und entgiftend

-in einem Moxakasten, meist im Bauch- und Rückenbereich genutzt

-mit der Moxazigarre, das gebräuchlichste Verfahren

-Moxen im Bauchnabel, mit Salz gefüllt und einer Ingwerscheibe unterliegend (Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen)

-bei der Moxanadel wird das Kraut auf eine gesetzte Akupunkturnadel aufgesteckt, durch die Nadel wird die Wärme direkt in den Punkt geleitet (Kälte-Schmerzen)

-Reiskornmoxa erfolgt durch kleine Kügelchen die unmittelbar auf der Haut entzündet und sofort wieder entfernt werden (Kälte-Blockaden)

In China ist –anders als bei uns- die Bildung von Brandblasen häufig sogar erwünscht, im westlichen Kulturkreis steht die eher milde Wirkung im Vordergrund und man versucht tunlichst, derartige drastischere Wirkungen zu vermeiden.

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TCM Praxis Noll
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Tel.: 089-55027722
Email: info@praxis-noll.de
 

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