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So wird man ein Hildegard-Fan
Das Jahr 1998 war ein großes Hildegard-Jahr, denn vor 900 Jahren wurde SIE hier ganz in der Nähe in Bermersheim bei Alzey geboren. Wenn man über diese Frau und ihre ganzheitliche und so auch äußerst wirksame Heilkunde und Heilskunde spricht, sollte man erst einmal 3 Fragen beantworten:

1. Wer war diese Frau überhaupt?
In diesem Jubiläumsjahr wird noch weiterhin soviel über die Heilige Hildegard und ihr Leben geschrieben, dass ich mich hierüber in diesem Vortrag nicht weiter äußern muss.

Die 2. Frage, die man beantworten sollte, ist: Wie wurde man selbst Hildegard-Fan?

Und die 3. Frage: Wie kann man diese ihre Heil- und ihre Heilskunde in der heutigen Zeit harmonisch in eine ganz normale Praxis für Naturheilkunde oder auch in eine Arztpraxis mit einfügen?
Ich möchte Ihnen dies anhand meiner eigenen Person und Praxis etwas näher bringen in der Hoffnung, dass auch Sie von diesem „Virus Hildegardii” erfasst und nie wieder losgelassen werden, von dem ich infiziert wurde.
Wie wird man nun Hildegard-Fan?
Am Heiligen Abend 1978 wurde ich plötzlich und unerwartet von diesem „Virus Hildegardii” infiziert. Diese Infektion ist – wenn sie einmal einen Menschen befallen hat – nicht mehr rückgängig zu machen. Wie geschah dies?

Ich bekam von meiner Frau das Buch des inzwischen leider im März verstorbenen Altmeisters der Hildegard-Heilkunde, Dr. Gottfried Hertzka „Das Wunder der Hildegard-Medizin” geschenkt. Es fesselte mich vom ersten Augenblick an. Ich las es an diesem ersten Abend ganz durch, nahm es mir am 2. und 3. Tag immer wieder vor und konnte es in den nächsten Tagen fast nicht mehr aus der Hand legen. Zeichen eines eindeutigen und schweren Befalles mit diesem eigenartigen Virus.

Als ich im Januar des Neuen Jahr 1979 nach einer kleinen Pause wieder die Praxis aufmachte, kam als allererster Patient ein Mann aus einem der Dörfer der Umgebung, der eine akuten Lumb-Ischialgie hatte. Dieser Patient war schon öfters in meiner Praxis und ich kannte ihn schon seit Jahren. Als er sich auskleidete, sah ich, dass er im Augenblick wieder seine herrlich blühende Psoriasis hatte, also einer Schuppenflechte, mit handgroßen, teilweise blutig gekratzten Stellen am Gesäß, an den Knien, den Ellbogen und auch am Kopf.
Sofort fiel mir so Einiges aus dem neuen Buch über die heilige Hildegard von Bingen und ihre Heilkunde ein. SIE meinte, dass man bei schuppenartigen Erkrankungen – sie nannte sie „rauden” oder „rusae”, an anderer Stelle bezeichnet sie solche Haut-Erkrankungen auch mit dem Oberbegriff „Lepra” – mit Hasengalle behandeln solle. Sie schreibt dazu: „Giesse die einfache Galle des Hasen über die Lepra des Menschen und salbe damit oft, und die Rinden dieser Lepra fallen und der Kranke wird geheilt werden, weil die Hasengalle hinreichend dafür nützt.”

Dies erzählte ich meinem Patienten, während ich seine Lumb-Ischialgie mit Chiropraktik und anderen manuellen Therapien behandelte. Er meinte, dass er dies sofort heute Abend ausprobieren würde. Er habe selbst 50 Stallhasen zu Hause und er werde heute Abend 3 dieser Tiere schlachten und das, was ich ihm gerade erzählt habe, ausprobieren.
Ich war darüber zuerst entsetzt und wollte es ihm ausreden, da ich über die Wirkung absolut noch nichts wusste und dies eben nur in einem Buch gelesen hatte, wie ich ihm sagte. Er meinte aber, dass ich ihm bisher in den Jahren, in denen er mich kannte, noch nie einen falschen Ratschlag gegeben hätte und er dies ausprobiere. Er mache alles, damit dies besser würde. Er wäre jetzt 36 Jahre alt und wäre damit seit seiner Kindheit belastet und wenn es irgendeinen Strohhalm gebe, der Besserung versprechen würde, so würde er diesen ergreifen.
Da er nun einmal nicht abzubringen war, schärfte ich ihm aber ein, dass er die flüssige Hasengalle nur auf geschlossene Hautstellen aufbringen solle – da ich nicht wusste, wie die offenen, blutig gekratzten Stellen und der Körper darauf reagieren würden – und dass er mir nun jeden Tag über diese Auswirkungen Bericht erstatten solle. Dies sagte er mir auch zu.
Am nächsten Morgen rief er mich dann an und erzählte mir, dass die Galle auf den Stellen, die er mit den 3 Hasengallen benetzt hatte, ca. 3 Stunden wie Feuer gebrannt hätten, dann sei er eingeschlafen. An diesem Morgen aber sei die Psoriasis, die er seit seiner Babyzeit habe, um 70% zurückgegangen und heute Abend müssten wieder 3 Stallhasen ihr Leben lassen, damit er weitermachen könne.
Er machte diese „Hasengallen-Kur” mit den Gallen der immer frisch geschlachteten Hasen noch an den nächsten 3 Abenden und danach war die Psoriasis, die er 36 Jahre lang hatte, vollständig verschwunden und kam bis zum heutigen Tag nie mehr wieder. Ich traf ihn erst vor wenigen Wochen und auf meine Frage: „Was macht die Psoriasis?” fragte er grinsend zurück: „Was ist das?”
Auch seine sich früher oft wiederholenden Lumbalgien und Schmerzen in vielen Gelenken kamen seither nie mehr in dem Maß wieder, wie früher, so dass die Vermutung nahe liegt, dass es sich hier um eine „Arthritis psoriatica”, eine sehr seltene Rheumaform, die mit der Psoriasis kombiniert ist, handelte. Diese Hasengallen-Therapie hatte diese Psoriasis total ausgeheilt, obwohl er mit jeweils 3 kleinen frischen Hasengallen pro Abend gar nicht alle betroffenen Stellen der geschädigten Haut erfassen konnte.
Ich muss jetzt allerdings auch dazu sagen, dass ich seither – also seit Januar 1979 – nie wieder einen Psoriasis-Patienten in der Praxis hatte, der so radikal und schnell auf die Hasengalle reagiert hat. Besserung trat wohl in den folgenden Jahren in allen Fällen ein, aber eine so gute und sofortige positive Reaktion hatte nie wieder einer meiner Patienten.
Mittlerweile sind die Kolleginnen und Kollegen vom Arbeitskreis für Hildegard-Heilkunde zusammen mit mir dahinter gekommen, dass das ganze Geheimnis dieser Therapie eigentlich ist, dass man stets ganz frische und noch körperwarme Hasengalle nehmen muss! Je frischer der Inhalt der Hasengallen unmittelbar nach dem Schlachten der armen Tierchen auf die Haut aufgetragen wird, desto besser hilft es.
Durch diesen ersten Erfolg verstand ich den Titel des Buches von Dr. Hertzka erst richtig, „Das Wunder der Hildegard-Medizin” und dadurch fing natürlich dieser „Virus Hildegardii” bei mir erst richtig an zu arbeiten. Ich wurde „heiß auf Hildegard”, wie ich manchmal spaßeshalber sage.
Ich kaufte mir das 2. bisher erschienene Buch von Dr. Hertzka „So heilt Gott” und alles, was ich an Übersetzungen ihrer Schriften bekommen konnte – das war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht sehr viel – und fing an zu studieren und auszuprobieren.
Eine ganze Reihe Patienten, denen ich davon erzählt hatte, machten es mit mir und selbst mein Apotheker wurde sehr stark infiziert und so kamen wir nach kurzer Zeit zu schon recht brauchbaren Ergebnissen.
Zuerst wurde geschaut, dass wir irgendwo Dinkel herbekamen, was damals auch noch recht schwierig war. Dann die Gewürze Galgant, Bertram und Quendel. Fenchel und sein Samen waren etwas einfacher zu beschaffen. Den Herzwein – auch Petersilien-Honig-Wein genannt – machten sich die Patienten teilweise selber und auch mein Apotheker stellte ihn für die Patienten, die ihn teilweise nicht selbst herstellen wollten, sondern ihn lieber kauften. Ein Gärtner der Umgebung wurde für den biologisch einwandfreien Petersilien-Nachschub engagiert.

Dann suchte ich Dr. Hertzka auf, der damals in Konstanz am Bodensee die allererste Hildegard-Praxis betrieb, und trat in die damals einzige, schon funktionierende Hildegard-Gesellschaft in Österreich ein, deren Gründer und Leiter Helmut Posch war und heute auch noch ist, und besuchte deren Jahresversammlung in St. Georgen am Attersee.
Bis zum Zeitpunkt meiner „Infizierung” hatte ich eine ganz „normale” Naturheilpraxis mit dem Schwerpunkt „Chiropraktik”, die bei uns in der Familie seit fast 400 Jahren ausgeübt und von Generation zu Generation weitergegeben wird. Dazu übte ich die Begleit-Therapien der üblichen manuellen und physikalischen Therapie aus, wie Wärme- und Kälte-Anwendungen, Bestrahlungen, Massage, Schröpfen, Blutegel, Cantharidenpflaster, Phytotherapie und Homöopathie.
Durch den Einzug der heiligen Hildegard in meine Praxis gab es dann eine gewaltige Umstrukturierung. Ich merkte, dass viele meiner Therapien sehr viel besser wirkten und man schneller zum Ziel kam. heiligen Hildegard in der richtigen Weise und am richtigen Tag nur ganze 40 ml dunkles Blut hatte ausfließen lassen, konnte sie auf einmal die Finger bewegen und die Knöpfe ihrer Bluse zumachen; vorher hatte sie dies vom Ehemann machen lassen müssen, sowohl das Anziehen zu Hause, als auch das Ausziehen vor dem Aderlass bei mir in der Praxis.
Ich mache seit einigen Jahren allerdings bei diesem speziellen Hildegardischen Aderlass am Ende noch etwas, was nicht ganz hildegardisch ist, aber doch sehr gute, alte Naturheilkunde: Wenn das ausfließende Blut heller geworden ist – also der Aderlass seine Entgiftungsaufgabe erfüllt hat – entnehme ich ganz zum Schluss noch 2 ml Blut und re-injiziere dies sofort nach den Regeln der Eigenblut-Therapie, also auf der entgegengesetzten Seite intra-glutaeal. Dadurch wird die Abwehrkraft der durch den Aderlass unwahrscheinlich gereinigten Patienten enorm verstärkt. Dies bestätigen mir immer wieder Patienten, die sich seit Jahren regelmäßig den Hildegardischen Aderlass machen lassen und beide Formen bei mir in der Praxis erlebt haben – also erst ohne Eigenblut-Injektion und dann später mit. Sie haben durch diese kleine Eigenblut-Injektion danach ein noch viel besseres Wohlgefühl und die anschließenden Reaktionen des Körpers sind noch positiver. Wenn man aber mehr als 3 ml Eigenblut re-injiziert, kann es sogar zu leichten fieberhaften Reaktionen kommen, aber das wissen ja die Kolleginnen und Kollegen, die mit Eigenblut arbeiten, sicher. Man muss also auch hier wie überall auch die „Discretio”, das „Rechte Maß”, einhalten, wie wir immer wieder bei der Heiligen Hildegard lesen können.

Wegen dieser immer guten und berechenbaren Reaktionen hat dieser Hildegardische Aderlass natürlich den ganz normalen Aderlass bei mir in der Praxis vollkommen verdrängt. Ich habe das Bessere in die Praxis mit aufgenommen.
So ging es auch bei vielen anderen Sachen: Da ich – wie schon gesagt – sehr viel Chiropraktik in der Praxis mache, habe ich bei der heiligen Hildegard mit der Hildegardischen Weizenpackung und dem Galgantwein sehr gute Ergänzungs-Therapien zu meinen bisherigen Therapien gefunden. Oftmals helfen diese beiden Hildegard-Therapien schon alleine, ohne dass noch irgend etwas anderes gemacht werden muss. Manchmal sogar auch ohne Chiropraktik oder Osteopathie, vor allem, wenn es sich um einen Patienten handelt, der schon seine ganze Ernährung und Handlungsweisen auf Hildegard umgestellt hat.
Aber diese beiden Anwendungen helfen natürlich auch bei den ganz normalen Patienten, auch wenn diese sich (noch) nicht mit der Hildegard-Heilkunde befasst haben.

Die Weizenpackung:
Dazu werden 1 bis 2 kg ganze Weizenkörner, die man sich bei einem Bauern, in einem „Grünen Laden” oder sonst wo besorgen kann, werden in 2 bis 3 Liter Wasser ca. 10 Minuten lang an-, nicht weich gekocht, abgeseiht und auf ein Leinentuch gegeben. Dann muss man etwas warten, bis die Temperatur der Körner soweit zurückgegangen ist, dass man sich – ohne die Haut zu verbrennen – mit dem schmerzenden Rückenbereich mit der nackten Haut direkt auf die Körner legen kann. So lässt man sich gut einpacken und bleibt solange in dieser Packung, solange man sich darin wohlfühlt und es als angenehm empfindet. In der Regel sind dies 20 bis 30 Minuten.
Man kann die gebrauchten Weizenkörner öfters im Dampftopf aufwärmen, indem man sie mit dem Leinentuch in einen Topf mit Dampfeinsatz gibt und sie so erwärmt. Wenn man aber ausreichend Weizen zur Verfügung hat, sollte man jedes Mal neue Körner verwenden und die gebrauchten Körner zur Tierfütterung verwenden oder in die Biotonne geben. Solange die Rückenschmerzen oder der nichtentzündliche Ischias akut sind, sollte man diese Packung täglich machen, bei Besserung dann nur noch jeden 2. bis 3. Tag.

Nach der Packung sollte man sofort die schmerzenden Partien mit einer Salbe einreiben, entweder mit der Hildegardischen Wermut-Rheuma-Salbe, mit Histajodol oder der Nervensalbe von der Firma Nestmann. Histajodol wird nicht mehr von der Firma Kattwiga hergestellt wird sondern von RevitMed in Dortmund. RevitMed-Produkte sind allerdings nicht im Großhandel erhältlich.

Unterstützen sollte man das Ganze von innen her mit dem Galgantwein:
Dazu nimmt man 1 Teelöffel geschnittene Galgantwurzelstücke und kocht sie in 1/4 Liter Wein ca. 5 Minuten sprudelnd, seiht ab und trinkt diesen warmen, scharf nach Galgant schmeckenden Wein tagsüber schluckweise. Wichtig ist, dass er wirklich immer warm getrunken wird. Er entkrampft die inneren Organe und dadurch die dazugehörigen Head´schen Reflexzonen und die Muskulatur am Rücken. Durch ihn werden auch Myogelosen aufgelöst. Wenn allerdings eine Subluxation von Wirbelkörpern besteht, sollten diese noch chiropraktisch behandelt werden. Dies geht aber sehr viel leichter, wenn der Patient schon Weizenpackung gemacht und Galgantwein getrunken hat, weil dadurch schon viele Spannungen im krankhaft-schmerzhaften Bereich genommen worden sind.
Ergänzend werde ich zumindest anfangs bei diesen Erkrankungen noch folgende Mittel aus der Komplex-Homöopathie verordnen. Natürlich nicht alle zusammen, sondern die, welche bei dem Patienten, den ich gerade vor mir habe, noch angebracht erscheinen.
Sponwiga, Spiraphan und Salicort-Rupha (alles Kattwiga) verordne ich meist zusammen, anfangs 5 x tgl. je 20 Tropfen mit etwas Wasser einnehmen, bei Besserung der Schmerzen zurückgehen bis auf 3 x tgl. je 15 Tropfen.
Bei Ischialgie links verordne ich noch zusätzlich: Ruta Synergon Nr. 97, 4 – 3 x tgl. 20 – 15 Tropfen immer in warmem Tee oder Wasser einnehmen. Bei Ischialgie rechts noch zusätzlich: Gnaphalium N Synergon Nr. 96, auch 4 – 3 x tgl. 20 – 15 Tropfen immer in warmem Tee oder Wasser einnehmen.
Bei nächtlichen Schmerzen allein einnehmen oder zusätzlich mit anderen Mitteln: Rhus tox. N Synergon Nr. 98, 6 – 3 x tgl. 20 – 15 Tropfen in Flüssigkeit einnehmen.

Bei sehr akutem Schmerz lasse ich noch zusätzlich Vitamin B 1 Kattwiga nehmen, anfangs bis zu 4 x tgl. 3 Drag., bei Besserung auf 3 x tgl. 1 Drag. reduzieren.

Nach der Weizenpackung, aber auch sonst, lasse ich alle schmerzenden Stellen 1 – 2 x tgl. mit Histajodol N (Kattwiga) einreiben und abgedeckt warm halten. Dies wirkt sich besonders intensiv nach der heißen Weizenpackung nach der Heiligen Hildegard von Bingen. Wem dies zu scharf ist, der möge die Nervensalbe (Nr. 300) von Nestmann nehmen, die eine beinahe hildegardische Zusammensetzung hat: Ol. Macidis (Muskat-Öl), Ol. Juniperi (Wacholder-Öl), Ol. Rosmarini (Rosmarin-Öl), Oleum Caryophylli (Gewürznelken-Öl), Oleum Tanaceti (Rainfarn-Öl). Auch die Hilfsstoffe als Salbengrundlage für diese Salbe sind gute, alte Naturheil- und Volksheilkunde: Cera flava (Bienenwachs), Sebum bovinum (Rindertalg) und Adeps suillus (Schweineschmalz).
Die Indikation dieser Salbe sind: Neuralgien, Muskel- und Gelenkschmerzen aller Art; man kann sie auch zu Reflexzonenbehandlungen und unblutigen Schröpfungen verwenden. Sie wirkt hyperämisierende und lokal anästhetisch.
Ergänzend sollte man bei chronischen Leiden noch die „Frischzellen-Therapie der Hildegard-Heilkunde” verwenden, die Kalbsfuß-Suppe. Sie hilft besonders bei Abnützungen im Wirbelsäulen- und Gelenksbereich. Diese Suppe bewirkt, dass die Knorpelschicht wieder aufgebaut wird und stärkt das Bindegewebe und die Bänder. Dadurch wird eine Stabilität aufgebaut, die man mit sonst nichts anderem erreichen kann.
Man besorgt sich dazu einfach beim Metzger die Kalbsfüße oder die Füße junger Rinder. Diese sind in der Regel gar nicht so einfach zu bekommen, da sie heute als Abfall gelten und ungeputzt weggeworfen werden. Deshalb sollte Sie alle, jeden Metzger den Sie kennen, dahingehend beeinflussen, dass er nie wieder etwas so Kostbares wegwirft. Wenn gerade kein Käufer da sein sollte, kann er sie ja geputzt einfrieren.

Nach dem Auskochen kann man die Füße dann weggeben. Die daraus gekochte Suppe wird in kaltem Zustand so steif, dass man sie mit dem Messer schneiden kann. Würzen kann sie jeder nach seinem Geschmack, sollte dabei aber auch die Hildegard-Grundgewürze Galgant, Bertram und Quendel nicht vergessen.
Man kann diese Kalbsfußsuppe direkt als Suppe essen, mit Dinkelnudeln oder Dinkelgrieß, man kann damit aber auch Gemüse oder Eintöpfe zubereiten. Man kann sie also so verwenden, wie sie einem am besten schmeckt. Der Phantasie sind hierbei keinerlei Grenzen gesetzt. Die Kalbsfußsuppe gibt es jetzt auch schon über einige Hildegard-Vertriebe in löslicher Form.
Hier muss ich nun aber auch ganz kurz die Hauptgewürze der Hildegard-Heilkunde mit einflechten, die ja nicht nur Gewürze, sondern auch Medikamente sind:

Galgant
1. Galgant, Alpinia officinarum Hance, gehört zur Familie der Ingwer-Gewächse. Das scharf-aromatisch schmeckende Pulver mit angenehm würzigem Duft, das aus den etwa 10 Jahre alten getrockneten Wurzeln hergestellt wird, ist das am meisten verwendete Medikament, aber auch Gewürz, der gesamten Hildegard-Heilkunde. Die Heimat der Pflanze ist Ostasien und kam früher über die Seidenstraße in den Mittelmeerraum und über die Alpen nach Deutschland. Heute wird sie nicht nur in ihrer ursprünglichen Heimat in Kulturen gezogen, sondern auch in Ostindischen, in Japan und auf den Antillen.
Die Heilige Hildegard schreibt dazu (verkürzt): „Galgant ist warm und heilkräftig. Wer hitziges Fieber hat, pulverisiere Galgant und trinke dieses Pulver in Quellwasser und er wird das hitzige Fieber löschen. Wer im Rücken oder in der Seite Schmerzen hat, siede Galgant in Wein und trinke ihn oft warm und der Schmerz wird aufhören.” Das ist der Galgantwein, den ich vorhin schon vorgestellt habe. „Wer Herzweh hat und im Herzen schwach ist, esse bald genügend Galgant und es wird ihm besser gehen.”
Galgant wird als Pulver in der Küche verwendet und ist auch ein Hauptbestandteil von Curry-Mischungen und verleiht neben anderen scharfen Gewürzen dieser Mischung einen Teil seiner typischen Schärfe. In der ostasiatischen Küche wird sehr viel verwendet und moderne Labortechnik hat festgestellt, dass die Scharstoffe im Galgant und auch im Pfeffer die Verklumpung von Blutplättchen verhindern, die beim Herzinfarkt an einer geschädigten Gefäßwand ein Blutgerinnsel, einen Thrombus, bilden und so ein Herzgefäß verschließen können. Dies ist der wahrscheinliche Hauptgrund, dass es im ostasiatischem Raum so wenig Herz- und Kreislauf-Erkrankungen gibt. So werden also die von der Heiligen Hildegard von Bingen vor über 850 Jahren aufgestellten Indikationen durch moderne Labor-Techniken voll bestätigt. Dr. Hertzka hat in seinem ganzen ärztlichem Leben deshalb Galgant in der Notfall-Medizin noch vor Nitro-Präparaten eingesetzt und so auch den Nitro-Kopfschmerz vermieden.
Deshalb wird Galgant-Pulver – in Tablettenform gepresst – heute in der Hildegard-Praxis als schnellstwirkendes Hildegard-Herzmittel bei allen Zuständen von Schwindel, Schwäche und Schmerzen, die von Herzen kommen, angewendet, also auch bei krampfartigen Herzbeschwerden wie der Angina pectoris.

Die Wirkungen auf den Menschen, die noch lange nicht alle ganz erforscht sind, kann man in etwa so zusammenfassen:
Galgant wirkt entzündungshemmend und ausheilend nach Entzündungen; wirkt krampflösend auf alle Organe und Gefäße, auch bei pseudo-epileptischen Anfällen; wirkt normalisierend auf die Herzfunktion. Es wird sowohl das Herzschlagvolumen, als auch die Herzfrequenz gesenkt. Patienten, die regelmäßig Galgant-Tabletten nehmen oder regelmäßig als Gewürz beim Essen mitverwenden, brauchen wenig oder gar keine Nitro-Präparate mehr und vermeiden dadurch auch den so genannten Nitro-Kopfschmerz.
Da Galgant auch massiv entkrampfend auf den Verdauungstrakt einwirkt, werden bei regelmäßigem Gebrauch alle Ursachen von Schmerzen oder Krämpfen, die vom Magen-Darm oder auch von der Galle herkommen, langsam ausgeschaltet. Bei einer Gallenkolik direkt hilft Galgant allerdings nur noch wenig, da muss mit anderen, stärker wirkenden Mitteln vom Arzt oder Heilpraktiker eingegriffen werden. Aber bei regelmäßigem Gebrauch kommt es nur noch selten zu solchen Zuständen.
Da Galgant wie Pfeffer schmeckt, ist dieses Medikament pur nicht für jedermann geeignet. Man kann dann auf den Galgant-Honig, den es mit 5, 10, 20 und 30 % Galgant-Anteil im Handel gibt, ausweichen. Diesen Honig nehmen dann auch, wenn nötig, Kinder und sehr empfindliche Leute ein. Den Galgant-Honig kann sich jeder ganz leicht selbst herstellen, indem er eine gewisse Menge Galgant-Gewürz-Pulver in flüssigen – eventuell im Wasserbad auf 30 Grad leicht erwärmten – Honig einrührt. Da kann dann jeder die ihm angenehme und verträgliche Stärke sich selbst zusammenmixen. Von diesem Galgant-Honig sollte man bei Bedarf 1 bis 3 x täglich 3 bis 4 Messerspitzen voll auf Brot essen. Er wirkt so gegen Durchblutungsstörungen, Krämpfe aller Art und auch bei schweren Erschöpfungszustände nach überstandenen Infektionskrankheiten sich sehr positiv aus.

Auch bei allen Virus-Erkrankungen hilft Galgant bei der Ausheilung. Man löst Galgant-Tabletten oder Galgant-Honig in frischem Wasser auf und trinkt dies. Kinder bekommen den Galgant-Honig in kaltem Himbeerwasser zu trinken. Kalt heißt natürlich nur mit Zimmertemperatur, nicht aus dem Kühlschrank. Auf keinen Fall darf das Himbeerwasser aber warm sein, da es sonst die Kinder zum Erbrechen reizen würde.

Durch diese Galgant wird jedes Fieber erträglicher und klingt schneller ab. Auch die unangenehmen Nachwirkungen einer Virus-Infektion werden abgeschwächt und die Rekonvaleszenzzeit abgekürzt. Nach der Ausheilung – und mit Galgant geht dies viel schneller als mit anderen Mitteln – ist der Kranke sofort wieder voll körperlich und geistig einsatzfähig.

Bei einer frischen Gürtelrose sollte man Galgant in Wasser auflösen und dieses Galgant-Wasser sowohl trinken, als auch damit Umschläge auf die Bläschen machen. Wenn dies bei einer frischen Gürtelrose sofort gemacht wird, kann sie innerhalb von 10 Tagen völlig ohne spätere Neuralgien ausheilen. Wenn die Bläschen schon am Eintrocknen sind, hilft dies leider nicht mehr. Dann muss man später von der „normalen” Naturheilkunde mit homöopathischen Mitteln eingreifen, unterstützt durch Blutegel-Therapie, Canthariden-Pflaster, Vitamin B 12, usw.
Eine Galgant-Tablette abends eingenommen vermindert oder beseitigt das Schnarchen. Dies hilft allerdings nur, wenn keine anatomischen Veränderungen im Nasen-Rachen-Raum vorhanden sind. In solchen Fällen müsste dann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt helfend und eventuell durch eine kleine Operation regulierend eingreifen.
Galgant vermindert und beseitigt auch die Hitzewallungen in den Wechseljahre. Hier verordnet man die Galgant-Tabletten zusammen mit der Weinraute, die ein großes, hildegardisches Hormonmittel ist, das dann zusammen mit Galgant die erwünschte Wirkung bringt.

Bei Halsschmerzen sollte man auch nacheinander einige Galgant-Tabletten lutschen, das „brennt den Hals aus”, wie mir meine Patienten gesagt haben.
Bei einer Gallen-Migräne mit einseitigen Kopf-Schmerzen rechts hat sich Galgant im akuten Fall alle 1/4 – 1/2 Stunde genommen bestens bewährt. Wenn man dann allerdings nach der Besserung eine Tasse Kaffee trinkt, setzt die Migräne sofort mit heftigsten Schmerzen wieder ein und lässt sich dann auch mit Galgant nicht mehr vertreiben.
Galgant ist als Gewürz und Medikament aus dem Schatz der Hildegard-Heilkunde heute gar nicht mehr wegzudenken. Viele Hildegard-Anhänger verwenden Galgant einfach in ihrer Küche als Gewürz und haben somit eine Prophylaxe, wie sie nicht besser sein könnte. Außerdem schmeckt das Essen mit Galgant gewürzt sehr gut. Es hat eine gewissen Schärfe, die aber sehr angenehm ist und nicht durstig macht, wie man es oftmals bei scharfen Speisen erlebt.

Bertram
Das 2. Hildegard-Grundgewürz ist Bertram, Anacyclus pyrethrum, der rund um das Mittelmeer wächst. Bertram war schon im Altertum ein anerkanntes Heilmittel. Von ihm schreibt die heilige Hildegard in ihren Schriften (verkürzt): „Für einem gesunden Menschen ist er gut, weil er die Fäulnis in ihm mindert, das gute Blut vermehrt und einen klaren Verstand bereitet. Auch den Schwerkranken bringt er wieder zu Kräften, und schickt nichts unverdaut aus dem Menschen hinaus. Wer viel Schleim im Kopf hat und Bertram oft isst, dem mindert er diesen Schleim. Oft genossen vertreibt er Brustfellentzündung, bereitet reine Säfte und macht die Augen klar. Wie auch immer er genommen wird, ist er nützlich und gut, sowohl für Kranken, als auch für Gesunde. Wer ihn oft isst, dem vertreibt er die Krankheit und verhindert, dass er krank wird. dass er beim Essen im Mund Speichel auslöst, kommt davon, dass er die üblen Säfte herauszieht und die Gesundheit zurückgibt.”
Nach dieser Wirkungsbeschreibung durch die Heilige Hildegard ist es eigentlich für jeden fast ein „Muss”, auch dieses Gewürz in die Hildegard-Küche mit aufzunehmen. Dies sollte jeder machen, wenn er versucht seine Kost auf Dinkel umzustellen, denn Bertram gehört wie die Hildegard-Standart-Gewürze Galgant und Quendel mit zur Basistherapie.
Bertram sollte als Medikament regelmäßig bei allen Verschleimungen der Nase und der Nebenhöhlen genommen werden. Ein Hildegard-Freund aus Oberbayern kam auf die Idee, dass – wenn Bertram Schleim aus dem Kopf zieht – man dann eigentlich Bertram auch schnupfen könnte. Es wurde ausprobiert und es klappte vorzüglich. Seither gehört bei allen Nebenhöhlen-Erkrankungen das Schnupfen von Bertram mit zur Verordnung. Außerdem sollten diese Patienten morgens 1/2 Teelöffel Bertram in 1 Glas warmem Wasser trinken – neben Luffa Synergon Nr. 70 (Kattwiga) und Euphorbium comp. Nasentropfen (Heel).
Auch bei schlechten Blutwerten gehört Bertram in jedes Essen. Man kann Bertram mit seiner angenehm milden Schärfe, die einen erfrischenden Nachgeschmack im Mund zurücklässt, als Geschmacksverbesserer an jedem Essen, wo es ranpasst, bezeichnen.
Bei Fastenkursen kommt es immer wieder vor, dass einige Faster nachts aufwachen und einen dicken, zähen, schmutzigen Schleim im Mund haben. Dies ist die Wirkung des Bertrams in der Fastensuppe, da er ja die üblen Säfte herauszieht, und ist eine ganz tolle Reinigung im Kopf- und Nebenhöhlen-Bereich. Auch kommt es während des Fastens oftmals zu schnupfenartigen Ausflüssen aus der Nase, obwohl die Leute keine Erkältung haben. Auch dies ist darauf zurückzuführen und nichts anderes als ein Reinigungsprozess.

Quendel
Das 3. Hildegard-Grundgewürz ist Quendel, der wilde Wiesen-Thymian, Thymus serpyllum. Von ihm sagt die heilige Hildegard: „Wer krankes Fleisch hat, dass seine Haut ausblüht, esse oft Quendel mit Fleisch oder im Mus gekocht, und er wird innerlich geheilt und gereinigt werden. Wer die kleine Krätze hat, zerstoße Quendel mit frischem Fett, mache eine Salbe daraus und salbe sich damit, und er wird die Gesundheit erlangen.
Und wenn das Gehirn krank und wie leer ist, pulverisiere Quendel, vermische das Pulver mit Mehl und Wasser und mache Törtchen, und esse sie oft, und sein Gehirn wird sich besser befinden.”
Deshalb sollte Quendel bei allen Erkrankungen der Haut, an jedes Essen und jedes Gebäck, wo es ranpasst, gegeben werden, natürlich zusammen mit Bertram und Galgant. Das Essen bekommt eine ganz neue und tolle Geschmacksrichtung. Man kann damit auch einmal Gäste bewirten und so, quasi durch die Hintertür, die Hildegard-Heilkunde populär machen.
Innerlich sollte man also bei allen Haut-Erkrankungen, aber auch bei Gehirnleere – also bei Durchblutungs-Störungen des Kopfes, speziell nach geistiger Überanstrengung – möglichst in allen Speisen und Gebäck Quendel mitverwenden.
Hildegard-Freunde kennen die Quendel-Plätzchen. Dies sind ganz normale Plätzchen, denen man einen beliebige Menge – je nach persönlichem Geschmack – Quendelpulver beigemischt hat. Wenn jemand total fertig und ausgelaugt von der Arbeit kommt, kann er mit einigen Quendel-Keksen und einem Gläschen Hildegard-Herzwein seinen „leeren Akku” wieder aufladen.
Äußerlich aber, bei kleineren Erkrankungen der Haut, sollte man frischen Quendel zerstoßen und mit (Mai-)Butter vermischt eine Salbe bereiten und auf die Stellen des Hautausschlages auftragen.
Im Frankenwald gehört der Quendel, also der wilde Wiesen-Thymian, zu den alten Volksheilmitteln: Von alters her wird den Babys mit einem Milchschorf Quendel-Tee eingeflößt und auch die Speisen damit zubereitet. Außerdem werden sie täglich in einer Quendel-Abkochung, die man dem Badewasser zugibt, gebadet. Die Salbe wird dort aus frisch zerquetschtem Quendel mit (Mai-)Butter, Honig und etwas Bienenwachs vermischt, hergestellt. Der Milchschorf und alle übrigen Hauterkrankungen heilten bei den so behandelten Kindern meist total aus und sie hatten oft nie mehr etwas in ihrem späteren Leben mit der Haut zu tun.

Diese drei Standart-Gewürze Galgant, Bertram und Quendel zusammen verwendet, bringen einen wohlschmeckenden, etwas exotisch anmutenden Geschmack an jedes Essen, das von den meisten als sehr angenehm empfunden wird, vorausgesetzt man überwürzt nicht mit einem, aber das ist ja bei allen anderen Gewürzen auch so. Gerade das harmonische Abwürzen, das man eine Art Geschmacks-Komposition durch alle Zutaten und Gewürze bekommt, ist ja das tiefe „Geheimnis” einer jeden guten Küche. Und da die Hildegard-Küche auch als solche zu bezeichnen ist, muss man dies hier natürlich auch so machen.
Alle Schmerzen – auch Rückenschmerzen – sind aber natürlich auch teilweise psychische Probleme. Man muss deshalb hier auch immer den betroffenen Patienten einmal fragen: „Was kannst Du nicht mehr tragen?” „Was drückt Dich darnieder?” „Was bereitet Dir Kopfschmerzen?”
Hier sollte man den Patienten besonders auf die Tugenden und Laster der Heiligen Hildegard hinweisen. Hier beschreibt SIE, wie der arme Mensch zwischen diesen beiden Extremen hin- und hergerissen wird und zeigt uns Wege, wie wir aus diesem Dilemma herauskommen können. Wenn der Patient dann sieht, dass er z. B. die „Discretio”, das rechte Maß, irgendwo nicht ganz eingehalten hat, dann sieht er auch, was er in seinem Leben anders machen muss, damit es ihn nicht mehr „darniederdrückt” und damit es ihm keine weiteren „Kopfschmerzen mehr bereitet”. Diese Umkehr – also erkennen was ich falsch gemacht habe und es in Zukunft besser und richtiger machen – bezeichnet die heilige Hildegard dann als die „Reue”, der SIE größte Heilkraft für Körper und Seele zuschreibt. Denn SIE sagt sinngemäß: „Die Seele kann sich nur über den Körper ausdrücken und gibt uns über ihn ihr Wohl-, aber auch ihr Miß-Befinden kund!” Aber damit hört natürlich die Hilfe durch die Hildegard-Heilkunde in der Praxis noch lange nicht auf.

Am Anfang versuche ich natürlich – wie schon gesagt – immer die Patienten zu animieren ihr Essen und ihr Trinken umzustellen, das heißt mehr auf Dinkel als Grund- oder Basis-Lebensmittel. Dazu die Kombination mit den Hauptgewürzen der Hildegard-Heilkunde, also Galgant, Quendel und Bertram. Weiter natürlich mit Fenchel und Edelkastanie.
Damit haben die Patienten schon eine sehr gute Ausgangsposition, eine gute Basis, auf der sie nun weiter aufbauen können: der Körper – und damit natürlich auch die Seele – werden entsäuert und entgiftet und sie fühlten sich allgemein schon dadurch sehr viel wohler. Durch diese Entsäuerung reagierten auch alle Medikamente im Körper viel besser und schneller – sowohl die hildegardischen, als auch die naturheilkundlich-homöopathischen, ja selbst die Medikamente der Schulmedizin. Viele dieser Medikamente können dadurch schon nach kurzer Zeit reduziert werden, manche können sogar ganz weggelassen werden. Dies ist natürlich besonders bei stark nebenwirkungsreichen Medikamenten sehr positiv, weil man dann hiermit auch diese – teilweise behandlungswürdigen Nebenwirkungen – wegbekommt. Hier sollte man aber den Verordner dieser Medikamente – in der Regel den Hausarzt – unbedingt mit einbeziehen.
Wenn er sie verordnet hat, so sollte er auch bei der Reduzierung oder gar beim Absetzen voll informiert sein. Wenn man dies nicht macht, wäre man dem Verordner dieser Medikamente gegenüber sehr unfair und könnte sogar dem Patienten damit schaden. Der Hausarzt muss ja – wenn er nicht darüber unterrichtet wird – annehmen, dass die positiven Wirkungen allein durch die von ihm verordneten Medikamente kommen.
Er würde sie dem Patienten weiterhin geben und auch in anderen, ähnlich gelagerten Fällen, diese Medikamente intensiv verordnen in der Meinung, diesen armen Leuten etwas sehr Gutes zu tun. Da kaum ein Patient auf seinen Hausarzt verzichten kann, muss dieser auch alles wissen. Er wird sogar in den meisten Fällen recht dankbar sein, dass teure und nebenwirkungsreiche Medikamente reduziert oder manchmal sogar weggelassen werden können. Er kennt ja auch die Nebenwirkungen und verordnet solche starken Medikamente ja meist wirklich nur, wenn sie nach seiner Meinung im Augenblick unbedingt nötig sind. Man muss in solchen Fällen eben einmal für kurze Zeit die Nebenwirkungen in Kauf nehmen um überhaupt eine Wirkung zu erzielen und wenn die Wirkung größer als die Nebenwirkung ist, ist dies ja auch in vielen Fällen angebracht.

Ich habe schon des öfteren erlebt – und die Kolleginnen und Kollegen, die schon länger die Hildegard-Heilkunde in ihre Praxis integriert haben, werden mir zustimmen – dass schwere Diabetiker, die sich mit der Ernährung und dem anderen Drum und Dran auf die Hildegard-Heilkunde eingelassen haben, ihre Insulin-Einheiten stark reduzieren konnten. In leichteren Diabetes-Fällen konnte auch schon die Injektions-Spritze mit Insulin abgesetzt werden. Dies geht natürlich nur in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt, wie ich vorhin schon sagte.

Dies ist auch auf die Wirkung der Grundgewürze und des Dinkels zurückzuführen: Der Dinkel entsäuert nicht nur, sondern enthält auch verschiedene Arten Kohlehydrate, die eine unterschiedliche Zeit im Körper benötigen um für die menschliche Ernährung voll aufgeschlossen zu werden. Dadurch stehen dem Körper ständig Kohlehydrate zur Verfügung, aber nicht die großen Mengen auf einmal, wie bei reiner Kohlehydrate, z. B. beim Auszugsmehl und beim weißen Zucker, der Fall ist. Somit benötigt der Körper auch nicht die großen Mengen an Insulin auf einmal, die Insulin-Kurve verläuft viel flacher und es gibt nicht die riesigen Blutzuckerschwankungen. Die Gefäße des Diabetikers sind hierfür sehr dankbar und die Bauchspeicheldrüse kann sich etwas erholen.
Durch die Entsäuerung und durch die nicht mehr so großen Blutzuckerschwankungen wird vielen Krankheiten die Basis entzogen, sie können sich im Körper nicht mehr so negativ auswirken, weil eben der Patient nicht mehr so sauer ist. Wenn jemand natürlich trotz Krankheit völlig unvernünftig ist und sich darauf nicht einlässt, können auch die besten Medikamente und auch die besten Behandlungen oftmals nur sehr wenig erwirken: es stimmt eben die Basis nicht.

Als Nächstes kam dann bei mir in der Praxis der Herzwein zum Zug. Das Rezept für den Herzwein – oder Petersilien-Honig-Wein – bekamen die meisten Patienten in Fotokopie in die Hand gedrückt. Sie mussten sich die Bestandteile besorgen und ihn immer wieder selber machen. Wenn der Patient sein eigenes Medikament herstellt, ist er ganz mit dabei und achtet dieses Medikament auch ganz anders. Es gibt allerdings eine ganze Reihe, besonders ältere Patienten, die ihn doch lieber kaufen, als ihn selbst herzustellen, oder ihn erst einmal ausprobieren wollen, bevor sie ihn selbst kochen.
Ich verordne normalerweise auf dem Rezept nur einen Herzwein oder ein anderes Hildegard-Medikament und der Patient holt sich dies in irgendeiner Apotheke ab. Ich vermerke dabei allerdings bei diesen Hildegard-Rezepturen für den Apotheker immer die Bezugsquelle, z. B. die Jura. Da ich alle Rezepte schon seit über 10 Jahren nur noch mit dem PC schreibe, ist diese Bezugsquellen-Angabe unter dem entsprechenden Medikament natürlich sehr einfach.

Jetzt gibt es eine ganze Reihe von Patienten, die privatversichert sind und beihilfefähig. Diese bekamen ihr Rezept bei der Einreichung von den entsprechenden Stellen zurück mit dem Vermerk, dass sie solche Sachen nicht bezahlen würden. Ein Patient meinte einmal, ob ich dies nicht etwas anders aufschreiben könnte, damit er es bezahlt bekäme. Bei der nächsten Verordnung schrieb ich dann eben nicht mehr Herzwein nach der heiligen Hildegard von Bingen, oder Petersilien-Honig-Wein, sondern ganz vornehm „Vin petrosolinum cum mel”, und siehe, jede Privat-Versicherung und jede Beihilfestelle hat dies bisher akzeptiert und vergütet.

Herzwein
Hier nun aber erst einmal das Rezept zum Selbermachen:
Herzwein – Persilien-Honig-Wein
(V. petroselinum c. mel) nach der heiligen Hildegard von Bingen:
8 – 10 große Stängel Petersilie in 1 l Weißwein (roten bei Magen-Störungen), 1 – 2 EL Weinessig ca. 10 Min. kochen. Vorsicht: Schäumt! 80 – 100 g  reinen Bienenhonig vom Imker (bei Neigung zu Unterzucker ca. 300 g Honig) zufügen, nochmals 4 – 5 Min. kochen. Abseihen, heiß in Flaschen mit Schraubverschluss abfüllen. Flaschen zur Desinfektion mit 1 TL reinem Alkohol durchschütteln und Alkohol zur Haltbarkeit in Flaschen belassen.
Hiervon nimmt man 3 x tgl. oder bei Bedarf 1 EL. Bei Neigung zu Unterzucker um 10 Uhr am Vormittag und um 16 Uhr am Nachmittag 1 EL extra nehmen!
Die Indikationen: Jede Wetterfühligkeit bis hin zum Föhn; bei Hyper- und Hypotonie ausgleichend; bei leichten Ödemen und Nierenschwäche; bei Schlaflosigkeit und nervöser Störung; während Schwangerschaft zur Unterstützung; bei allen Herz- und Kreislauf-Störungen;
Den abgeseihten Rest aus der Herzwein-Herstellung nochmals einige Male mit Wasser auskochen und als Tee gegen Schwellungen jeder Art trinken! Da Petersilie ja in der Naturheilkunde ein großes Nierenmittel ist, wirkt diese letzte Abkochung unwahrscheinlich Wasser ausscheidend.
Wenn man jetzt diesen Herzwein noch mit Galgant kombiniert, hat man zwei Basismittel in der Hand, auf denen man aufbauen kann. Galgant ist wohl kein direktes Herzheilmittel als solches, aber ein äußerst gutes Hilfsmittel. Da Galgant entkrampfend auf alle Gefäße des Körpers, aber auch auf alle Organe wirkt, kann man hiermit in alle Körperregionen hilfreich eingreifen.
Bei Bedarf kombiniere ich natürlich alle diese Mittel mit homöopathischen und pflanzlichen Mitteln, z. B. gebe ich bei einer Hypotonie sehr gerne noch die Kattwiga Goldtropfen mit dazu.

Bei der Hypertonie sollen die Patienten neben dem Herzwein noch aus der Hildegard-Heilkunde morgens 1 Messerspitze voll Gewürznelken-Pulver in 1/2 Glas warmem Wasser trinken und dann gebe noch Rauwolfis Synergon Nr. 1 c (Kattwiga) dazu. Wenn man dann noch den Druck auf die Seele des Patienten – die auch den Blutdruck hochtreibt – versucht zu mildern und die Nieren gut durchspült – weil ihm etwas an die Nieren geht – dann hat man in den meisten Fällen Erfolg. Der Patient entkrampft, entspannt, kann gut gereinigt werden und wieder „zu sich selbst kommen”. Wenn dieser Zustand dann einige Zeit anhält, der Patient also erkannt hat, was in ihm solchen Druck ausgelöst hat, es ihn Zukunft besser macht, also umkehrt – Hildegardisch ausgedrückt „bereut”, dann wird er nach einigen Wochen oder Monaten oft sogar ohne Medikament seinen Blutdruck in Ordnung haben.

Nun möchte ich Ihnen noch anhand einige Fälle aus der Praxis aufzeigen, wo man in der Kombination von Hildegard-Heilkunde mit der normalen Naturheilkunde und der Komplex-Homöopathie kombinieren den Patienten helfen kann. Dies funktioniert in vielen Praxen vorzüglich, weil die Mittel und Therapien sich gegenseitig ergänzen und unterstützen, vorausgesetzt die Basis stimmt, die ich Ihnen im bisherigen Vortrag versucht habe zu vermitteln.

Die lymphatische Diathese:
Bei der lymphatischen Diathese sollte man natürlich als allererstes einmal ein hildegardisches Lymphmittel nehmen:
Täglich 1 frisches Akelei-Blatt essen oder 1 Messerspitze voll Akelei-Pulver nehmen, ca. 4 Wochen lang, dann 4 Wochen Pause machen, dann wieder 4 Wochen lang, usw. Dies ist vor allem den lymphatischen Kindern vorbeugend anzuraten, also besonders den „Blau-Äugigen”. Dazu natürlich die Lymphdiaral-Salbe von Pascoe, die Mandelo-katt-Tabletten (Kattwiga) lutschen, die bei meinen lymphatischen Kindern eigentlich nie ausgehen. Im akuten Fall, also bei Anschwellung der Tonsillen, sollten sie davon alle 2 Stunden 1 – 2 Tabletten lutschen – die Kleineren 1 Tablette, die Größeren 2 Tabletten.
Zur Vorbeugung bei entsprechender Witterung, wenn die rauen Winde bei uns im Frankenwald „Erkältungswetter” signalisieren, immer wieder einmal einige Tage 3 x tgl. 1 Tabl., damit es gar nicht erst soweit kommt.
Wenn es allerdings schon zu Vereiterungen gekommen ist, dann sollte man von Kattwiga Hepar sulfuris N Tabl. Synergon Nr. 111 geben, 3 bis 1 x tgl. 1 Tabl. lutschen, je nach Schwere der Vereiterung. Wenn es schon zu Fieber gekommen ist, dass sollte man hier von der Hildegard-Heilkunde her einen Meisterwurz-Wein einsetzen, zusammen mit Galgant oder einem Galgant-Honig in Wasser aufgelöst.

Meisterwurz-Wein:
Abends 1 TL geschnittene Meisterwurz-Wurzeln in 1/2 Glas Wein angesetzten und über Nacht zugedeckt stehen lassen. Am Morgen wird das Angesetzte noch mit frischem Wein ergänzt und tagsüber schlückchenweise getrunken. Erwachsene nehmen davon über den Tag verteilt das ganze Glas, Kindern gibt man – je nach Alter – immer wieder einmal 1/2 bis 1 ganzen Teelöffel dieses Weines, evtl. zusammen mit dem Galgant-Wasser. Durch den Meisterwurzwein wird das biologisch ja sehr wertvolle Fieber erträglicher, aber auf keinen Fall radikal gesenkt. Man gibt ihn max. 6 Tage hintereinander und muss ihn jeden Abend für den nächsten Tag frisch ansetzen.

Durch das Galgant-Wasser – also Galgant-Tabletten oder Galgant-Honig in frischem Wasser aufgelöst und so getrunken – wird die Infektion als solche rascher abgebaut und auch die Rekonvaleszenz-Zeit wird enorm verkürzt.
Wenn auch die Ohren mitbetroffen sind, dann sind hier natürlich auch noch die Öligen Rebtropfen nach der Heiligen Hildegard von Bingen, auch Rebstockwasser in Olivenöl genannt, angezeigt, die in keiner Hildegard-Haus-Apotheke fehlen sollten, vor allem, wenn Kinder im Haushalt leben. Sie werden um die Ohren herum eingerieben, niemals ins Ohr direkt gegeben!
Allgemein sollte man bei allen diesen Erkrankungen immer für ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen, d. h. dass Erwachsene mit einem durchschnittlichem Gewicht von ca. 70 bis 80 Kilogramm mindestens 2 Liter Urin pro Tag ausscheiden.
Dann darf man natürlich im Vorfeld einer jeden Therapie den Aderlass nach der Heiligen Hildegard nicht vergessen.
Bei allen Nieren-Erkrankungen sollten die Patienten vor jedem Essen einen kleinen Teller dünne Dinkelgrieß-Suppe essen. Der Dinkelgrieß wirkt sich immer sehr positiv auf die Nieren aus und unterstützt alle Erkrankungen im Nieren-Blasen-Bereich unwahrscheinlich positiv. Dadurch wirken auch alle Medikamente besser und schneller. Bei starken Kopfschmerzen morgens bei leerem Magen in Kombination mit saurem Aufstoßen sollte man auch immer gleich morgens als allererstes eine warme Dinkelgrieß-Suppe essen! Meist vergehen die Kopfschmerzen während des Essens.
Dagegen sollte man sich bei allen Durchfall-Erkrankungen eine Dinkelmehl-Suppe machen, bzw. den Patienten verordnen. Da der Dinkel sehr viel mehr Kleber enthält wie andere Getreidearten, wirkt das Mehl stopfend.

Zwischenfrage von den Zuhörern: „Wie macht man diese Suppen?”
Antwort: Es gibt 2 Arten der Zubereitung:
1. Man rührt einfach in heißes Wasser mit einem Schneebesen Dinkelmehl oder Dinkelgrieß ein und würzt es nach eigenem Geschmack süß oder salzig. In jedem Fall sollte man aber auch die 3 Grundgewürze der Hildegard-Heilkunde Galgant, Bertram und Quendel mitverwenden, wenn auch dezent.
2. Man röstet etwas Dinkelmehl oder Dinkelgrieß in etwas Fett goldgelb an, löscht es mit Wasser ab und verrührt es mit einem Schneebesen, damit es keine Klümpchen gibt. Würzen kann man es dann wieder nach Belieben süß oder salzig.
Wenn man die Suppen kräftig abwürzt, kann man auch etwas Hildegard-Fertigsuppe – die es über die Hildegard-Vertriebe zu kaufen gibt – rangeben. Sie ist ohne das Küchengift Lauch zubereitet im Gegensatz zu allen anderen auf dem Markt erhältlichen Instant-Suppen, in denen in der Regel überall Lauch mitverarbeitet wurde.

Bei allen Nierenerkrankungen, aber auch bei der Hypertonie, sollte auch immer die hildegardische Weinrauten-Salbe – auch Nierensalbe genannt – zum Einsatz kommen. Sie sollte man unter Bestrahlung – wenn man nach der Heiligen Hildegard geht sogar unter einer Bestrahlung am offenen Ulmenholzfeuer, weil dies eine besondere Strahlungsqualität hat – machen. Bei der Hypertonie 2 x pro Woche mehrere Monate lang im Nierenbereich einreiben. Bei akuten Nieren-Erkrankungen sollte man es sogar 1 bis 2 x pro Tag machen.

Zur positiven Wirkung dieser Hildegardischen Nieren- oder Weinrauten-Salbe kann ich Ihnen eine sehr eindrucksvolle Geschichte erzählen:
Pater Dr. Dr. Alfons Berkmüller, Arzt, Psychotherapeut und Theologe, einer der profiliertesten Hildegard-Freunde, wurde vor einigen Jahren nach einer Hildegard-Tagung in Engelberg in der Schweiz von einem Auto angefahren. Dabei wurden beide Nieren so stark gequetscht, dass man im Krankenhaus eine operative Entfernung beider Nieren für notwendig erachtete, weil er sonst an einer Urämie sterben würde. In der Folgezeit müsste er dann natürlich bis an sein Lebensende an die Dialyse.
Pater Berkmüller erbat sich noch einen Tag Bedenkzeit. An diesem Tag und in der ganzen folgenden Nacht arbeitete ein befreundeter Arzt – auch ein Hildegard-Anhänger – und noch einige Hildegard-Freunde an seinen Nieren, indem sie in mit einem Großflächen-Rotlichtstrahler – etwas anderes stand ihnen nicht zur Verfügung – ständig im Nierenbereich bestrahlten und alle Stunde diese Weinrauten-Nierensalbe einrieben. Am Morgen des Operationstages um 6 Uhr, als die Schwester kam um ihm die erste Injektion zur Operations-Vorbereitung zu geben, kamen die ersten blutigen Tropfen Urin. Die Operation wurde abgeblasen und Pater Berkmüller hat heute noch seine beiden gut funktionierenden Nieren. Er meinte selbst, dass dies ein deutlicher Hinweis von der Heiligen Hildegard gewesen sei in ihrem Sinne weiter zu machen.

Unterstützen kann und sollte man natürlich diese Hildegard-Therapien mit verschiedenen anderen Mittel, wobei natürlich jeder seine Wundermittel hat, auf die er schwört. Ich gebe in der Regel aus der Komplex-Homöopathie Kattwiga Synergon Nr. 1c Rauwolfia, 3 x tgl. 30 Tropfen, zusammen mit Kattwiga Synergon Nr. 78 Solidago N, 3 x tgl. 15 – 20 Tropfen und die Orthosiphon-Blätter – den indischen Nierentee der Firma Fides, 2 TL auf 1 Liter dünnen Tee, der zwischen den Mahlzeiten getrunken werden sollte, 4 Wochen lang, dann 4 Wochen Pause, 4 Wochen getrunken, usw.

Wechseljahrsbeschwerden der Frauen:
Hier sollte man in erster Linie neben homöopathischen Mitteln die Weinraute aus der Hildegard-Heilkunde verwenden. Sie wird als Tabletten oder Granulat eingesetzt oder – das Beste in der Wirkung – als rohe Blätter von der Pflanze, die man sich am Fensterbrett und / oder im Garten selbst ziehen kann.
Von der Komplex-Homöopathie gebe ich hier noch zusätzlich Kattwiga Synergon Nr. 6 Sepia, bei klimakterisch bedingten Depressionen und trockener Schleimhaut, Kattwiga Synergon Nr. 61 Cimicifuga, bei Wallungen mit rotem Kopf und Halsenge, Kattwiga Synergon Nr. 62 Lachesis, bei Wallungen mit nervösen Herzbeschwerden und / oder Kattwiga Synergon Nr. 10 Ambra, bei Globus hystericus. Weitere Unterstützung erfolgt in vielen Fällen noch mit den Wigaklim-Tropfen, besonders bei Wallungen mit viel Schweiß und klimakterisch bedingten Depressionen.
Hier sollte man natürlich auch unbedingt den so genannten „Witwenbuckel” beachten, der immer ein deutlicher Hinweis auf Hormonstörungen der Wechseljahre ist. Dabei sollte man im Nacken um den 7. HWK blutig schröpfen um die Verquellungen in diesem Bereich weg zu bekommen. Dadurch kann das ganze Gebiet wieder besser durchsaftet und regeneriert und die Zu- und Abflüsse zum und vom Kopf auch wieder normalisiert werden. Hier im Nackenbereich darf sowieso niemals trocken geschröpft werden, weil sonst der Druck im Kopf so erhöht wird, dass alle Patienten mit normalem oder hohem Blutdruck dadurch Beschwerden bekommen können. Bei ausgesprochenen Hypertonikern kann der Druck dabei im Kopf sogar so stark ansteigen, dass der Patient in Lebensgefahr kommen kann!
Da diese Patientinnen auch sehr osteoporosegefährdet sind, sollten sie auch zur Stabilisierung der Knochen die „Frischzellen-Therapie der Hildegard-Heilkunde” mit einsetzen, die Kalbsfuß-Suppe. (Siehe Seite 1080)Mit dieser Kalbsfußsuppe sollten alle Osteoporose-Patienten möglichst viele ihrer Speisen zubereiten, damit eine kontinuierliche Aufbauarbeit stattfinden kann. Sie hilft besonders bei Abnützungen im Wirbelsäulen- und Gelenksbereich. Diese Suppe bewirkt, dass die Knorpelschicht wieder aufgebaut wird und stärkt das Bindegewebe und die Bänder im Gelenksbereich. Dadurch wird eine Stabilität aufgebaut, die man mit sonst nicht so schnell und gut erreichen kann.
Außerdem sollte man auch rohe Körner in jeder Form meiden.

Von den rohen Körnern sagt die Heilige Hildegard, dass sie für die Gesunde nicht gut seien und Kranke davon sogar Schaden nehmen können. Dies konnte man sich lange nicht so recht erklären, weiß aber jetzt Näheres, weil man entdeckt hat, dass jedes rohes Getreide – auch der Dinkel – in sehr hohem Masse Phytinsäure enthält.
Diese Phytinsäure ist ein Nahrungsbestandteil, den man in allen rohen Getreidekörnern findet und der durch Erhitzung fast völlig verloren geht. Im Verdauungstrakt verbindet sich diese Phytinsäure aus den rohen Körnern – wenn sie nicht vorher durch eine Erhitzung unschädlich gemacht wurde – mit den anderen Mineralien zu Komplexsalzen und vermindert dadurch deren Aufnahme vom Darm in den Körper, speziell die Aufnahme des Calciums. Durch diese verminderte Aufnahme dieser Mineralstoffe kann sich der Knochenzustand enorm verschlechtern, speziell in den Phasen, in denen der Körper viel Calcium benötigt, also immer dann, wenn etwas aufgebaut werden muss. Das ist in der Wachstumsphase des menschlichen Körpers, also in der Kindheit und in der Jugend, dann bei den Frauen während einer Schwangerschaft, wo sie für den Knochenaufbau des ungeborenen Kindes viele gut verträgliche Mineralstoffe benötigen und dann später ab einem gewissen Alter bei der Osteoporose, wo ja der Knochen-Abbau stärker vonstatten geht als der Knochen-Aufbau. Wenn dann noch eine solche Resorptionsstörung dazukommt, kann sich der Zustand dramatisch verschlechtern.
Durch Erhitzung, also durch Verkochen oder Verbacken und auch durch die Vorverarbeitung zu Gofio, wird diese Phytinsäure soweit abgebaut, dass es nicht mehr voll zur Wirkung kommen kann.
Hieraus resultiert wahrscheinlich der Umstand, dass man bei Veganern, also bei Vegetariern, die keinerlei tierisches Eiweiß zu sich nehmen – also auch auf calciumreiche Milch und alle Milchprodukte verzichten – und sehr viel rohes Getreide essen, immer wieder schlimme Fälle von Osteoporose antrifft. Wenn dann noch ständig Frischkornmüsli aus rohem Getreide dazukommt, wird es natürlich besonders schlimm. Wenn sie es aus Gofio herstellen, ist aber diese Phytinsäure abgebaut und dadurch auch die Calcium-Resorptionsstörung beseitigt.

Die heilige Hildegard von Bingen sagte uns dies schon – wenn auch mit anderen Worten – vor ca. 850 Jahren und die moderne Wissenschaft kann heute nur ihre Aussagen bestätigen. Deshalb meinte Dr. Hertzka einmal, dass die Heilige Hildegard noch für einige Nobelpreise gut sei. Wenn man diese Zusammenhänge sieht und hört, kann man dem nur zustimmen.
Aus diesem Grunde ist die Vor-Verarbeitung der rohen Körner zu „Gofio” eine akzeptable Alternative. Man braucht dann auf seine bisherigen Gewohnheiten, zum Beispiel auf das Frischkornmüsli am Morgen, nicht zu verzichten und kann sich trotzdem gesund ernähren.

Viele Leute, die rohe Körner essen und einen niedrigen Blutdruck haben, haben oft über Jahre hinweg immer kalte Hände und Füße, gegen die Medikamente nur sehr wenig und auch nur vorübergehend helfen können. Wenn sie aber ihr Frischkorn-Müsli aus gerösteten und grob gemahlenen Dinkelkörnern herstellen, bekommen sie nach kurzer Zeit warme Hände und Füße, ohne dass sie irgendein Medikament dagegen einnehmen müssen. Ein weiterer Beweis dafür, dass Gesundheit essbar ist, wie uns die Heilige Hildegard immer wieder lehrt. Also: Phytinsäure in rohem Getreide meiden!
Die nächsten Themen kann ich aus Zeitgründen nur noch kurz anreißen, aber ich möchte sie trotzdem kurz bringen, um Sie anzuregen in dieser Richtung weiter zu studieren und in die Sachen dann in die Praxis zum Wohle unserer Patienten versuchen umzusetzen.

Haut und Allergien, Leber und Lunge:
Hier sollte von der Hildegard-Heilkunde unbedingt Quendel in jeder Form mit eingesetzt werden. Quendel – der wilde Wiesenthymian – wächst bei uns in Deutschland in den kargen Regionen der Mittel- und Hochgebirge meist in Mengen. Über die Anwendung habe ich schon anfangs gesprochen.
Ergänzen muss man eine solche Therapie bei Hauterkrankungen und Allergien natürlich durch das strikte Meiden aller Küchengifte und einer körper- und krankheitsgerechten Ernährung.
Ergänzen sollte man dies noch durch einige biologisch-homöopathische Mittel. Ich setze hier z. B. sehr gerne das Sulfur Synergon Nr. 156 der Fa. Kattwiga und Badagia Synergon Nr. 157 zum Aufbrechen der Krankheit mit ein Parallel dazu dann noch Dolichos Synergon Nr. 12 bei starkem Juckreiz und das Hydrocotyle Synergon Nr. 144. Auch das Scordal der Firma Kattwiga setze ich hier meist noch mit ein.

Aber zur allgemeinen Reinigung über Leber und Lunge gebe ich auch von der Hildegard-Heilkunde noch das Hirschzungen-Elixier, 3 x tgl. 1 TL nach dem Essen, nach einigen Tagen bei guter Verträglichkeit dann 6 x tgl. 1 TL und zwar immer vor und nach dem Essen. Bei Reaktion mit Durchfall geht man hier mit der Dosis wieder zurück oder setzt auch einmal einige Tage ganz aus. Der Durchfall ist aber auch als Reinigungseffekt zu verstehen.
Dieses Hirschzungen-Elexier wird auch bei Lungen- und Leber-Belastungen mit eingesetzt. Hier sagt uns die Heilige Hildegard – ähnlich wie in der Chinesischen Heilkunde – dass man bei einer Lungen-Belastung unbedingt auch die Leber mitbehandeln sollte und umgekehrt, bei einer Leber-Belastung auch die Lunge entlasten sollte. Wenn man dies berücksichtigt, kommt man einfach viel schneller zum Erfolg bei den Patienten.
An dieser Stelle muss man natürlich auch die blutige Schröpfung und den Hildegard-Aderlass mit aufführen, denn mit der Reinigung durch diese beiden Therapien kann man eine ganze Menge Medikamente einsparen.

Der Magen-Darm-Bereich:
Hier sollte natürlich – wie bei allen anderen Krankheitsbildern – Dinkel als Basis bei allen Krankheiten, besonders bei Übersäuerung des Magen-Darm-Traktes, genommen werden. Er vermindert die Übersäuerung so, dass man z. B. die Dinkelflocken sogar bei akutem Sodbrennen als „Erste Hilfe” nehmen kann. Das ist eine Erfahrung, die mir eine Patientin in die Praxis gebracht hat, wie ich vorhin unter „Dinkel” schon berichtet habe. Ergänzend kann man hier natürlich noch das Katulcin N Pulver und / oder das Blutsalz Nr. 3 der Fa. Kattwiga geben. Aber natürlich sollte man den Patienten auch darauf aufmerksam machen, dass er wirklich mit den Gedanken immer beim Essen sein sollte und nicht bei irgendeiner Arbeit und sich dabei gedankenlos das Essen unter der Nase reinschieben sollte. Manche sind beim Essen so geistesabwesend, dass sie hinterher manchmal gar nicht sagen können, was sie gegessen haben. Ebenso müssen wir die Patienten auffordern, dass sie sich zum Essen auch viel Zeit nehmen sollten. Das fängt beim gründlichen Durchkauen an, damit alle Speisen gut durchspeichelt werden. Früher haben die Alten gesagt „Gut gekaut ist halb verdaut!” Dieses Sprichwort hat auch heute noch unverändert seine volle Gültigkeit. Wir sagen ja auch „Mahlzeit”, wenn wir uns zum Essen setzen und nicht „Schlingzeit”. Wir haben ja auch „Mahlzähne” und keine „Reißzähne”. Also sollten wir sie auch sinngemäß benutzen. Das sind alles Überlegungen, die wir dem Patienten nahe bringen müssen und das schafft man natürlich nicht in einer 5-Minuten-Praxis, sondern die Heilung des Patienten beginnt schon dadurch, dass wir uns für ihn die Zeit nehmen und solche Sachen mit ihm gründlich besprechen. Auch das entsäuert schon in unserer gehetzten Zeit den Patienten und dem Behandler tut es auch gut.
Bei Magenschmerzen in Verbindung mit Kopfschmerzen – meist im Schläfenbereich – sollten wir morgens als erstes eine warme Dinkelsuppe zu uns nehmen. Diskret abgewürzt mit den Hildegard-Gewürzen und süß oder salzig, je nach Geschmack des Patienten. Bei Durchfallneigung sollte man diese Suppe mit Dinkel-Mehl zubereiten, bei einer Nierenbelastung mit Dinkel-Grieß.
Natürlich sollte man bei allen Magen-Darm-Erkrankungen auch den basischen Fenchel in jeder Form mit einbeziehen, also als Gemüse, als Salat, als Tee oder die Fenchel-Tabletten, wie man sie aus den gemahlenen Körnern über den Hildegard-Fachhandel beziehen kann. Manche Hildegard-Freunde kauen aber nur einfach die ganzen Körner langsam und genussvoll und haben denselben Effekt. Außerdem sind die natürlich auch billiger. Zur Unterstützung bei allen Magen-Darm-Erkrankungen hat sich bei mir noch die Elha-Nuvodyn-Salbe der Firma ELHA aus Oberursel bestens bewährt.
Man könnte und müsste noch sehr viel über diese Hildegard-Heilkunde erzählen, wie sie in der Praxis sich bewährt hat, besonders im Verbund mit der üblichen Naturheilkunde, mit der Homöopathie und auch – wenn es nötig ist – mit der ganz normalen Schulmedizin. Man sollte sich natürlich keine hildegardischen Scheuklappen anlegen, sondern die Hildegard-Heilkunde als einen sehr guten Zweig der Naturheilkunde betrachten, den man in jede Praxis neben den anderen Therapien und Medikamenten harmonisch mit einbinden kann oder sogar sollte.

Ich hoffe, dass ich Sie mit meinem Vortrag etwas zum Nachdenken und auch zum Nachahmen gebracht habe und vielleicht ist es mir sogar gelungen, den einen oder anderen mit diesem mysteriösen „Virus hildegardii” zu infizieren. Wenn dies der Fall sein sollte, hat sich dieser Vortrag gelohnt. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihren Praxen, wenn möglich natürlich in Verbindung mit der Hildegard-Heilkunde.

Anschrift des Verfassers:
Peter Pukownik, Heilpraktiker
Lerchenweg 1,
95192 Lichtenberg
Tel. 09288/318, Fax 09288/7885

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